Fritz Müller Werke, Briefe und Leben Gesammelt und herausgegeben von Dr. Alfred Möller ■1 Erster Band Gesammelte Schriften soweit sie bereits früher im Druck erschienen sind Mit 303 Abbildungen im Text und einem Atlas mit 85 Tafeln Text Abteilung 1: Arbeiten aus den Jahren 1844—1879 (Nr. 1-124) (Seite 1-800) Mit 157 Abbildungen im Text und Tafel 1 — 57 im Atlas Jena Verlag von Gustav Fischer 1915 Verlag Ton GriistaT Fischer in Jena. Morphologie und Biologie der Algen. S. !]e'r BjL'nlk't r*S^""'' sität Freiburg i. Br. Zwei Bände. Preis: 32 Mark. Erster Band: Spezieller Teil. Mit 3 farbigen und 473 schwarzen Abbild, im Text. 1904. " Preis: 20 Mark. Inhalt: I. Chrysomonadineae. II. Keterocontae. III. Chryptomonadineae. IV. I^uglenaceae. V. Dinoflagellata. VI. Aoontae. VII. Chlorophyceae. VIII. Phaeo- phyceae. IX. Rhodophyceae, Zweiter Band: Allgeineiiier Teil: Mit 3 Tafeln und 150 Abbildungen im Text. 1905. Preis: 12 Mark. Inhalt: I. System der Algen. II. )ie Entwicklung der Fortpflanzungs- organe. III. Die Algenzelle. IV. Die ■ ihrung der Algen. V. Die Lebens- bedingungen. VI. Vegetationsperioden. ^il. Keizorschoinungen. VIII. Polimor- phisnuis. IX. Generation.-^wechsel. X. Au-iassungen. XI. Hilfsmittel und Arbeits- methoden. Zeitschrift für Physiologie, Bd. VII, Heft 2/3: . . . Jedem, der über Algen arbeitet, wird dieses großangelegte Werk ein un- entbehrlicher Wegweiser sein. Oesterreich. botanische Zeitschrift, 1905, Nr. 12: Wie der erste Band enthält auch der zweite eine Fülle von Angaben ; er be- weist sorgfältigste Literaturbenützung und eigene Untersuchungen. Wir besitzen nunmehr in dem Oltmannschen Buche eine ungemein w ertvolle Zusam men- fassung der die Algen betreffenden morphologischen, entwicklungsgeschichtlichen und ökologischen Kenntnisse. W et t stein. Naturwissenschaftliche Wochenschrift, vom 28. Januar 1906: . . . Ein mustergültiges Kompendium für jeden, der sich um Algen kümmert oder etwas wesentliches von ihnen zu erfahren wünscht. niP RpnnranhiP ripr FarnP ^'"" ^ Christ, Basel. Mit einem Titelbild, Ulb Ueuyrctpiim Uei rcirilb. i^ü Abbildungen (meist nach Originalphoto- graphien) im Text und 3 Jvarten. 1910. Preis: 12 Mark. I. Teil: Die Farne unter den Einflüssen von Boden und Klima. Die Farne als mesotherme Hygrophyten und als Xerophyten. II. Teil: Die Farnfloren. 1. Grundlagen der Florislik. 2. Die Floren- gebiete. 3. Florengeschichtlicher Ueberblick. — Einige Literaturnachweise. - Erläuterungen zu den Karten. Geographische Zeitschrift, 17. Jahrg , 1911, 4. Heft: Wie kaum ein zweiter war der Verf. berufen, die geographische Verbreitung der Farne in zusammenhängender Darstellung zu geben. Ein Studium von mehr als 30 Jahren verschaffte ihm die erforderliche Spezialkeniitnis und eine er^taun- liche Vertrautheit mit den Lokalfloren aller Länder. So tritt das neue Werk des Verf. in vollendeter Form uns entgegen, gediegen im Inhalt, glänzend in der Dar- stellung, reich ausgestattet mit Bildern, die volles Lob verdienen. F. l'ax. nio roi*nLi*Qii1-oi* Hol» ITrHo Beschreibende Darstellung der Geschlechter und Uie rdlllMdUlCI Uei Ciue. .vichtigeren Arten der Farni)flanzen. Mit be- sonderer Berücksichtigung der Exotischen. Von H. Christ, Basel. Mit 291 Abbildungen. 1897. ' Preis: 12 Mark. Englers botanische Jahrbücher, 1898, Bd. 26, Heft 1: Wer sich in die Kenntnis der Farne einarbeiten und kleinere Bammlungen da- nach ordnen will, wird das Buch mit großem Vorteil gebrauchen. Namentlich ist es zur Einführung für Gärtner besonders geeignet. Boden und Klima auf kleinstem Raum. l'^rL'tJ^^s" !:'t. Weilenkalk. Von Dr. Gregor Kraus, Professor der Botanik. Mit 1 Karte, 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Text. 1911. Preis: 8 Mark. Inhalt: Einleitung. I. Das Karbonat des Wellenkalkbodens: 1. Das Mutter- gestein. 2. Der Boden. — II. Bodenphysikalisches und Klimatisches: 1. Bodenbau (Morj)hologie des Bodens): Boden])rofil. Körnung (Körnigkeit) des Bodens. 2. Wasser- gehalt des Bodens. -- HI. Temperatur. — IV. Hygrometrisches. — V. Anemoinetrie. — Literatur. Botanisches Z entralh latt, Bd. 117, Nr. 18: Die Arbeit bedeutet einen großen Fortschritt in der Forschungsmethode und in unserem Verständnis für die Ursachen der Pflanzenverteilung. Der Verf. zeigt unter Mitteilung eines großen in jahrelangen Studien in günstigem Gelände am Uebergang des Spessartsandsteins in dem Wellenkalk des Maintales gewonnenen Materials, daß a,uf kleinstem Kaum in der Natur eine unendliche Mannigfaltigkeit chemisch und physikalisch verschieden gebauter Standorte gegeben ist, deren Be- schaffenheit für die Pflanzenverteilung maßgebende Bedeutung besitzt. Büsgen. Fritz Müller Werke, Briefe und Leben Gesammelt und herausgegeben ' von B Dr. Alfred Möller s^m° Erster Band ^5 5 Gesammelte Schriften ^^ soweit sie bereits früher im Druck erschienen sind "^^ Mit 303 Abbildungen im Text und einem Atlas mit 85 Tafeln Text Abteilung 1: Arbeiten aus den Jahren 1844—1879 (Nr. 1-124) Seite 1-800 Mit 157 Abbildungen im Text und Tafel 1-57 im Atlas Jena Verlag von Gustav Fischer 1915 Alle Rechte vorbehalten 11^3 Vorwort Es war mir, dem unterzeichneten Herausgeber, vergönnt, drei Jahre lang (1890 — 93) in Bhimenau, dem langjährigen Wohnorte Fritz Müllers, botanisch- mykologischen Arbeiten mich widmen zu dürfen. Fritz Müller, dem ich durch verwandtschaftliche Beziehungen nahestand, führte mich in den Tropenwald der südbrasilianischen Küste ein, nahm an meinen Arbeiten, die er in jeder Hinsicht zu fördern suchte, den lebhaftesten Anteil und war mir in fast täglichem Verkehr ein immer gleich gütiger und bereitwilliger Lehrer und väterlicher Freund. So lernte ich den großen Biologen, den genialen Beobachter der lebenden Natur persönlich kennen, lieben und verehren. So gewissenhaft Fritz Müller in der täglichen Aufzeichnung seiner Be- obachtungen war, so gern er über sie sprach und in Briefen an gleichstrcbende Naturforscher in aller Welt rückhaltlos berichtete, so wenig kümmerte ihn das weitere literarische Schicksal dieser Mitteilungen. Ein Meister der Sprache, der deutsch, englisch und portugiesisch in gleicher Gewandtheit und Vollendung schrieb, spanische, französische, dänische, schwedische, italienische, ungarische Ar- beiten ohne sichtliche Mühe mit Freuden las, verstand er es ausgezeichnet, die Ergebnisse langer mühsamer, oft Tage und Jahre umfassender Beobachtungen in knappster Form zusammenzufassen, und ein einfacher Brief auf dünnem, mit seiner kleinen klaren Schrift bis zum äußersten Rande gefülltem Ueberseepapier trug oftmals wertvolle wissenschaftliche Arbeit zu irgendeinem literarischen Freunde, dem die Veröffentlichung überlassen blieb. Nie hat Fritz Müller Korrekturen der unter seinem Namen veröffentlichten Abhandlungen und Abbildungen ge- sehen, und so ist es nicht zu verwundern, daß er sich häufig über allzu viele oder sinnstörende Druckfehler und über mangelhafte Wiedergabe seiner Zeichnungen zu beklagen hatte. Weit störender war es für alle Verehrer des großen Natur- forschers, daß infolge der geschilderten Umstände seine reiche Lebensarbeit in beispielloser Weise in alle Winde zerstreut wurde, und daß manch reicher Schatz nur in Briefen niedergelegter Beobachtungen der Oeffentlichkeit ganz vor- enthalten blieb. Bei dem hohen Ansehen, welches Fritz Müllers Name im Laufe der Jahre sich in der ganzen Welt erwarb, wurde der wesentliche Inhalt seiner ge- druckten Abhandlungen freilich in weiteren Kreisen bekannt; die Urschriften aber, in viele Jahrgänge vieler Zeitschriften zerstreut, blieben denen schwer zu- l\T Vonvort. gänglich, die sie gründlich studieren, nachprüfen oder aus ihnen die dort so reichlich gebotene Anregung zu weiteren Beobachtungen schöpfen wollten. Ein Ueberblick über den unendlich reichen Gesamtertrag dieses ganz der Natur- forschung geweihten Lebens war überhaupt unmöglich. Als im Mai 1897 Fritz Müller die Augen für immer geschlossen hatte, erstand vor mir gleich einer moralischen Pflicht die Aufgabe, alles zu sammeln, was er an wissenschaftlichen Mitteilungen hinterlassen hatte, und über seinen eigenartigen Lebens- und Entwicklungsgang die noch erreichbaren Nachrichten zu gewinnen, damit es dereinst vielleicht möglich würde, diesem deutschen Forscher in fremden Landen in der deutschen Literatur ein würdiges Denkmal zu setzen. Meine seit nunmehr 17 Jahren fortgesetzten Sammlungen hatten sich all- mählich der erreichbaren Vollständigkeit genähert. Die Briefe wissenschaftlichen Inhalts waren von den Empfängern meist gesammelt und sorgsam aufbewahrt; sie wurden mir für den beabsichtigten Zweck bereitwillig zur Verfügung gestellt. Der ursprüngliche Plan, mit der Veröffentlichung dieser Briefe zu beginnen, er- wies sich aber bald als unausführbar. Vielfach war der Inhalt der Briefe ganz, noch öfter teilweise in den gedruckten Aufsätzen enthalten, dann wieder war zum Verständnis ein Hinweis auf diese unerläßlich. Man mußte also die ge- druckten Arbeiten sämtlich zur Hand haben, wenn unnötige Wiederholungen vermieden und die Briefe in nutzbringender Form der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollten. Es sind nun im ganzen 250 gedruckte Abhandkmgen aufgefunden und in diesem Bande vereinigt worden. Von ihnen ist nur eine: „Für Darwin" selbständig im Buchhandel erschienen. Die übrigen sind auf 36 verschiedene deutsche und ausländische Zeitschriften und Vereinsberichte und auf sehr viele Jahrgänge derselben verteilt. Es wäre unmöglich gewesen, all diese zum Teil schwer zugänglichen Bände auf lange Zeit zur Verfügung zu haben. So ergab sich der nun zur Ausführung in Angriff genommene Plan der Arbeit. Die gedruckten Abhandlungen Fritz Müllers mußten zuerst gesammelt heraus- gegeben werden, für die Folge ist dann die Veröffentlichung der Briefe und die Schilderung des Lebensganges in Aussicht genommen. Inzwischen stellte mich mein Beruf vor neue Aufgaben , welche meine Zeit und Kraft völlig in Anspruch nahmen — Wohl war eine Zusammen- stellung der gedruckten Abhandlungen schon von Loew (Ber. der Deutschen Botan. Ges. 1897 Bd. XV S. 24) mit 1 10 Nummern, von Ludwig (Botanisches Centralblatt 1897) mit 100 Nummern veröffentlicht, meine eigenen Nach- forschungen hatten manches hinzugefügt; um aber die mögliche Vollständigkeit zu erreichen, war planmäßige Arbeit in einer großen Bibliothek erforderlich. Um Verhandlungen mit einem Verlage zu beginnen, mußte auch der Umfang der einzelnen Schriften festgestellt und die Zahl der vorhandenen Abbildungen und Tafeln ermittelt werden. Da hatte ich das Glück, in meinem Assistenten, Herrn Forstassessor Bandow, die zur Vollendung der Arbeit unentbehrliche Hilfe zu gewinnen. Bandow hatte sich mit dem Lebensgange und der Lebens- arbeit Fritz Müllers vertraut gemacht und bald für die zu leistende Arbeit ein lebhaftes Verständnis und freudige Begeisterung entwickelt. Er arbeitete längere Zeit in der Berliner Bibliothek, und seinen emsigen selbstlosen Bemühungen war es zu danken, daß im Laufe weniger Monate die Sammlung so vollständig Vorwort. -y wurde, wie sie nun vorliegt. Auch weiterhin widmete er sich der einmal über- nommenen Aufgabe mit der ihm eigenen peinlichen Gewi.ssenhaftigkeit und bis zum 31. Juli 19 14, bis zum Beginn der Arbeit über Trichodactylus (S. 1171) sah er sie nach und nach entstehen, alle Korrekturen lasen wir gemeinsam. Die Pflicht der Dankbarkeit gebietet, dem treuen Mitarbeiter und lieben Freunde, der sein junges Leben dem Vaterlande gab, an dieser Stelle ein Denkmal zu setzen das seinen Namen allen denen aufbewahrt, die aus den Gesammelten Schriften Fritz Müllers Belehrung und Anregung schöpfen werden. Max Bandow wurde am 28. Juni 1881 zu Oppeln als Sohn des verstorbenen Baurats Bandow ge- boren, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und das Falck-Realgymnasium zu Berlin, welches er im Herbst igoo mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er widmete sich der preußischen Forstverwaltungslaufbahn, studierte zunächst zwei Semester Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin und besuchte dann die Forstakademie Eberswalde. Nachdem er im Sommer 1904 das Forstreferendarexamen bestanden halte, diente er als Einjährig-Freiwilliger beim Garde-Schützenbataillon, studierte fernere zwei Semester Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin und fcirderte seine forstliche Ausbildung in der vorgeschriebenen zweijährigen praktischen Tätigkeit in verschiedenen preußischen Oberförstereien. Nach bestandenem Forstassessorexamen im Frühjahr 1908 war Bandow zunächst Assistent an der forstlichen, sodann seit 191 1 an der mykologischen Abteilung der Hauptstation des forstlichen Versuchswesens zu Eberswalde. Bandow war seit 19 10 verheiratet und hinterließ seine Witwe mit einem beim Tode des Vaters ein Jahr alten Sohne Albrecht. Ausgestattet mit einer guten Beobachtungsgabe und bemerkenswerter Hand- geschicklichkeit, vor allem aber mit einer nie nachlassenden Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit, fand er in den Aufgaben der mykologischen Abteilung ein ihn bald lebhaft erfreuendes Arbeitsgebiet, auf dem er manche schöne Erfolge erreichte. Da- neben aber widmete er sich mit großer Hingabe der Arbeit für die Herausgabe der vorliegenden gesammelten Schriften Fritz Müllers, und seiner fleißigen Tätigkeit war es zu danken, daß die im Herbst 19 13 begonnene Drucklegung ohne wesentlichen Aufenthalt fortschreiten und binnen Jahresfrist nahezu vollendet werden konnte. Unmittelbar aus der friedlichen Arbeit des ihm lieb gewordenen Laboratoriums rief ihn der Mobilmachungsbefehl am 2. August nach Orteisburg zum i. Jäger- bataillon, als dessen Reserveoffizier er ins Feld an die russische Grenze rückte. Am 22. und 23. August lag die 2. Kompagnie, welcher Bandow angehörte, in Schützen- gräben vor dem Dorfe Lahna mit der Front nach Neidenburg. Am 23. mußte^ sidi die Kompagnie ihrem Auftrage gemäß nach Eintreffen stärkerer feindlicher Kräfte durch das Dorf nach Norden auf "die Brigade zurückziehen. Hierbei kam es in Lahna zu einem heftigen Nah- und Nachtkampf. Dort fiel Bandow, sofort t()dlich getroffen. Russische Hände bereiteten ihm auf deutschem Boden dicht beim Dorfe Lahna das Heldengrab. Die Drucklegimg des Werkes ist in erster Linie dem verständnisvollen Entgegenkommen des Verlages zu danken. Trotz weitgehenden Entgegen- kommens der Verlagsfirma war indessen ohne erhebliche Zuschüsse unser Plan nicht zu verwirklichen. Mußten doch allein 85 Tafeln neu hergestellt werden. Die erforderlichen Zuschüsse sind von dem Herrn Kultusminister, von dem Herrn Landwirtschaftsminister und aus den Mitteln der Albert Samson-Stiftung gegeben worden. "yj Vorwort. Für die Förderung und tatkräftige Unterstützung des Werkes habe ich daher Seiner Exzellenz dem IMinister der geistlichen und Unterrichtsangelegen- heiten Herrn von Trott zu Solz, Herrn Ministerialdirektor Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Dr. Schmidt, Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Krüß, Seiner Exzellenz dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Freiherrn von Schorlemer, Seiner Exzellenz dem Ministerialdirektor und Oberlandforstmeister a. D. Herrn Wesener, dem Herrn Regierungs- und Forstrat Gernlein, sodann dem Kuratorium der Albert Samson-Stiftung und insbesondere Herrn Geheimen Obermedizinalrat Professor Dr. Waldeyer den ehrerbietigsten und herzlichsten Dank zu sagen. Es lag der Gedanke nahe, Fritz Müllers Arbeiten in zoologische und botanische zu trennen und so gesondert zum Druck zu bringen. 151 könnten als überwiegend zoologisch, 83 als botanisch bezeichnet werden, 5 gehören eben- sowohl der einen, wie der anderen Richtung an ; etwa 1 1 Arbeiten blieben dann noch in unsicherer Stellung, Aber Fritz Müllers Arbeit weilte mit besonderer Liebe auf den Grenzgebieten botanischer und zoologischer Forschung; die Be- ziehungen der Blumen zu den Insekten, die Feigenwespen, die Ameisen der Cecropien beschäftigten ihn auf das lebhafteste, und was er hierüber schrieb, hätte man doppelt drucken müssen. Bald entschied ich mich dafür, alle Arbeiten in der durch die Zeit der Veröffentlichung gegebenen Reihenfolge zu ordnen, dies um so mehr, weil dabei das Lebenswerk des großen Naturforschers auf das getreueste zum Spiegelbilde seiner Lebensgeschichte wird. Im Anfange des brasilianischen Aufenthaltes war seine Arbeit ganz der Meeresfauna gewidmet; später, als er seinen Wohnsitz mehr ins Innere des Landes verlegte, stehen die Blütenbiologie, Bef ruchtun gs versuche, Vererbungs- erscheinungen (Abutilon) im Mittelpunkte seiner nie ruhenden Tätigkeit. Viele Jahre wurden dann der Beobachtung der Insekten, zuerst der Termiten, dann der stachellosen Honigbienen gewidmet; gegen Ende der 70er Jahre folgen die überraschenden Entdeckungen über Duftorgane der Schmetterlinge. Diese wurden abgelöst von den unendlich mühsamen, aber höchst erfolgreichen Studien über die Phryganiden, von denen die über Steingeröll zu Tale springenden Urwald- bäche Blumenaus ein ungeahnt reiches Beobachtungsmaterial lieferten. In die 80er Jahre fallen die Beobachtungen von Feigeninsekten. Dann aber wendet sich Fritz Müller im Alter wieder der „scientia amabilis" zu. Die Fülle der Bromelien hatte seine Aufmerksamkeit erregt, mit Hilfe seiner scharfäugigen, klettergewandten Enkel sammelte er aus den Baumkronen die vielgestaltigen Formen, die ihn während seiner letzten Lebensjahre vollauf beschäftigten. Das Bild seines Lebens, welches durch die Reihenfolge seiner Arbeiten dar- gestellt wird, sollte nicht zerstört werden. Daß die Arbeiten so, wie sie geschrieben waren, zum Teil also englisch, französisch und portugiesisch wiedergegciben werden mußten, konnte nicht zweifel- haft sein. Um sie aber der Wissenschaft wirklich nutzbar zu machen, erschien Vorwort. VII eine Uebersetzung zum mindesten der portuiriesischen Arbeiten erwünscht. Die Abhandlung über die Gehäuse der Trichopterenlarven (S. 694 ff.) hatte schon Hermann Müller, der Bruder, im Jahre 1880 für die Zeitschrift für wissen- schaftliche Zoologie übersetzt; hier wurde der deutsche Text neben den portu- giesischen gesetzt. Dil diese Anordnung dem Zwecke am besten zu dienen schien, wurde sie auch für die späteren umfangreichen Abhandlungen aus den Archivos do Museu Nacional gewählt. Inzwischen waren nun schon mehrere portugiesische Abhandlungen, ins- besondere diejenigen über die Duftorgane der Schmetterlinge, ganzseitig gedruckt. Ihre deutschen Uebersetzungen wurden daher in einem Anhange angefügt. Bei der Uebersetzung hat Herr E. Ule, zurzeit in Berlin, in bereitwilligster Weise seine Hilfe geliehen, wofür ich hier den herzlichsten Dank ausspreche. Indessen sind seine Uebersetzungen von mir so stark überarbeitet worden, daß ich für die neu gewählte Fassung und etwaige Irrtümer ebenso wie für die von mir allein übersetzten Arbeiten (Nachtrag zum Inhaltsverzeichnis a — f) auch allein die Verantwortung tragen muß. Offensichtliche Druckfehler habe ich überall ohne weitere Bemerkung be- richtigt. In vielen zweifelhaften Fällen durfte ich mich mit Rückfragen an Herrn Prof. Dr. G. W. Müller in Greifswald, an Herrn Prof. Dr. G. Lindau in Berlin und auch an meinen hiesigen Kollegen Herrn Prof. Dr. Wolff wenden, denen ich für ihre jederzeit bereitwillig geleistete Hilfe zu Dank verpflichtet bin. — Daß trotz aller aufgewendeten Mühe Druckfehler dennoch durchgeschlüpft sind, bitte ich mit der Schwierigkeit der Aufgabe für einen durch Amtspflichten gebundenen Flerausgebcr zu entschuldigen. Fritz Müllers gesammelte Schriften sind zum weitaus größten Teile Tat- sachensammlungen. So feinsinnig und anziehend seine Betrachtungen über die Tatsachen und ihre Verknüpfung auch sind, so wenig sie fehlen, da wo man sie zu erwarten berechtigt ist, der ihnen gewidmete Raum ist verschwindend gering gegenüber dem durch die meisterhafte Darstellung der Tatsachen selbst in An- spruch genommenen. Die Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit der Beobachtung aber, die Schärfe der Prüfung des Beobachteten, das staunenswerte Gedächtnis, welches die Vorstellung des Beobachters mit greifbar deutlichen Vergleichsbildern füllte, der Reichtum seiner Vorstellungsgabe, die durchaus eigenartige Versuchs- anstellung und die Unermüdlichkeit in deren Verfolgung, das sind die großen Eigenschaften, die PYitz Müller zum „Fürsten der Beobachter" werden ließen. Deshalb können seine Arbeiten nie veralten, und dadurch rechtfertigt sich ihre Sammlung und Herausgabe. Eberswalde, im Mai 1915. Dr. Alfred Möller. I nhalts - Verzeichniss. Ueber Hirudo tessulata und margi- nata O. F. Müller, i Textfig. De Hirudinibus circa Berolinum huc- usque observatis Clepsine costata, neue Art. 2 Textfigg. Ueber Gammarus ambulans, neue Art. 3 Textfigg. Ueber die Geschlechtstheile von Clepsine und Nephelis. Taf. I Bemerkungen in Betreff des Geschlechts- verhältnisses bei den Hirudineen 13 14 17 18 Zur Kenntniss des Furchungsprocesses im Schneckenei. Taf. II Orchestia Euchore und Gryphus, neue Arten aus der Ostsee, Taf. III, und Bemerkungen zu Zaddachs Synopseos Crustaceorum Borussicorum prodro mus Ueber die Begattung der Clepsine com- planata Sav. Tanais Rhynchites und balticus, neue] Arten aus der Ostsee. Taf. IV i —4 Eine Beobachtung über die Beziehung der Gattungen Caligus und Chalimus. Taf. IV 5—6 Beiträge zur Kenntniss der Landplana- rien Lumbricus corethrurus, Bürstenschvvanz Einiges über die Annelidenfauna der Insel Sa. Catharina an der brasi- lianischen Küste. Taf. V, VI. Die Magenfäden der Quallen Archiv für Naturgesch. 1844 I Ebenda 1846 I Ebenda 1846 I Müllers Archiv für Ana- tomie 1846 Steenstrup, Untersuch, üb. das Vorkommen des Hermaphroditismus in der Natur, aus d. Däni sehen übersetzt von C. Hornschuch , Greifs- wald 1846 Archiv für Naturgesch 1848 I Ebenda 1848 I Ebenda i< Zeitung f. Zoologie, Zoo- tomie u. Paläozoologie V. d'Alton 1849 I Archiv für Naturgesch 1852 I Ebenda 1852 I Abhandl. d. Naturforsch Ges. in Halle 1856 Bd. 4 Archiv für Naturgesch. 1857 I Ebenda 1858 I Dissertation Berlin 1844 Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie 1858 IX Abhandl. d. Naturforsch. - Ges. in Halle 1859 V Zwei neue Quallen von Santa Catha-i rina, Tamoya haplonema und quadru-1 mana. Taf. VII, VIII, IX Polypen und Quallen von Santa Catha- rina. Die Formwandlungen der Li- riope catharinensis n. sp. Taf. X, XI Polypen und Quallen von Santa Catha-sEbenda 1860 I rina. Philomedusa Vogtii n. sp.i 1 Textfig. I Archiv für Naturgesch, 1859 I Für sich gedruckt bei H. W. Schmidt Halle 1857; s. auch Ann. and Mag. of Nat. History 1857 XX p. I — 12. s. auch Ann. and Mag. of Nat. His- tory 1857 XX p. 13—15 s. auch Ann. and Mag. of Nat. His- tory 1859 p. 446—447 Für sich gedruckt bei H. W. Schmidt Halle 1859 s. Ann. and Mag. of Nat. History 1860 p. 432—436 I 6 23 26 30 36 40 44 50 52 56 59 61 75 76 83 85 93 Inhalts- Verzeichniss. IX Beschreibung einer Brachiopodenlarve. Taf. XII Das Kolonialneivensystem der Moos- thiere nachgewiesen an Serialaria Coutinhii n. sp. Taf. XIII -XIV Cunina Köllikeri n. sp. Taf. XV Die Brachiopodenlarve von Santa Ca- tharina. 2. Beitrag Ueber die systematische Stellung der Charybdeiden Polypen und Quallen von Santa Catha- rina. Olindias sambaquiensis n. sp. Taf. XVI Ueber die angebliche Bilateralsym- metrie der Rippenquallen Die Rhizocephalen, eine neue Gruppe schmarotzender Kruster. Taf. XVII Entoniscus Porcellanae, eine neue Schmarotzer-Assel. Taf. XVIII Die Verwandlung der Porcellanen. Taf. XIX Bruchstück zur Entwicklungsgeschichte der Maulfüsser. Taf. XX Ein zweites Bruchstück aus der Ent- wicklungsgeschichte der Maulfüsser. Taf. XXI Die Verwandlung der Garneelen. Erster Beitrag. Taf. XXII Die zweite Entwicklungsstufe dei Wurzelkrebse (Rhizocephalen). Taf. XXIII Ueber die Ursache der Strömungen in der Leibeshöhle der Sertularinen Ueber eigenthümliche Gebilde in der Samenflüssigkeit von Janthina. Taf. XXIV Observations sur la Respiration des Ocypodiens Ueber den Bau der Scheerenasseln (Asellotes heteropodes M. Edw.) Ein Wort über die Gattung Herklotsia J. E. Gray u. Nachtrag dazu Für Darwin. Leipzig bei Engelmann 1864. 67 Textfigg. Reichert u. Dubois-Rey- mond Arch. f. Anatom, u. Physiol. 1860 Archiv für Naturgesch, 1860 I Ebenda 1861 I Ebenda 1861 I Ebenda 1861 I Ebenda 1861 I Ebenda 1861 I Ebenda 1862 I Ebenda 1862 I Ebenda 1862 I Ebenda 1862 I Ebenda 1863 I Ebenda 1863 I Ebenda 1863 I Ebenda 1863 I Ebenda 1863 I Ann. d. sc. nat. 1863 4 Ser. Zool. Tome 20 p. 272 Archiv für Naturgesch. 1864 I Ebenda 1864 I s. Ann. and Mag. of Nat. History 1860 p. 310 s. auch Anat. Journ. niicrosc. Sc. 1861 I p. 300 — 305; Ann. des sc. nat. 1862 IV Scr. Zool. Tome 18 p. 212; Arch. sc. phys. et nat Gencve 1862 p. 179 — 180; Fro- rieps Notiz. 1861 III p. 155 — 157; Arch. per la zool. 1' analomia e fisiolügia 1861 I p. loo — 10 1 s. Arch. sc. phys. et nat. Gcnöve 1862 p. 101 — 102. s. Ann. and Mag. of Nat. Hist. 1861 VIII p. 505—506 s. wie vor. 1862 X p. 6 — 12 s. wie vor. 1862 p. 475—479 und Arch. sc. phys. et nat. Geneve 1862 p. 376 — 378 s. Ann. and Mag of Nat. Hist. 1862 p. 475 — 479 S.Ann, and Mag. of Nat. Ilist. 1862 p. 44—50 s. wie vor. 1862 p. 87 — 93 u. Arch sc. nat. et phys. Gencve 1863 P. 351--352 s. Ann. and Mag. of Nat. History 1863 p. 47-50 s. wie vor. 1863 p. 13 — 19 u. Arch. sc. phys. et nat. Gtneve 1863 p. 196—197 Ann. and Mag. of Nat. History 1864 XIV p. 104— 115 s. Ann. and Mag. of Nat. Hist. 1864 XIV p. 430—433; Quart. Journ. microscop. Sc. N. Ser. Vol. 5 1865 p. 55 Englische Uebersetzung von Dallas, London bei Murr.iy i8h9; fran zösischcUei)ersetzung von Dcbray Bull, scicnt. DCp. du Nord 1883 Auszüge: Arch. sc. phys. et nat, Geneve 1865 p. 154—163; Bibl Univ. 1865 Bull, scient. p. 154 ff.; Ann. and Mag. of Nat. History 1865 XV p. 410—416 116 «-3 126 132 137 141 147 «53 '57 163 167 177 «83 «85 18K 190 «94 200 X Inhalts- V erzeich ni SS. d Titel Aus Bemerkungen 'S 39 Description of a new Genus of Ani- phipod Crustacea: Batea n. gen. Taf. XXV Ann. and Mag. of Nat. History 1865 XV p. 2-6—277 — 264 40 Ueber Cuniaceen Arch. f.Naturgesch 1865 I — 266 41 Uebcr die Randbläschen der Hydroid- quallen. i Textfig. Schnitzes Arch. f. mikro- skop. Anatom. 1865 I — 274 42 Ueber Darwinella aurea, einen Schwamm mit sternförmigen Hornnadeln. Taf. XXVI Ebenda 278 43 Notes on some of the Climbing-PIants Journ. Linn. Soc. of Lon- s. Kosmos 1882/83 XII p. 321 — 285 near Desterro in South Brazil. Taf. don; Bot. 1865 329; Bot. Ztg. 1866 p. 57—60 XXVII u. 65—69 44 Ueber das Holz einiger um Desterro Botan. Zeitung 1866 24. s. Journ. Linn. Soc. 1865 IX 289 wachsender Kletterpflanzen. Taf. Jahrg. P- 344—349 XXVIII 45 Ueber die Befruchtung der Martha (Posoqueria) fragrans nebst Nachwort von D. F, L. von Schlechtendal. Taf. XXIX Ebenda 299 46 Ueber Baianus armatus und einen Ba- Archiv für Naturgesch., s. Ann. and Mag. of Nat. History 307 stard dieser Art und des Baianus 1867 I 1868 p. 393—412 improvisus var. assimilis Darw. Taf. XXX, XXXI, XXXII 47 Notizen über die Geschlechtsverhält- nisse brasilianischer Pflanzen Botanische Zeitung 1868 Bd. 26 — 324 48 Befruchtungsversuche an Cipö alho (Bignonia) Ebenda — 327 49 Ueber Befruchtungserscheinungen bei Orchideen Ebenda — 330 50 Exkursionsberichte aus Südbrasilien Flora 1869 — 332 51 Ueber einige Befruchtungserschei- nungen Botanische Zeitung 1869 Bd. 27 — 349 52 Ueber eine dimorj^he Faramea Ebenda — 351 53 Umwandlung von Staubgefässen in Stem- pel bei Begonia. Uebergang von Zwitterbliithigkeit in Getrenntblüthig- keit bei Chamissoa. Triandrische Varietät eines monandrischen Epi- dendram. Taf. XXXIII Botanische Zeitung 1870 Bd. 28 355 54 On the Modification of the Stamens in a Species of Begonia. 5 Textfig. Journ. Linn. Soc. (Bot.) 1871 XI s. auch No. 53 358 55 Botanische Notizen Botanische Zeitung 1870 — 360 56 Die Bewegung des Blüthenstieles von Alisma Jen. Zeitschr. f. Natur- wissenschaft 1870 V — 363 57 Bemerkungen über Cypridina. Taf. XXXIV, XXXV Ebenda 1870 V — 367 58 Bruchstücke zur Naturgeschichte der Bopyriden. Taf. XXXVI, XXXVII Ebenda 1871 VI — 384 59 Ueber den Trimorphismus der Ponte- derien. 4 Textfigg. Ebenda 187 i VI — 400 60 Remarks on some white Ants Proc. Bost. Soc. of Nat. Hist. 187 1 — 404 61 Bestäubungsversuche an Abutilon-Arten I u. II. 1 2 Textfigg. Jen. Zeitschrift f. Natur- wissenschaft 1873 VII — 405 62 Beiträge zur Kenntniss der Termiten. Ebenda 1873 VII und s. Arch. phys. et nat. Geneve 1874 432 I, 11 mit Nachtrag, III und Anhang, 1875 IX p. 254 — 259; Ann. and Mag. IV. 14 Textfigg. Taf. XXXVIII of Nat. History 1874 p. 202—204 — XLIII und Nature 1875 XII p. 218 63 Larvae of Membracis serving as Milk- cattle to a Brazilian species of Honey- bees. 7 Textfigg. Nature 1873 VIII und 1874 X 481 64 Recent researches of Termites anc Honey-bees Nature 1874 IX s. American Naturalist 1874 VIII P- 554-556 486 65 The Habits of various Insects Ebenda 1874 X — 489 Inhalts-Verzeichniss. XI Stachellose brasilianische Honigbienen Poeys Beobachtungen über die Natur- geschichte der Honigbiene von Cuba. Melipona fiilvipes Gucr. Aus Brasilien (Meliponen) On Brazil Kitchen Middens, Habits of Ants etc. Einige Worte über Leptalis. 2 Textfigg. Aeglea Odebrcchtii nov. spec. Taf- XLI V Ueber das Haarkissen am Blattstiel der Imbauba (Cecropia), das Gemüsebeet der Imbaubaameisc. i Textfig. Aus Brasilien (Meliponen) Ueber Haarpinsel, Filzflecke und ähn- liche Gebilde auf den Flügeln männ- licher Schmetterlinge Aus einem Briefe Fritz Müllers aus Brasilien (Flora des Hochlandes) A correia^äo das flores versicolores e dos insectos pronubos As maculas sexuaes dos individuos masculinos das especies Danais Erip pus e D. Gilippus. Taf. XLV Os orgäos odoriferos das especies Epi calia Acontius, Linn. e de Myscelia Orsis, Drury. Taf. XLVI Os orgäos odoriferos nas pernas de certos Lepidopteros. Supplemente Taf. XLVH, XLVni Tischgenossenschaft zweier Raupen Der Minhocäo Nectar absondernde Drüsen, mit einer Erwiderung von Thomas Belt Ueber Blumen und Insekten. Brief mit Einleitung von Ch. Darwin Maracujäfalter Die Grannen von Aristida Beobachtungen an brasilianisch. Schmet terlingen I. i. Die Flügeladern der Schmetterlingspuppen. 2. Die Duft- schuppen der männlichen Maracujä- falter. 6 Textfigg. Fortsetzung des vorigen. H. 3. Die Duftschuppen der (^ von Dione Vanillae. 4. Kommt auch geschlecht liehe Auswahl von Seiten des (^ vor? 7 Textfigg. Fortsetzung des vorigen HI. 5. Acraea und die Maracujäfalter als Raupen, Puppen und Schmetterlinge. 4 Text figuren Der Zoolog. Garten 1875 Ebenda Eichstädter Bienenztg. 1875 Bd. 31 Nature XHI 1876 Jen. Zeitschr. 1876 Bd. 10 Ebenda Ebenda Eichstädter Bienenztg. 1877 Bd. 33 Jenaische Zeitschrift 1877 XI Flora 1877 Archiv, do ISIuseu nacio- nal do Rio de Janeiro 1877 II Ebenda 1877 II S. Revisla agticola do linp. Insliluto Fluminensc de Agricollura Rio de Janeiro 1888 XIX \). 76-84 s. Eichstädter Bienenzeilung 1876 Bd. 32 S. 91 — 94 s. American Naturalist 1876 p. 534 — S36 Ebenda Ebenda Der Zoologische Garten 1877 18. Jahrg. Ebenda Nature 1877 XVI Ebenda Stettiner Entomol. Ztg. 1877 38. Jahrg. Kosmos 1877 I Ebenda Ebenda 1877/78 II Ebenda s. George B. Longstaff, BuUerfly- Hunting in inany lands, London 1912 Deutsche Uebersetzung s.auf S. 1427 dieses Werkes ; englische Ueber- setzung bei Longstaff, Butterfly- Hunting London 1912 Deutsche Uebersetzung s. S. 1432 dieses Werkes; englische Ueber- setzung bei Longstaff, Butterfly- Himting, London 191 2 Deutsche Uebersetzung s. auf S. 1436 dieses Werkes; vgl. auch Kosmos 1878/79 IV S. 285-292; eng- lische Uebersetzung bei Longstaff wie vor. Deutsche Uebersetzung auf S. 1440 dieses Werkes; englische bei Longstaff wie vor. s. Nature XV p. 264; F'icld and Forest II 1876/77 p. 217—218 Uebersetzt von E. Krause (('anisl Sterne) in Ges. kleinere .Schriften, von Ch. Darwin p. 220 — 221 Uebersetzt ins Englische bei Long-: staff, Bultcrfly-Hunling in nianyj lands, London 19 12 Englische Uebersetzung bei Long- staff, Buttcrfly-IIunting wie oben Ebenda Ebenda 492 502 5"7 509 Sil 520 528 532 534 545 547 555 559 5«^7 568 572 57<' 579 I583 I 585 593 598 XII Inhalts- Verzeichniss . 6 Titel Aus Bemerkungen -^ 89 Der Rückschlag der Kreuzung weit abstehender Formen, i Textfig. Kosmos 1877/78 II — 605 90 Der sprachlose Urmensch und die Sprachlosigkeit der Kinder Ebenda — 608 91 Pflanzengattungen, an denen mir be- kannte Tagfalter-Raupen leben Stettin. Entomol. Ztg. 1878 39. Jahrg. — 611 91a Proboscis capable of sucking the Nectar of Angrecum sesquipedale. (Erst nachträglich aufgefundene und daher nicht an der richtigen Stelle einge- reihte Veröffentlichung. Der Herausg.) I Textfig. Nature 1873 VIII 612 92 Scent-fans of a Sphinx-moth. i Textfig. Proc. Ent. Soc. Lond. 1878 — 615 93 Notes on Brazilian Entomoiogy (Odours emitted by Butterflies and Moths) Trans. Entomol. Soc. Lon- don 1878 — 615 94 Os orgäos odoriferos da Antirrhaea Archiv, do Museu Nacio- Deutsche Uebersetzung auf S. 1448 625 Archaea Hübner. Taf. XLIX nal do Rio de Janeiro 1878 III dieses Werkes; englische Ueber- setzung bei Longstaff, Butterfly- Hunting in many lands, London 1912 Deutsche Uebersetzung auf S. 1454 95 A prega costal das Hesperideas. Taf. Ebenda 631 L— LI dieses Werkes ; englische wie vor. 96 Macrosilia cluentius Nature Vol. XVII 1878 — 639 97 Ueber die Naupliusbrut der Garneelen Zeitschr. f. Wissenschaft). Zoologie 1878 Bd. 30 s. Ann. and Mag of Nat. Hist. 1878 Vol. I p. 481 — 485, Vol. 2 p. 426 —427 Englische Uebersetzung bei Long- 640 98 Die Stinkkölbchen der weiblichen Ma- Ebenda 643 racujäfalter. Taf. LH staff, Butterfiy-Hunting, London 99 Ueber Numenia Acontius Zool. Anz. 1878 I. Jahrg. 191 2 646 100 Ueber Gerüche von Schmetterlingen Ebenda 647 lOI Ueber die Vortheile der Miniicry bei Schmetterlingen Ebenda — 648 102 Wo hat der Moschusduft der Schwärmer seinen Sitz? Kosmos 1878 III s. Entomol. Nachrichten 1878 4. Jahrg. p. 109 649 103 [n Blumen gefangene Schwärmer Ebenda — . 651 104 Blumen der Luft Ebenda — 653 105 Die Königinnen der Meliponen Ebenda — 654 106 Hesperiden-Blumen Brasiliens Ebenda 1878/79 IV — 658 107 On a remarkable case of mimicry of Eueides pavana with Acraea Thalia Trans. Entom. Soc. Lon- don 1879 Proc. II — 659 108 Epicalia Acontius. Ein ungleiches Ehe- paar. 6 Textfigg. Kosmos 1878/79 IV s. auch oben No. 78 660 109 Kritik über: Dr. Paul Kramer, Theorie und Erfahrung, Beiträge zur Be- urtheilung des Darwinismus, Halle, L. Nebert 1877 Ebenda 668 110 Phryganiden-Studien. 3 Textfigg. Ebenda s. Zool. Anz. 1879 p. 38, 180,283,405 676 III Ueber Phryganiden Zool. Anz. 1879 2. Jahrg. — 688 1 12 Sobre as casas construidas pelas larvas de Insectos trichopteros da Provincia de Santa Catharina. Supplemento. Taf. LUX, LIV, LV, LVI Archivos do Museu Na- cion. do Rio de Janeiro 1878 III • 694 '13 Ueber die von den Trichopterenlarvcn der Provinz Santa Catharina verfer- tigten Gehäuse. Nachtrag. Ueber- setzung des vorigen von Dr. Hermann Müller, Lippstadt Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie 1880 Bd. 35 s. Nature XXIII 1880 p. 192 l 694 114 Extracts from letters regarding Brazilian caddis-flies Proc. Entomol. Soc. Lon- don 1879 — 759 "5 On a trichopterous insect belonging to the family Leptoceridae with branchiae Ebenda — 762 116 Notes on the Cases of some South Brazilian Trichoptera Ebenda vgl. Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoo- Ic^ie 1880 p. 47—87 763 Inhalts- Verzeichniss. XIII "7 ii8 119 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 On a frog having eggs on its back. On the abortion of the hairs on the legs of certain caddis-flies (Phryganiden). 3 Textfigg. Bud- Variation in Bananas Schützende P^ärbung und die Farben- empfindung der Tiere Ituna und Thyridia, ein merkwürdiges Beispiel von Mimicry bei Schmetter- lingen. 4 Textfigg. Ein Käfer mit Schmetterlingsrüssel. 1 Textfig. Wasserthiere in Baumwipfeln, i Textfig. Descripcäo do Elpidium Bromcliarum. Taf. LVir On a curious insect from Brazil (Pal- tostoma torrentium) A metamorphose de um insecto diptero (Paltostoma torrentium) Primeira parte : Descripcäo do ex- terior da larva. Taf. LVIII Secunda parte: Anatomia da larva. Taf. LIX Terceira parte: Anatomia da larva. Taf. LX Quarta parte: Chrysalida e insecto perfeito. Taf. LXI Erklärung Die Putzfüsse der Kruster. 15 Textfigg. Palaemon Potiuna. Ein Beispiel ab- gekürzter Verwandlung. Berichtigung Aehnlichkeit von Blumen und Früchten I Textfig. Branch-cutting Beetles Paltostoma torrentium. Eine Mücke mit zweigestaltigen Weibchen. 1 1 Textfigg. Die Imbauba und ihre Beschützer (Az- teca instabilis). 8 Textfigg. Zur Kritik der Absonderungstheorie Haeckels biogenetisches Grundgesetz bei der Neubildung verlorener Glieder Farbenwechsel bei Krabben und Gar neelen Movements of Plants The movements of Leaves Atyoida Potimirim , eine schlämm fressende Süsswassergarneele. 20 Textfigg. Verirrte Blätter, i Textfig. Two Kinds of Stamens with different Funct. in the sameFlower. i Textfig. Leaves injured at Night by free Ra- diation Verwandlung und Verwandtschaft der Blepharoceriden Eine Beobachtung an Trigona mirim Eine Pflanze, welche bei Nacht die Himmelsgegenden anzeigt Nature 1879 Ebenda Kosmos 1879 V Ebenda Kosmos 1879/80 VI Ebenda Archivos do Museu Nac. do Rio de Janeiro 1879 Vol. 4 Trans. Entom. Soc. of London 1879 Proc. Archiv, do jMuscu Nac. do Rio de Janeiro 1879 IV Zoolog. Anz. 1881 IV Kosmos 1880 VII Zoolog. Anz. 1880 Jahrg. Kosmos 1880 VII Nature i Kosmos Ebenda io Vol. 22 ii VIII Kosmos 1880/81 VIII Ebenda Ebenda Nature i I Vol. 23 Ebenda Kosmos 1881 IX Ebenda Nature 1881 Vol. 24 Ebenda Zoolog. Anz. 1881 IV Kosmos 1881/82 X Ebenda Trans. Entom. Soc. 1879 Proc. of London s. Nature 1880 Vol. 22 Deutsche Uebcrsctzung auf S. 1463 dieses Werkes; siehe auch die Erklärung auf S. 831 Deutsche Uebcrsctzung auf .S. 1470 dieses Werkes ; vgl. auch No. 1 3 1 vgl. die portugiesische Abhandlung S. 1225 vgl. No. 125 S. 801 ; Entom. Monthly Mag. Vol. 17 p. 225 — 226; Naturhistoriker (Knauer) 3 Bd. 1880 No. 4 p. 30 Uebersetzt von Ernst Krause (Carus Sterne) in Ges. kleinere Schriften von Ch. Darwin p. 224—226 Uebersetzt wie vor. p. 222—224 vgl. die portugiesische Arbeit S. 1186; Journ. R. microscop. Soc. Vol. 2 p. 42, 43 Uebersetzt von Ernst Krause ((."arus Sterne) in Ges. kleinere Schriften von Ch. Darwin p. 227 776 777 779 788 791 793 800 801 801 809 815 823 831 833 837 842 843 844 850 857 858 860 862 8Ü4 866 874 876 877 878 881 884 xw Inhal ts-Verzeicliniss. 6 Titel Aus Bemerkungen -5 HS Bemerkenswerte Fälle erworbener Aehn- Kosmos 1881/82 X — 1 887 lichkeit bei Schmetterlingen (Taf. LXII) nebst einem Nachtrag: Ange- Ebenda 1883 XHI s. Trans. Entom. Soc. Proc. 1888 899 bissene Flügel von Acraea Thalia. p. XXIII I Textfig. 146 Bemerkungen zu: Hildebrand, Die Lebensdauer und Vegetationsweise der Pflanzen, ihre Ursachen und ihre Entwicklung Englers Botan. Jahrbuch 1882 n 904 147 Crotalaria cajanaefolia Kosmos 1882 XI — 908 148 Eine Beobachtung an Bauhinia brasi- liensis. 2 Textfigg. Ebenda — 909 149 Bericht über: Graf zu Solms-Laubach, Die Herkunft, Domestication und Verbreitung des gewöhnlichen Fei- genbaumes (Ficus Carica L.) Ebenda 912 150 Caprificus und Feigenbaum Ebenda s. Bot. Ztg. XI 1882 p. 912—914; Bot. Centrbl.XI 1882 p. 384— 386 922 151 Die gefügelose organische Substanz der Termiten-Nester Ebenda 1882/83 XII — 927 152 Corbula intermedia Ebenda 928 153 Ein Schmetterling, der einen Kolibri nachahmt, i Textfig. Ebenda — 931 154 Bericht und Bemerkungen über: Dr. Paul Mayer, Zur Naturgeschichte der Feigeninsekten Ebenda s. Botan. Centralbl. 1883 XIV p. 13 — M 934 155 Zweigklimmer. Taf. LXHI Ebenda s. Botan. Centralbl. 1883 XIV p. 72 — 73; ferner No. 43 und 44 dieses Verzeichnisses 939 156 Die Farben der Puppen von Papilio Polydamas Ebenda Trans. Entom. Soc. Proc. 1883 p. XXIII, XXIV 948 157 Wie die Raupe von Eunomia Eagrus ihre Haare verwendet. i Textfig. Ebenda Trans. Entom. Soc. Proc. 1883 p. XXIV, XXV 949 158 Animal Inteiligence Naturc 1882/83 XXVII Uebersetzung in Kosmos 1882/83 XII p. 460 — 462 950 159 Two Kinds of Stamens wilh Different Functions in the same Flower. 2 Textfigg. Ebenda vgl. No. 140 und 162 dieses Ver- zeichnisses 951 160 Bericht über: The colour and patterns of insects by Dr. H. A. Hagen Kosmos 1882/83 XII — 953 161 Die Blumen des Melonenbaumes, i Textfig. Kosmos 1883 XIII s. Bot. Centralbl. XV p. 102 — 103 957 162 Arbeitstheilung bei Staubgefässen von Pollenblumen. 10 Textfigg. Ebenda — 960 1^3 Einige Nachträge zu Hildebrands Buch: Die Verbreitungsmittel der Pflanzen nebst Berichtigung. Taf. LXIV Kosmos 1884 XIV s. Bot. Centralbl. 1884 XX p. 234 -237 979 164 Einige Eigenthümlichkeiten der Eich- hornia crassipes Kosmos 1883 XIII s. Bot. Centralbl. 1883 XVI p. 299 — 300; Biolog. Centralbl. 1886,87 VI p. 299; Trans. Linn. Soc. 1882 16 III 988 165 Biologische Beobachtungen an Blumen Ber. d. Deutsch. Bot Ges. s. Botan. Centralbl. 1883 XV p. 992 Südbrasiliens, i Textfig. 1883 I 164—166 166 Eine Aufgabe für Lepidopterologen Berl. Entomol. Zeitschr. 1883 XXVII — 997 167 Drymonema an der Küste Brasiliens Zool. Anz. 1883 VI — 999 168 Der Anhang am Hinterleibe der Acraea- Weibchen Ebenda — lOOI 169 Christian Conrad Sprengel Nature 1883/84 XXIX und 1884 XXX — 1002 170 Anfrage Chr. K. Sprengel betreffend Kosmos 1884 XIV — 1004 171 Butterflies as Botanists Nature 1884 XXX Entom. Nachrichten 1884 p. 190 1005 172 On the larvae and pupae of some Nymphalinae und Heliconinae Proc. Entom. Soc. Lon- don 1884 — 1006 Inhalts- Verzeichniss. XV 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 Titel Die Verzweigung von Stromanthe Tonckat. i Textfig. Jugendgeschiclite der Wurzelkrebse, (Eine Besprechung.) Die Zwiegestalt der Männchen der nordamerikanischen Flußkrebse. (Be rieht.) Wird Philodendron durch Schnecken bestäubt? Fühler mit Beisswerkzeugen bei Mücken' puppen. 4 Textfigg. Die Blütenpaare der Marantaceen 5 Textfigg. Eine zweizählige Blume von He- dychium. i Textfig. Endständige Zingiberaceenblüten. Textfig. Das Ende des Blütenstandes und die Endblume von Hedychium. Taf, LXV u. LXVI Wie entsteht die Gliederung der In- sektenfühier? Die Zwitterbildung im Tierreiche Einige Nachträge zu Hildebrands Buch : Die Verbreitungsmittel der Pflanzen. 4 Textfigg. Wurzeln als Stellvertreter der Blätter. I Textfig. Biologische Beobachtungen an brasi- lianischen Orchideen Notes on Fig-Insects Neue Beobachtungen über Feigen- wespen Feigenwespen. Bericht über: Gustav Mayr, Feigeninsekten Critogaster und Trichaulus Bericht über : Die Geschlechterdifferen- zierung bei den Feigenbäumen von Graf zu Solms-Laubach Zur Kenntnis der Feigenwespen Zur Kenntnis der Feigenwespen Besprechung von „Biooks, The law of Heredity ' Knospenlage der Blumen von Feijoa. I Textfig. Feijoa, ein Baum, der Vögeln seine Blumenblätter als Lockspeise bietet. I Textfig. Ein Züchtungsversuch an Mais Einige neue Beispiele langer Lebens- fähigkeit von Samen und Rhizomen Die Nymphen der Termiten Ueber die Gattung Chimarrha Die Larve von Chimarrha. i Textfig. Eine deutsche Lagenopsyche. 1 Textfig. Nebenspreiten an Blättern einer Be- gonia. I Textfig. Schiefe Symmetrie bei Zingiberaceen- blumen. 3 Textfigg. Aus Bemerkungen Ber. d. Deutsch. Bot. Ges 1884 Kosmos 1884 XIV Ebenda Kosmos 1884 XV Ebenda Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1885 III Ebenda Ebenda Kosmos 1885 XVI Kosmos 1885 XVII Ebenda Ebenda Ebenda Verhandl. d. Bot. Ver. d. Prov. Brandenburg 1886 XXVIII Trans. Entom. Soc. Lon don 1886 Biol. Centralbl. 1886 VI Kosmos 1886 XVIII Kosmos 1886 XIX Kosmos 1886 XVIII Entom. Nachr. 1886 XII Ebenda 1887 XIII Kosmos 1886 XVIII Ber. d. Deutsch, bot. Ges. 1886 IV Kosmos 1886 XVIII Kosmos 1886 XIX Biol. Centralbl. 1886/87 VI Entom. Nachr. 1887 XIII Ebenda Ebenda Ebenda Ber. d. Deutsch, bot. Ges. s 1887 V Ebenda s. Bot. Centralbl. 1885 XXIII p. 19 vgl. No. 163 u. Bot. Centralbl. 1886 XXV p. 202—203 s. Bot. Centralbl. 1886 XXV p. 202; Biol. Centralbl. V 1885/86 p. 765 Die Seite 1067 ist irrtümlich als 1167 bezeichnet s. Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1886 Heft 1 1 s. Bot. Centralbl. 1886 XXVII p. 189 — 192; Biolog. Centralbl. 1885/86 V p. 745—746 s. Bot. Centralbl. 1886 XXVIII p. 228; Biolog. Centralbl. VI 1886 p. 483 CA) , Bot. Centralbl. 1887 XXX P- 43—44 Bot. Centralbl. 1886 XXVI p. 218 — 219; Biolog. Centralbl. 1886 VT p. 191 — 192 Bot. Centralbl. P- 364—365 1887 XXXII 1008 1012 1016 1018 1020 1022 1025 1027 1030 1043 1046 1059 1065 1066 1068 1070 1077 1079 1081 1086 1089 1095 1098 1103 1108 IIIO 1112 1114 1 116 1119 II 22 XVI Inhal ts-Verzeichniss. 205 206 20 208 209 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 223 224 225 Keimung der Bicuiba. Taf. LVII Die Eier der Haarflügler Larven von Mücken und Haarflüglern mit zweierlei abwechselnd thätigen Athemwerkzeugen. 3 Textfigg. Zweiniännige Zingiberaceenblumen. 2 Textfig. Ueber ein abweichendes Verhalten einer in Europa gezogenen Urena lobata bezüglich der Ausbildung der Ameisen-Nektarien Neue Beobachtungen über das absatz- weise Blühen von Marica. Abweichend gebildete Blumen von Marica. 4 Textfigg. Beobachtungen an Hypoxis decumbens. 7 Textfigg. Abändening des Blüthenbaues von Hedychium coronarium in Folge un- genügender Ernährung. Taf. XLVIII Freie Gefässbündel in den Halmen von Olyra. 13 Textfigg. Zur Verbreitung der Pflanzen durch die Excremente der Thiere Weitere Beobachtungen über das Variieren der Blüthenzahl bei Hyp- oxis decumbens. 2 Textfigg. Fnicht in Fnicht von Carica Papaya. I Textfig. Kreuzung von Hedychium Clepsine verrucata. Eine Berichtigung Die Begattung der Clepsinen Verzeichniss der in der Umgegend von Blumenau und Desterro beobachteten (60 verschiedenen Familien ange- hörenden) Bäume und Sträucher Trichodactylus, siri de agua doce sem metamorphose. Taf. LXIX u. LXX Trichodactylus, eine Süsswasserkrabbe ohne Verwandlung. Uebersetzung des vorigen. O camarfio miudo do Itajahy, Atyoida Potimirim. Taf. LXXI u. LXXH Die kleine Gameele vom Itajahy, Atyoida Potimirim. Uebersetzung des vorigen O camarfio preto, Palaemon Potiuna. I. Des9ripcrio do animal adulto. Die schwarze Gameele, Palaemon Potiuna. Taf. LXXIII I. Beschreibung des erwachsenen Tieres. Uebersetzung des vorigen. II. A metamorphose dos filhos II. Die Verwandlung der Jungen. Taf. LXXIV und LXXV Descrip^äo da Janira exul, Crustaceo Isopode do Estado de Santa Catha- rina. Taf. LXX VI Beschreibung der Janira exul, einer Assel aus Santa Catharina Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1887 V Entom. Nachr. 1888 XIV Ebenda Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1888 VI Biol. Centralbl. 1888/89 VIII Ebenda Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1889 VII Flora 1889 Ebenda Ebenda Monatl. Mitteil. d. Natur- wissensch. Ver. Frank- furt a. O. 1889/90 VII Schriften d. Naturf. Ges. in Danzig 1890 Flora 1890 Abh. d. Naturw. Ver. Bremen 1890 Zoolog. Jahrb. 1890 V Zoolog. Jahrb. Abt. f. System. 1891 VI Grunert, Forstl. Blätter i8qi Arch. do Museu Nac. do Rio de Jan. 1892 VIII Ebenda Ebenda Ebenda s. Monatl. Mitteil, des Naturwiss. Ver. Frankfurt a. O. VII 1889/90 p. 39-40 s. No. 165 dieses Verzeichnisses s. Bot. Centralbl. 1890 XLII p. 8; s. Bot. Centralbl. 1892 LI p. 243 vgl. No. 138 dieses Verzeichnisses vgl. No. 128 dieses Verzeichnisses II 24 128 130 134 139 141 '43 147 149 154 160 161 163 165 166 167 168 171 171 186 186 225 225 246 246 270 270 Inlialts-Verzeichniss. xvn Titel Aus 226 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 Die Banibusraite , Dactylomys am- blyonyx Bemerkungen über brasilianische Bro- meliaceen. 2 Textfigg. Die Tillandsia augusta der Flora flu- minensis. I Textfig. Geradläufige Samenanlagen bei Hohen- bergia. Taf. LXXVII Aechmea Heningsiana und Billbergia Schiniperiana Wittm. Die Bromeliaceen von Blumenau Mischlinge von Ruellia formosa und silvaccola Ueber Unfruchtbarkeit bei Bestäubung mit eigenem Pollen Ueber epiphytische Gewächse Zum Diagramm der Zingiberaceen Blüte. 5 Textfigg. Contribution towards the history of a new form of larvae of Psychodidae (Diptera), from Brazil. Taf. LXX VIII u. LXXIX Die Untergattung Nidulariopsis Mez. Taf. LXXX Die Keimung einiger Bromeliaceen. Taf. LXXXI Orchideen von unsicherer Stellung Taf. LXXXII Billbergia distacaia Mez. i Textfig. Das Ende der Blütenstandsachsen von Eunidularium Blumenblätter und Staubfäden von Canistrum superbum. i Textfig. Die Bromelia silvestris der Flora flu- minensis. Taf. LXXXIII Einige Bemerkungen über Bromeliaceen I— XIII. Taf.LXXXIVu. LXXXV und 3 Textfigg. Ein Fall von Naturauslese bei imge schlechtlicher Fortpflanzung Ein Versuch mit Doppelbestäubung Mischlinge von Ruellia formosa und silvaccola Observa9oes sobre a fauna marinha da Costa de Santa Catharina mit Ueber- setzung: Beobachtungen über die Meeresfauna der Küste von Santa Catharina Bemerkungen Der Züol. Garten 1892 Englers Jahrb. f. System. Pflanzengeschichte und Pf lanzengeograph. 1 892 XV Ber. d. Deutsch, bot. Ges. 1892 X Ebenda 1893 XI Ebenda Gartenflora 1893 Abhandl. d. Naturw. Ver. Bremen 1893 Ebenda Ebenda Flora 1895 Trans. Entom. Soc. Lon- don 1895 Ber. d. Deutsch. Bot. Ges. 1895 XIII Ebenda Ebenda Ebenda Ebenda Ebenda Ebenda 1896 XIV Flora 1896 u. 1897 Flora 1897 Bd 84. Er- gänzungsband Flora 1897 Bd 83. Jenaische Zeitschr. 1898 XXXI Revista Museu Paulista 1899 III s. auch No. 231 s. Bot. Centralbl. 1893 LV p. 160 s. auch No. 227 vgl. No. 142 und 207 zeichnisses dieses Ver- s. auch No. 232 1292 1293 1297 1301 '304 1306 1314 1322 1324 1325 J327 1330 1339 1345 1355 »357 1364 1365 1373 1400 1403 1413 XVIII Inhal ts-Verzeichniss. N achtrag". Uebersetzung , portugiesischer Arbeiten Fritz Müllers. 13 Titel Aus Bemerkungen 0) 'S IT) a Die Beziehungen farbenwechselnder Arch. do Museu Nac. Uebersetzung von No. 76 dieses 1427 Blumen zu den befruchtenden In- do Rio de Janeiro 1877 Verzeichnisses sekten Vol. II b Die Geschlechtsflecken bei den Männ- chen der Arten Danais Erippus und D. Gilippus. Taf. XLV Ebenda dgl. von No. 77 1432 c Ueber die Duftorgane von Epicalia Acontius Linn. und Mj^scelia Orsis Dniry. Taf. XLVI Ebenda dgl. von No. 78 1436 d Die Duftorgane an den Beinen gewisser Schmetterlinge, und Nachtrag. Taf. XLVII u. XLVIII Ebenda dgl. von No. 79 1440 e Die Duftorgane von Antirrhaea Archaea Hübner. Taf. XLIX Ebenda 1878 Vol. III dgl. von No. 94 1448 f Die Schulterfalte der Hesperiden. Taf. L u. LI. Ebenda dgl. von No. 95 1454 g Beschreibung von Elpidium Brome- liarum. Taf. LVII Ebenda 1879 Vol. IV dgl. von No. 123 1463 h Die Verwandlung eines Zweiflüglers (Paltostoma torrentium) Ebenda dgl. von No. 125 1470 Erster Teil : Beschreibung des Aeusse- — 1470 ren der Larve. Taf. LVIII Zweiter Teil: Anatomie der Larve. — 1479 Taf. LIX Dritter Teil: Anatomie der Larve. — i486 Taf. LX Vierter Teil: Puppe und vollkom- — 1495 menes Insekt. Taf. LXI Hierzu : Explanation of the female Nature 1881 XXIV — 1505 dimorphism of Paltostoma torren- tium by Hermann Müller Ueber HIrudo tessulata und marginata O. F. Müll.'). Mit I Textfigur. Seit man Linne's Genus Hirudo in kleinere Gattungen geteilt hat, finden sich O. F. MüUer's Hirudo tessulata und marginata ^) von den verschiedenen Schrift- stellern den verschiedensten dieser neugebildeten Gattungen zugerechnet. Hirudo tessulata wurde von Blainville^) zu Erpobdella (Nephelis Sav.), von Auduin ^) zu Clepsine gezählt, und von Moquin-Tandon ^) als Synonym zu seiner Piscicola tessellata gezogen. Ja ßlainville *') führte sie später gleichzeitig unter Ichthyobdella (Piscicola Lam.) und als Varietät von Erpobdella (Nephelis) vulgaris auf. Hirudo marginata stellten Blainville und Audouin früher zu Clepsine ''), nach dem aber Carena sie als Hir. cephalota beschrieben^) und als wahrscheinlich zu zu Haemocharis Sav. (Piscicola Lam.) gehörig bezeichnet, und nachdem Moquin- Tandon ^) die Benennung in Piscicola marginata geändert, traten auch sie dieser letzteren Ansicht bei^°). Schon eine genauere Vergleichung der von O. F. Müller und Braun *^) ge- gebenen Beschreibungen beweist, dass beide Arten nur zu der Gattung Clepsine gehören können. Kein anderer der bekannten Blutegel trägt seine Jungen unterm Bauche mit sich, wie es Müller von H. tessulata, Braun von H. marginata (varie- gata Braun) beobachtet hat ; bei keinem andern Blutegel ist ein gefiederter Darm- kanal von aussen sichtbar. Dass H. tessulata von Blainville zu Nephelis gestellt worden ist, beruht le- diglich auf der Uebereinstimmung in der Zahl der Augen ; allein die acht Augen von H. tessulata stehen in zwei Längsreihen, eine Stellung, die gerade der Gattung i) Archiv für Naturgeschichte 1844. I. pg. 370—376. Taf. X, Fig. 14. 2) Histor. vermium Tom. I, pars II. pg. 45 u. 46. 3) Dictionn. des Sc. nat. Tom. 47 pg. 261. 4) Dict. classique d'hist. nat Tom. 4. pg. 208, Tom. 15. pg. 109. 5) Monogr. de la Fam. des Hirud. pg. 133. 6) Dict. des Sc. nat. Tom. 57 pg. 558, 564. 7) Blainville, 1. c. Tom. 47. pg. 266. Audouin, 1. c. Tom. 4. pg. 208. 8) Mem. dell. Accad. di Torino, Vol. XXV. pg. 298, 316; Vol. XXVIII. pg. 336. 9) Monogr. pg. 132. 10) Blainville, 1. c. Tom. 57. pg. 558. Audouin, 1. c. Tom. 15 pg. no. 11) Braun, Systematische Beschreibung einiger Egelarten. Berlin, 1805. pg. 56, 61. Fritz Müllers gesammelte Schriften. ' 5 Hirudo tessulata und marginata. Clepsine eigenthümlich ist; die Augen von Nephelis bilden dagegen, wie die von Sanguisuga, Haemopis, etc. einen Halbkreis. Zu Piscicola hat man beide Arten stellen zu müssen geglaubt wogen der deutlichen Sonderung des Kopfes; allein selbst der Kopf, der hier aus mehreren Ringen zusammengesetzt ist, hat keine Aehnlichkeit mit dem aus einem einzigen Stücke bestehenden Mundsaugnapf von Piscicola geometra. Uebrigens ist Moquin-Tandon's Piscicola tessellata weder, wie er meint, die Hir. tessulata O. F. Müll., noch auch eine Piscicola, denn sie hat weder acht Augen, noch einen aus einem Stück bestehenden, sondern aus zahlreichen Ringen zu- sammengesetzten Kopf. Die Vergleichung der von Saint- Amans ^) gegebenen Beschreibung und Abbildung, die Moquin-Tandon nur excerpirt und copirt hat, hat es mir sehr wahrscheinlich gemacht, dass es nichts anderes ist, als H. marginata. Soviel ergiebt sich aus dem, was über beide Arten bei den verschiedenen Schriftstellern vorliegt; um jedoch ihre Stellung unter der Gattung Clepsine noch fester zu begründen, wiU ich noch einige ihrer für diese Gattung bezeichnendsten Eigenthümlichkeiten hervorheben. Beide Arten kommen nämlich um Berlin vor, und ich habe so Gelegenheit gehabt, sie sowohl lebend zu beobachten, als zu zergliedern. H. marginata findet sich gar nicht selten zwischen den Blättern der Wasserpflanzen (besonders Spargan ium und Stratiotes) in allen Seen, wie auch in den Gräben des Thiergartens ; H. tessulata, die seit O. F. Müller im erwachsenen Zustande nicht wieder beobachtet zu sein scheint (Braun sah nur ziemlich junge Individuen), fand ich nur selten in leeren Anodontenschaalen und an faulenden Aesten im Tegler See. Der Körper beider Arten ist bei erwachsenen Individuen verhältnissmässig kurz, breit und nach vorn stark verschmälert; bei jüngeren Exemplaren von H. marginata, und nach O. F. Müller auch von H, tessulata ist er schmaler, vorn und hinten ziemlich gleich breit. Er ist ungemein flach, wodurch die den Clepsinen eigenthümliche Fähigkeit, sich in eine Kugel einzurollen, bedingt wird. Die Zahl der Ringe ist gegen 60. Die Nervenknoten des Bauchstrangs, die sich in gleicher Anzahl, wie bei Nephelis und Piscicola finden, schicken jederseits einen einzigen Nervenfaden aus, der sich dann ohne bemerkbare Anschwellung verästelt ^). Die einzelnen Ganglien liegen um je drei Ringe voneinander entfernt, während bei Piscicola in jedem Ring, bei Nephelis, Sanguisuga, u. s. w. in jedem fünften Ring ein Ganglion liegt. Daher bei gleicher Anzahl von Ganglien bei Piscicola 20, bei Clepsine 60, bei Nephelis 100 Leibesringe gezählt werden. Ebenso wiederholen sich alle in der Mehrzahl vorhandenen Organe, wie Darmanhänge, Gefässklappen, Hoden- bläschen, von drei zu drei Ringen, wie sich denn auch in der Zeichnung äusserlich dieses Zahlen verhältniss geltend macht (Segmens ternes, Savigny). i) Hirudo oscillatoria Saint-Amans, M6m. de la Soc. Linneenne de Paris. Tom. III, pg, 193, Vol. VIII. (besonders Fig. 5, wo auch die Augen, obgleich vom Verf. als solche nicht erkannt, deutlich ge- zeichnet sind). 2) Auf diesen Bau des Nervensystems hat zuerst Audouin bei Clepsine complanata aufmerksam ge- macht; ich habe ihn bei allen von mir untersuchten Clepsinen gefunden. Bei Albione, wo auch jedes Ganglion nur ein Nervenpaar ausschickt, schwellen diese Nerven vor ihrer Teilung in ein sehr deutliches Ganglion an, nach Audouin (Dict. classique d'hist. nat. Tom. 15. pg. 115) und R. "Wagner (Isis 1834, pg. 131.) Hirudo tessulata und marginata. Der Verdauungs- Apparat der Clepsinen ist theils durch einen in dem dünnhäutigen Oesophagus gelegenen vorstreckbaren fleischigen Rüssel, theils dadurch ausgezeichnet, dass nicht nur der Magen, sondern auch der Darm mit seitlichen Blindsäcken versehen ist, was sich meines Wissens bei keinem anderen Blutegel findet. Diese grosse Verästelung des Nahrungskanals erreicht nun gerade ihr Maximum in H. tessulata und marginata. Der Magen hat bei beiden Arten 7 Paar seitlicher Anhänge, von denen das letzte sich zu beiden Seiten des Darms bis in die Gegend des Saugnapfs erstreckt, und an der äussern Seite 5 secun- däre Blindsäcke trägt. Bei H. tessulata sind alle diese Anhänge ungetheilt, bei H. marginata hat jeder der zwölf vordem Anhänge drei, jeder der zehn Nebenanhänge des letzten Paares zwei, oft mannigfach ausgebuchtete Zweige. Der zwischen den beiden letzten Magenanhängen gelegene Darm hat jederseits vier Blindsäcke, die nach den Seiten über die Magenanhänge hinweggehen ^). Ausser diesen Anhängen, die sie mit den übrigen einheimischen Arten der Gattung Clepsine gemein haben, besitzen H. tessulata und marginata noch ein besonderes System von Blind- säcken, nämlich vier Paar vor dem Magen gelegener An- hänge, von denen das vordere nach vorn, die mittleren seitlich, das hintere nach hinten gerichtet ist. Diese An- hänge sind selten mit Nahrungsstoff gefüllt und deutlich von aussen wahrnehmbar; wenn sie es sind, so zeigen sie meist eine von der des Magens verschiedene Färbung. Dass sie ein besonderes, dem eigentlichen Magen nicht zu- zuzählendes System bilden, scheint mir theils aus der oft verschiedenen Farbe ihres und des Mageninhalts, theils aus der von den Magenanhängen abweichenden Gestalt, theils aus der Richtung des vordersten und hintersten Paares wahrscheinlich; denn auch bei den Magen- und Darmanhängen der meisten Arten ist das vorderste Paar nach vorn, das hinterste nach hinten gerichtet. Vor diesen Anhängen beginnt der Rüssel , der bei den übrigen Arten sogleich vor dem Magen anfängt ; da- i) Filippi, der neuerdings die Clepsinen zum Gegenstand einer speciellen anatomischen Unter- suchung gemacht hat, betrachtet die beiden letzten langen Magenanhänge als Coeca, den zwischen ihnen liegenden Theil des Darmkanals als Rectum. (Lettera del Dott. F. de P'ilippi al Sign. Dott. M. Rusconi sopra l'anatomia e lo sviluppo delle Clepsine. Pavia 1839. p. 12). Ich glaube nicht, dass man diesem letzten Paare eine andere Bedeutung beilegen kann, als den übrigen Magenanhängen ; sein Inhalt ist stets dem der andern ganz gleich; selbst in der Form ist es bei einer der Clepsine complanata Sav. nahe stehenden, wahrscheinlich neuen Art kaum davon verschieden, indem es sehr kurz ist, und noch vor dem zweiten Paar der Darmanhänge endet. Der von Filippi als Rectum angesprochene Teil scheint mir gerade der Hauptsitz der Verdauung zu sein, während der Magen hauptsächlich als Reservoir des Nahrungsstoffs dienen mag. So sah ich den Mageninhalt bei einer H. marginata durch sechs Monate (Oktober bis April) unverändert dieselbe Farbe behalten; sobald er dagegen in den Darm getreten ist, wird seine Farbe ge- ändert. Auch sieht man ihn im Darme der fast farblosen Clepsine hyalina Moqu. Tand, durch eine deutliche peristaltische Bewegung umhergetrieben; ein sehr schönes Schauspiel, das mich oft Stunden lang gefesselt hat. , Nahrungskanal von Clepsine marginata. a Oesophagus; h Rüssel; c die 4 Paar vor dem Magen gelegener Anhänge ; d die 7 Paar Magenanhänge ; e die 4 Paar Darmanhänge; f Rectum. A Hirudo tessulata und marginata. durch wird er natürlich hier auf ein verhältnissmässig weit geringeres Volumen reducirt. Namentlich ist diess bei H. tessulata der Fall, wo er bei einem i Y2 Zoll langen Exemplar kaum länger als bei einer 4 Linien langen Clepsine hyalina war. Das Blut der H. tessulata und marginata ist, wie bei allen Clepsinen, farblos^); das von Nephelis und Piscicola bekanntlich roth. Die Geschlechtstheile, die ich bei der grossen H. tessulata genauer unter- suchen konnte, bieten zwar im Einzelnen manche Abweichungen von denen der Clepsine complanata, sind aber nach ganz demselben Typus gebaut. Dass H. tessulata und marginata, wie die übrigen Clepsinen, ihre Jungen unterm Bauche mit sich tragen, habe ich schon früher angeführt. Nach allem diesem scheint mir kein Zweifel über die S3^stematische Stellung beider Arten zu bleiben, denn die einzigen bedeutenderen Unterschiede von den andern einheimischen Clepsinen bestehen in der deutlichen Sonderung des Kopfes, dem verhältnissmässig grossen Saugnapf und der Anwesenheit der vor dem Magen gelegenen Anhänge des Nahrungskanals. Schliesslich mögen hier noch die Diagnosen beider Arten und ihre zahl- reichen Synonyme Platz finden; eine ausführlichere Beschreibung scheint mir durch die von O. F. Müller gegebene, an der nichts wesentliches zu ändern wäre, unnöthig gemacht. Clepsine tessulata. Corpus gelatinosum, mollissimum, dilatatum, cinereo-viride, dorso macularum flavescentium seriebus 2 — 6 notato, margine cinereo flavoque tessulato. Caput subdistinctum. Oculi 8, in series duas longitudinales antice convergentes dispositi. Long 18 — 20"', Lat. 4—5"'. Hirudo tessulata. O. F. Müll., Hist. verm. Tom. I, pars II, pg. 45. Hirudo tessulata, Der Spion. Braun, Syst. Beschreibung einiger Egelarten pg. 56. Tab. VI. Fig. 6 — 10. Hirudo (Erpobdella) tessellata. Blainville, Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 261. Erpobdella vulgaris var. tessulata. Id. Ibid. Tom. 57. pg. 564. Ichthyobdella tessellata. Id. Ibid. Tom. 57. pg. 558. Clepsine marginata. Corpus subcartilaginosum , dilatatum, fusco-viride , dorso macularum flave- scentium seriebus quatuor, linearum ejusdem coloris serie media notato, margine flavo-albofuscoque tessulato. Caput distinctissimum. Oculi 4, postici majores, magis inter se distantes. Long. 10'", Lat. 2 — 2 Y2'". i) Das Gefässsystem hat Filippi ganz übersehen; was er als Seitenstämme beschreibt, ist eine längs des Randes verlaufende Höhle ohne scharfe Conturen, welche sich, wenn das Thier stark zwischen zwei Glasplatten gedrückt wird, durch Zerreissung der Darmhaut mit dem Darminhalt füllt. Ich sah ein dünn- häutiges mit Klappen versehenes contractiles Rückengefäss, ein Bauchgefäss, und jederseits, doch bis jetzt noch nicht deutlich in ihrem ganzen Verlaufe, zwei Seitengefässe. Somit bedarf auch wohl Filippi's etwas abentheuerliche Ansicht (1. c. p. lo) von einem unmittelbaren Uebergang des Nahrungsstoffs aus dem Darmkanal in das Gefässsystem keiner besonderen Widerlegung. Die Contractionen des Rückengefässes lassen sich bei den kleinem durchsichtigen Arten und bei den Jungen der grossem unterm Mikroskop be- obachten; die Klappen öffnen sich, wenn der hinter ihnen, und schliessen sich, wenn der vor ihnen ge- legene Theil des Gefässes sich zusammenzieht. Hinido tessulata und marginata. e Hirudo marginata. O. F. Müll. Hist. vermium Tom. I, pars II, pg. 46. Hirudo variegata. Der gesellige Egel. Braun, Syst. Beschreib, einiger Egelarten, pg. 61. Tab. VII. Fig. 1—6. Hirudo cephalota. Carena, Mem. dell. Accad. di Torino. Vol. XXV. pg. 298, 316; Tab. XII, Fig. 19. Vol. XXVIII, pg. 336. Hirudo oscillatoria. Saint-Amans, Mem. de la Soc. Linn. de Paris. Tom. III, pg. 193, pl. VIII. Piscicola marginata. Moqu. Tand. Monogr. de la Fam. des Hirud. pg. 132. Tab. VII. Fig. 2. Piscicola tessellata. Id. Ibid. pg. 133. Tab. VII. Fig. 3. (excl. Synon. Hir. tessulata O. F. Müll.) Hirudo (Glossobdella) cephalota. Blainville, Dict. des Sc. nat. Tom. 47, pg. 266. Ichthyobdella marginata. Id. Ibid. Tom. 57, pg. 558. De Hirudinibus circa Berolinum hucusque observatis ^). „Caeterum, nullius in verba jurans, aliorum inventa consarcinare haud institui; quae ipse quaesivi, re- peri, repetitis vicibus diversoque tempore obser- vavi, propono." O. F. Mueller, Histor. vermium. Caput primum. § 1. Familiae diagnosis. Hirudinum 2) nomine vermes ann ulati designantur, setis et bran- chiis carentes, ore et ano praediti, pede disciformi^) carnoso fulcris cartilagineis destituto postice terminati. Quibus notis facile ab aliis omnibus vermibus distinguuntur. Discis enim suctoriis sie dictis praeter Hirudines nonnisi Entozoa Trematoda gaudent, genera- que dua incertae sedis, novissimis temporibus detecta, Gyrodactylus Nordm., et Myzostoma Leuck. (Cyclocirra J. Muell.) E quibus Trematoda ano carent, Gyro- dactylus discum radiis cartilagineis suffultum gerit, Myzostoma^) discis pluribus neque in extrema corporis parte positis, pedibusque praeterea parvis carnosis in- structum est. Quem locum in zoologiae systemate naturali Hirudinum familia obtineat, non satis inter auctores constat. Cuvier e. g. et Latreille cum Lumbricis, Naidibus, Gordiis in Abranchiorum Cuv. vel Enterobranchiorum Latr. ordine ponunt ^) ; cum Sipunculis in Apodum ordine Wiegmann "). Optime fortasse naturae convenientem haberes Burmeisteri '') sententiam, qui Hirudines cum Entozois Trematodibus et i) Dissertatio inauguralis zoologica quam consensu et auctoritate amplissimi philosophorum ordinis in alma literarura viniversitate Friderica Guilelma Berolinensi pro summis in philosophia honoribus rite capessendis die XIV. m. decembris A. MDCCCXLIV. h. 1. q. s. publice defendet auctor Fridericus Mueller Thuringus. Berolini, typis fratrum Schlesinger. 2) Annelides Hirudin^es Sav.; Entomozoaria Apoda Myzocephala Monocotylaria seu Bdellaria Blainv. (exclusis tarnen generibus Epibdella Bl., Nitzschia Baer, Axine Ok., Capsala Bosc, inter Entozoa Trema- toda potius referendis); Trematodes Ascocoeli Malacobdellei s. Hirudinei Burmeist. (hunc in familia circum- scribenda secutus sum). 3) seu, ut plerisque audit, disco suctorio; at talem non esse, Brandtius jam demonstravit. (Mediz. Zool. Bd. IL pg. 230.) 4) Cf. Lov6n, Wiegm. Archiv. 1842. Bd. I, pg. 306. Tab. VIII. 5) Cuvier, Rfegne animal, Tom. III; Latreille, familles nat. du regne animal. 1825. 6) Wiegmann, Handbuch der Zoologie. 7) Burmeister, Handbuch der Naturgesch. Bd. H. De Hinidinibus. ^ Planarieis (Turbellariis Dendrocoelis Ehrbg.) in eundem ordinem conjunxit, com- muni Trematodum nomine ab illo designatum. Planariis saltem Clepsinarum genus corporis forma depressa, proboscide qua nutrimentnm hauritur, intestino ad arboris instar in ramos diviso, sanguine decolorci aliisque notis haud absimile^). Sed structura interna diversissima; sanguinis circuitus e. g. in Hirudinibus omnibus vasorum contractione, in Trematodibus et Planariis motu vibratorio valvularam filiformium quae intra vasa existunt, efficitur ; nervorum systema in illis ad Articulatorum normam compositum, a qua et in Trematodibus, et, quantum innotuit^), in Planariis longe recedit, et quae alia. Ipse Savignyo potissimum et Milne-Edwards 3) adstipularer, qui ordinem vermium proprium hanc nostram familiam constituere arbitrantur. § 2. Forma externa. Hirudinum corpus plus minus elongatum, in aliis exacte cylindricum, in aliis subcylindricum, ventre piano, in aliis valde depressum, dilatatum; versus extremi- tatem utramque plus minus attenuatum; plerumque molle lubricum, in quibusdam duriusculum, cartilaginosum, in una e nostris specie mollissimum gelatinosum. Annulorum numerus secundum genera diversus, in codem vero animali constans, neque, ut in Lumbricis, aetate auctus. Caput et pedem versus annuli et angustiores et breviores fieri, ad latera corporis prominere solent, quo margo cre- natus vel dentatus apparet. Caput, i. e. maxime antica corporis pars oculos gerens, maxillas et annulum nerveum qui oesophagum cingit includens, modo distinctc a corpore separatum, modo prorsus cum eo confusum est; modo annulis pluribus compositum, m^do exannulatum. Contractione peculiari in disci formam redactum affigendo inservit. Oculis plerumque binis usque denis instructum est, in figuras varias in superiore ejus facie dispositis; raro oculis caret. Oculi non e simplicibus pigmenti acervulis constant, sed sphaeras referunt, quarum altera dimidia pars pellucida, altera pig- mento in pullis rubro, in adultis nigro vestita est. Quam oculorum structuram, a Brandtio jam in Sanguisuga observatam, ipse distinctissime in Aulastomate, Xcphe- lide, Clepsinis omnibus, minus distincte in Piscicola vidi. Os raro (in Branchiobdella) exacte terminale, plerumque subinferum, annulis primis incompletis ad labri instar prominentibus. In aliis inerme, in aliis maxillis tribus (superiore duabusque lateralibus) vel duabus (superiore et inferiore), in aliis denique proboscide exsertili tubulosa armatum. Postice corpus pedC^) disciformi carnoso, ex annulis pluribus confusis, uti ganglia docent, exorto terminatur, modo exacte terminali, h. e. in axem corporis 1) Magis adhuc ad Planarias et Trematoda accedere videtur Malacobdella grossa Blainv. (Hirudo grossa O. F. Muell. Zool. D. Prodr.) in Molluscorum quorundam marinorum pallio parasitica, atque Hirudinula illa, quam in Caligo curto Kröyer observavit. (cf. Isis, 1841 pg. 195.) 2) F. F. Schulze, De Planariarum vivendi rat. etc. pg. 39. 3) Savigy, Systeme des Annelides. — Milne-Edwards, in Lamarck, An. sans vertibres. Ed. II. 4) Pedis nomen servavi, quia usum organi optime exprimit; aptius fortasse cauda diceretur; sicuti enim in cauda Vertebratorum medulla dorsalis, ita hie medulla ventralis ultra anum prolongatur. Anuni supra caudam situm esse, multis mirum visum est; quod ad me, si infra inveniretur, aeque mirum mihi videretur, ac si in Vertebrato quodam rectum columnam vertebrarum perforans in dorso aperiretur. 8 De Hirudinibus. perpendiculari, modo oblique terminali, modo infero. Supra pedem in dorsi fine an US Situs est Capite et pede alternatim affixis, erucarum geometrarum more Hirudines progrediuntur. Quaedam corpore musculorum a dorso ad ventrem descendentium ope deplanato et ancipite reddito habilissime natare, aliae corpus in globum involvere valent. § 3, Partes internae. Tractus intestinalis duae praesertim in Hirudinibus observantur formae diversae, vario nutrimenti genere definitae. Nam omnes quidem e regno animali victum petunt, sed aliae (Nephelis, Aulastoma) partes solidas devorant, aliae (San- guisuga, Haemopis, Piscicola, Clepsine) succos tantum animalium exsugunt. Ulis Oesophagus longus carnosus inermis aut maxillis minutis armatus, plicis fortibus longitudinalibus instructus; ventriculus amplus tubum simplicem vix in quinto quovis annulo parum angustatum referens, appendicibus lateralibus aut prorsus destitutus aut ad extremitatem posticam duabus gracillimis donatus; in- testinum amplum, in parte anteriore plicis validis circularibus rugulosis munitum, in anum maximum abiens. His tractus intestinalis minus simplex. Oesophagus in Sanguisuga et Haemo- pide brevis musculosus maxillis tribus validis armatus, in Clepsine membranaceus proboscidem musculosam cylindricam basi in bulbum incrassatam includens. Ventri- culus appendicibus lateralibus coecis, quarum numerus in variis varius, instructus, atque in Sanguisuga et Haemopide sphincteribus in plures quasi divisus; appendi- cum par ultimum ceteris plerumque multo longius, juxta et sub intestino versus posteriora descendens. Intestinum angustum, in Sanguisuga, Haemopide, Piscicola exappendiculatum, in Clepsine appendicum lateralium paribus quatuor instructum. Rectum angustissimum in anum exiguum desinens. Digestio in iis, qui partibus solidis vescuntur, celerrime, in iis qui sanguinem sugunt, lentius fit, et minus quidem lente in iis qui Molluscorum, lentissime in iis qui Vertebratorum sanguinem. Aulastoma e. g. in una hebdomade Nephelides duodecim devorare vidi ; Clepsinae hyalinae, quae Planorbium succis nutritur, diebus quatuor usque octo, Clepsinae marginatae, quae Pisces et Batrachia aggreditur, mensibus sex et ultra ad coenam unicam digerendam opus esse observavi; imo Sanguisugae annorum plurium spatio egere dicuntur. Quod ad glandulas secernentes attinet cum canali alimentari conjunctas, hepar Hirudinibus omnibus esse videtur. In Sanguisuga, Aulastomate, Nephelide telam illam fuscam vel flavescentem spongiosam constituit, quae undique fere tractum intestinalem cingens totum paene inter illum et corporis parietes spatium occupat. In Branchiobdella coecula brevissima refert, globulos virescentes includentia quibus totus canalis alimentaris, oesophago et recto exceptis, circumdatur. In Clepsine tessulata supra ventriculi superficiem ductuli flavescentes observantur, quorum plures e centro communi radiorum instar progrediuntur; acidi nitrici pauxillo adjecto color eorum viridis evadit, quo ductulos hepaticos esse probatur. (xlandulas salivales Brandt in Sanguisugis observavit. Vasorum systema formas duas offert typice diversas; in aliis enim (San- guisuga, Aulastomate, Nephelide) circulatio horizontalis, in aliis (Branchiobdella, Piscicola, Clepsine) verticaUs. De Hirudinibus. q Ulis vasa dua lateralia, quae contrahendo sanguinem propellunt; vas ventrale gangliorum scriem cum mcdulla ventrali includens; vas dorsale in aliis satis magnum, in aliis (Nephelide) fortasse nulluni. Sanguis, in omnibus hisce ruber- rimus, in altero semper vase laterali prorsum, in altero retrorsum fluit. Directio vero fluendi pluries per horam mutatur, ita ut mox in vase dextro prorsum, in sinistro retrorsum, mox in dextro retrorsum, in sinistro prorsum fluat. Simul fluctuatio existit, qua sanguis ab altero ad altcrum latus per vascula transversa transit ^). His vas dorsale contractile, cordis munere fungens, in Piscicola et Clepsine valvulis instructum. Vas ventrale medullam ventralem non includens; hoc quoque in Branchiobdella et Piscicola contrahitur; num in Clepsine, nescio; valvulis etiam in Piscicola munitum. Vasa lateralia in Branchiobdella non hucusque reperta; in Piscicola dua valvulis destituta, non contractilia ; in Clepsine, uti videtur, plura exigua, rete singulare formantia, quorum tamen decursum completum plane per- spicere nondum valui. Sanguinem pallidiorem, rubescentcm, flavesccntem , vel omni colore destitutum, in Branchiobdella et Clepsine vase dorsali prorsum semper propelli vidi, in Piscicola quoque valvulae directionis mutationem vetare vidcntur ^). Respiratio, cujus Organa peculiaria desiderantur ^), in reti capillari cutaneo fieri videtur. Cui ut reccns semper aqua advehatur, singulari modo, secundum genera vario, corpus moveri solet. In aliis enim corpus solo pede (in Sanguisuga et affinibus), vel pede simul et capite (in Clepsine) fixum motu undulatorio sursum et deorsum flectitur ; in aliis (Piscicola, Branchiobdella) corpus pede fixum atque in lineam rectam extensum coni superficiem describit, cujus apex in pede positus est. Ad utrumque corporis latus prope vas laterale in quinto quovis annulo in Sanguisuga et Aulastomate vesiculae parvae membranaceae sitae sunt, in facie ventrali apertae, quibuscum canales in ansam flexi (schleifenförmige Organe auctorum) cohaerent. Hae respirationis organa a pluribus habitae atque vesiculae respiratoriae nuncupatae. Nihil vero cum respiratione commune eas habere, eo jam patet, quod si Sanguisugam vivam aperire velis, eas prorsus albas neque vero reti respiratorio praeditas invenies. Id potius iis tribuendum videtur munus, ut mucum quo corpus lubricum reddatur, secernant. Nervorum systema Articulatorum typum sequitur; habent enim ganghon oesophago superpositum (cerebrale); et gangliorum ventralium seriem, filis binis i) In Nephelide vulgari facile hie circulationis modus observari potest, si modo individua pcllucidiora eliguntur; expositionem ejus accuratissimam figuris illustratam dedit J. Mueller (Meckels Archiv, 1828 pg. 22. Tab. I, fig. I et 2). Cf. etiam Duges, Ann. des Sc. nat. Tom. 15 pg. 308. R. Wagner, Isis 1832 pg. 635 sqq. In Sanguisuga quoque et Aulastomate, si viva apeiiuntur, vasorum lateralium contractiones facile conspiciuntur. 2) Facillime in Clepsinis pullis sub microscopio vasis dorsalis contractiones et valvulae observantur. Vas dorsale amplum, valde flexuosum, in tertio quovis annulo valvula instructum, cujus forma simiiis, ac in Piscicola. In Clepsine tessulata caute a dorso aperta lentis jam ope valvulas conspicies. De Piscicola, quam ipse non dissecui, cf. Leo, Muellers Archiv 1835. pg. 419 sqq. Tab. XI. 3) Branchiae Hirudinibus omnibus deesse videntur; nam in Brancheliio Sav. ([uoquc ap|)cndices illas laterales branchiiformes, quibus hoc genus excelht, nihil de branchiarum natura habere Blainville obsenavit. (Dict. des Sc. nat. Tom. 57 pg. 557.) Etiamsi vero branchiae hae essent, tamen cum Hirudinibus potius hunc vermem conjungerem, quam cum Arenicola, toto coelo diversa, uti Latreillium fecissc videmus. (Famill. natur. du regne anim. pg. 244.) j^ De Hirudinibus. valde sibi approximatis conjunctorum. Ganglion ventrale primum cum cerebral! filis binis oesophagum cingentibus cohaeret; ganglion ultimum, in pede positum, maximum, e pluribus coalitum. Numerus gangliorum ventralium viginti duo omnibus esse videtur, Branchiobdella excepta, cui decem tantum; singula aequali a se in- vicem distant annulorum numero, secundum genera diverso ; annulis quinis nimirum in Sanguisuga et affinibus, (quaternis in Albione), ternis in Clepsine, binis in Bran- chiobdella Astaci, singulis in Piscicola. Quo fit, ut gangliorum numero haud mu- tato centum circa annuli in Sanguisuga, sexaginta ^) in Clepsine, viginti in Piscicola numerentur. Eodem modo, ut ganglia, alia quoque Organa pluries obvia in quinto quovis annulo in Sanguisuga, tertio in Clepsine repetuntur; quae ratio numerica jam etiam extrinsecus in colorum dispositione apparet. Quod ut brevi designetur, Sanguisugarum annuli quinati, Clepsinarum ternati (SegmensternesSav.) dicipossent. Nervus sympathicus in Sanguisuga a Brandtio observatus; gangliis tribus con- stat minutis pone maxillas positis, quae cum cerebro filis tenuissimis conjunguntur, et filo nerveo exiguo supra ventriculum decurrente. Hirudines omnes hermaphroditae ; aperturae genitales, anterior et posterior, in linea media ventris, capiti propiores, sitae. Partium genitalium internarum fabricam hie transeam, uberius hanc in capite tertio expositurus. § 4. Generum diagnoses. Hirudines omnes uno eodemque genere Linnaeus amplectebatur ; at, cum postea accuratiori examini subjectas tantopere inter se differre pateret, ut vix tam arcto generis vinculo conjungi posse viderentur, unicum illud Linnaeanum genus a Savignyo aliisque in plura minora dissolvebatur ; jamque, quod genus antea fuerat, familiae dignitatem accepit. E quibus generibus, quae intra Germaniae fines occurrunt, ita distinguuntur: Sect. L Corpus valde depressum, dilatatum, in globum se in- volvens. Caput a corpore discretum aut indiscretum, ex annulis pluribus compositum, Annuli ternati. Genus i. Clepsine. Os edentatum, proboscide exsertili armatum. Oculi (2 — 8.) Sectio II. Corpuselongatum,plusminusdepressum,angustum. Caput a corpore haud discretum ex annulis pluribus compositum. Annuli quinati. A. Oesophagus longus. Anus maximus. Genus 2. Nephelis. Os inerme. Oesophagus plicis tribus longitudinalibus. Oculi 8. Genus 3. Aulastoma. Os maxillis tribus minutis armatum. Oesophagus plicis longitudinalibus numerosis. Oculi 10. B. Oesophagus brevi s. Anus exiguus. Genus 4. Haemopis. Maxillae tres validae non compressae, obtuse parum dentatae. Oculi 10. i) Neque vero 76, ut Moquin-Tandon dicit. De Hiradinibus. Genus 5. Sanguisuga. Maxillae tres validae, compressae, argute multidentatae. Oculi 10. Sectio IIL Corpus elongatum teres. Caput a corpore discre- tum, exannulatum. Genus 6. Piscicola. Annuli vix distincti. Maxillae nullae. Oculi. Genus 7. Branchiobdella. Annuli distinctissimi. Maxillae duae planae tri- anguläres. Oculi nulli. § 5. Generum in sectiones distributio. Plures jam auctores Hirudinum genera in sectiones distribuere conati sunt, alio aliam sibi notam externam pro dividendi norma assumente; appendices bran- chiiformes e. g., capitis et oris formam Savignyo '), oculorum praesentiam et defectum Latreillio 2), maxillarum evolutionem Burmeistero 3). At, cum ex totius organismi constructione vivendique ratione, neque vero e singulo quodam charactere. quem e reliquorum complexu pro libitu tibi elegeris, omnis classificatio naturalis derivanda sit, quid mirum, parum et inter se, et cum ipsa horum animalium natura has distributiones convenire; modo enim genera diversissima (Clepsine et Sanguisuga; Trochetia et Branchiobdella; Piscicola, Clepsine et Nephelis) in eandem sectionem conjuncta, modo similia (Aulastoma, Sanguisuga) in diversas divulsa videmus. Mihi, quae apud nos obviam veniunt genera (exclusis igitur Branchellio Sav., Albione Sav., Trochetia Dutr., Bdella Sav., Malacobdella Blainv.) in tres quas supra proposui sectiones dividenda videntur, habitu externo, partium internarum fabrica, vivendi modo distinctissimas, quarum notas brevi sequentibus exponam. Sectio prima Clepsinarum genus amplectitur. His corpus valde depressum, plus minus dilatatum, subtus planum vel concavum, facultate in globum sese in- volvendi donatum; qua facultate, si vivas observas, primo intuitu distinguuntur. Annuli ternati. Caput modo distinctum, modo indistinctum, annulatum. Pes inferus. i) Sect. I. Sangsues Branchelliennes. Des branchies saillans. Ventouse orale d'une seule piece Separee du corps par un fort etranglement. Ouvertüre circulaire. Branchellio n. Sect. 2. Sangsues Albioniennes. Point de branchies. Ventouse orale d'une seule pi^ce separ^e du corps par un fort etranglement. Ouvertüre sensiblement longitudinale. Albione. Haemo- c h a r i s (= Piscicola) . Sect. 3. Sangsues Bdelliennes. Point de branchies. Ventouse orale de plusieures pi^ces, peu ou point separ^e du reste du corps; ouverture transverse comme ä deux lövres. Bdella. Sangui- suga. Haemopis. Nephelis. Clepsine. cf. Sav. Syst. des. Annd. pg. io6. 2) I. Point d'yeux. Trochetia, Branchiobdella. II. Des yeux. A. Albione Haemocharis. B. Bdella. Sanguisuga. Nephelis. Haemopis. Clepsine. Latr. Famill. nat. du rögne anim. pg. 246. 3) A. Ohne oder mit un vollkommnen Kiefern. Branchiobdella. Piscicola. Clepsine. Nephelis. Albione. Aulastoma. B. Mit grösseren harten am Rande meist gezähnten Kiefern. Haemopis. Hirudo {= Sanguisuga) Bdella. Burmeister, Handb. der Naturgesch. Bd. II. 12 De Hirudinibus. Oculi 2, 4, 6, vel 8. in series duas longitudinales parallelas vel antice convergentes dispositi. Oesophagus plus minus longus, membranaceus, proboscide tubulosa ex- sertili armatus. Maxillae nullae. Ventriculus et intestinum appendicibus coecis lateralibus utrinque instructa. Circulatio verticalis, vase dorsali nimirum sanguinem colore destitutum propellente. Vas ventrale gangliorum seriem non includens. Ganglion quodvis nervorum par unicum emittens. Ova, in capsulam cartilagineam haud inclusa, aut sub ventre secum gerunt, aut ad corpora aliena deposita, quiete iis donec pulli excludantur supersedentes, quasi incubant. Pullos ventri affixos secum portant. Pede et capite fixis corpus motu undulatorio flectere amant. Natare nequeunt. Sectione secunda genera Nephelis, Aulastoma, Haemopis, Sanguisuga com- prehenduntur. His corpus elongatum angustum , plus minus depressum , capite indistincto annulato, pede oblique terminali, annulis quinatis, Oculi 8 vel lo, in figuram semicircularem vel hippocrepidiformem dispositi. Oesophagus musculosus, proboscide carens. Maxillae tres, vel, si desunt, oesophagi plicae tres longitudinales. Ventriculus appendicibus lateralibus saepius instructus; intestinum semper iis caret. Circulatio horizontalis, vasis lateralibus nimirum pulsantibus. Sanguis ruberrimus. Vas ventrale gangliorum seriem includens. Ganglion quodvis nervorum paria dua emittens. Ova plura pariunt in capsulam cartilagineam communem inclusa ^). Ovis depositis mater prolis non amplius curam habet. Pede fixo corpus antice liberum motu undulatorio flectere solent. Corpore deplanato habilissime natant. Tertiam denique sectionem Piscicola et Branchiobdella constituunt. Horum corpus teres, elongatum, capite distincto, exannulato, pede exacte terminali. Proboscis nulla; maxillae nullae, aut duae planae trianguläres. Intestinum exappendiculatum, Circulatio verticalis, vasibus dorsali et ventrali contractilibus. Sanguis pallide rubens vel flavescens. Vas ventrale gangliorum seriem haud includens. Ova capsulis cartilagineis tecta pariunt; num vero hae capsulae embryones singulos includant, an plures, nondum, quantum scio, constat. In Branchiobdellae capsulis omnibus, quas perscrutatus sum, pullos singulos vidi. Prolis cura nulla. Pede fixae corpore in lineam rectam extenso conum describere amant. Parasitice in Piscibus et Crustaceis vitam degunt^). i) Hae ovonim capsulae, quales Hiradinum genera lau data, Lumbricini, Naides pariunt, nullo modo, ut saepius fit, cum Planariarum (lacteae, torvae etc.) ovis comparari possunt, omnino diversis. Illae enim (Nephelidis saltem et Lumbricinorum plurium, quas observavi) ova completa vitello, albumine, chorio com- posita, materia nutriente structuram nuUam offerente circumdata includunt. In Planariarum contra ovis recenter partis ne ullum quidem germinis vestigium conspicuum ; tota cellulis granula minutissima globulosque majores continentibus repleta, quae primo post partum tempore motu singulari quasi peristaltico, a celeberrimo v. Siebold detecto praeditae sunt. Sero demum prima embryonum vestigia apparent. Praeterea Planariarum ova in ipso jam matris utero formantur; capsulae vero (in plerisque saltem, si non in omnibus) extra, muci superficie, quo involuta ova eduntur, in integumentum cartilagineum coagulante. 2) Quod ad locvun attinet generibus extra patriae fines obviis assignandum, cum parum de eorum structura interna sciamus, incertas tantum de eo conjecturas proferre licet. Branchellion Sav. tribum proprium constituere videtur, Malacobdella Blv. in Clepsinarum fortasse vicinio coliocanda, Albione cum Piscicola et Branchiobdella conjungenda erit. Bdella Sav. (Limnatis Moqu. Td.) et Trochetia Dutr. quin sectioni nostrae secundae adscribendae, vix dubito. Ejusdem sectionis Hirudinem lineatam O. F. Müll, esse suspicor, etiamsi oculorum (sex) numcro differat. Quae omnia accuratius horum animalium examen postea docebit. De Hirudinibus. t ^ § 6. Mutuae generum relationes. Quod ad mutuas relationes attinet, quae inter singula genera existunt, Clepsinae notis plerisque ab aliis omnibus longe recedenti Nephelis quodammodo accedit genitalium femineorum structura (cf. Cap. III). Nephelidi proximum Aulastoma nutrimenti genere ideoque canalis alimentaris fabrica. Haec enim sola e nostris genera partibus solidis (vermiculis, carne etc.) vescuntur. Utrique Oesophagus longus carnosus, ventriculus amplus simpliciter tubulosus, intestinum aeque amplum, in anum, ut pro tali nutrimenti genere opus est, maximum abiens. Jam vero Aulastoma maxillis exiguis et appendicum ventriculi pari unico gracili a Nephelide transitum struit ad Haemopidem et Sanguisugam, maxillis validis armatas, appendicibus ventriculi numerosis amplissimis instructas. Qui- buscum etiam oculorum numero, genitalium structura, aliisque notis congruit. Haemopis et Sanguisuga arctissimo affinitatis vinculo conjunctae et vix in duo genera sejungendae, oesophago brevi, maxillis validis armato; ventriculo appendicibus amplissimis instructo et sphincteribus in plures quasi diviso ; intestino angusto in anum exiguum aperto a reliquis discrepantes, levioribus tantum inter se differunt notis; maxillis nimirum in Haemopide non compressis, dentes paucos obtusos, in Sanguisuga compressis, dentes plurimos acutos gerentibus, et genitalium masculorum structura. Piscicola systemate vasorum, vase dorsali nimirum contractili valvulis instructo, et epididymide haud in glandulae formam contorta (cf. Cap. III.) cum Clepsine congruit, intestini forma ad Haemopidem et Sanguisugam accedere videtur. Branchiobdella denique, Piscicolae quidem inter omnes simillima, multis tarnen rationibus, pro parte, ut oculorum defectus, e vita parasitica explicandis, et ab hac, et aliis omnibus Hirudinibus longe recedit. Caput secundum. Hirudinum Berolinensium expositio systematica. Sectio I. Hirudines corpore valde depresso dilatato in glo- bum se involvente; capite distincto aut indistincto, annulis plu- ribus composito, annulis ternatis. Genus L Clepsine. Os edentatum proboscide exsertili armatum. Oculi (2—8.) Hirudines dilatatae subtus planae vel concavae, dorso elevatae; pullos secum ferentes. Braun. Glossiphonia et Glossopora Rawl. Johns. Helluo spec. Oleen. Clepsine Sav. Glossobdella Blainv. Clepsinis omnibus corpus plus minus pellucidum, modo duriusculum cartilagi- nosum, modo moUissimum gelatinosum, coloribus minus obscuris utplurimum ornatum. j . De Hirudinibus. Tractus intestinalis magis quam in alio ullo genere complicatus. Oesophagus plerisque longus membranaceus, proboscidem carnosam tubulosam cylindricam basi in bulbum incrassatam includens, Haec in aliis (ut Cl. hyalina) maxima quartam fere corporis partem longitudine aequans, in aliis (Cl. tessulata) valde exigua facile praetervidenda ; antice crenata apparet; protruditur musculis gracilibus ab oris regione ad bulbum proboscidis descendentibus ; retrahitur fibris muscularibus a postica bulbi parte in ventriculi parietes dispersis. Oesophagum sequitur ventriculus longus angustus appendicum coecarum paribus 5 usque 7 (in nostris) instructus. Hae plus minus longae, modo simplices, modo in ramos plures divisae ; par ultimum ceteris plerumque multo longius ad utrumque corporis latus versus posteriora des- cendens, appendicibus secundariis in latere exteriore interdum instructum ; raro (in Cl. verrucata) anterioribus vix longius. Praeter haec 5 — 7 appendicum paria omnibus communia in Cl. marginata et tessulata ventriculus alio adhuc appendicum systemate gaudet, proventriculum quasi constituente. (cf. pg. 15.) Inter ultimum appendicum ventriculi par intestinum tenue descendit, appendicum lateralium paribus quatuor instructum. Hoc in pellucidioribus (Cl. hyalina, tessulata) motus peristaltici phae- nomenon offert. Tum pars brevis in globulum dilatata sequitur, e qua rectum an- gustum spiraliter saepius tortum egreditur, in anum exiguum loco solito situm abiens. Aliae, quibus hoc genus excellit, notae supra jam expositae (Cap. I. § 5.); id tantum hie adjiciam, nervorum par illud unicum e quovis ganglio ventrali pro- grediens modo dimidiam corporis latitudinem indivisum percurrere (ut in Cl. verru- cata, complanata), modo paulo postquam e ganglio egressum, in ramos plures solvi (ut in Cl. tessulata). Clepsinae aquas puriores fossarum, lacuum, fluviorum habitant. Extra aquam mox pereunt. Nutriuntur aliae Molluscorum, aliae Vertebratorum sanguine. Pullos ventre affixos secum portant I. Clepsine marginata mihi ^). Corpus subcartilaginosum, dilatatum, fuscoviride, dorso ma- cularum f lavescentium seriebus4, linearum ejusdem coloris serie media notato; margine flavo, albo, fuscoque tessulato. Oculi 4, postici majores magis inter se distantes. Long. max. 10'". Hirudo marginata O. F. Muell. Hist. verm. Tom. I. pars II. pg. 46. Hir. variegata. Der gesellige Egel. Braun, Systemat. Beschreib, einiger Egelarten. pg. 61. Tab. VII, fig. I — 6. Hir. cephalota Carena, Mem. dell. Accad. di Torino. Vol. XXV. pg. 298. Tab. XII, fig 19. Vol. XXVIII. pag. 336. Hir. oscillatoria Saint-Amans. Mem. de la Soc. Linneenne de Paris. Tom. III. pg. 193. pl. VIII. Piscicola marginata Moqu. Tand. Monograph. de la Fam. des Hirud. pg. 132. Tab. VII. fig. 2. Piscicola tessellata Id. Ibid. pg. 133. Tab. VII, fig. 3. (exclus. synon. Hir. tessulata O. F. Muell.) Hir. (Glossobdella) cephalota Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 266. Ichthyobdella marginata Id. Ibid. Tom. 57. pg. 588. I) Hujus generis et hanc et sequentem speciem esse, alio jam loco (Wiegmann's Archiv 1844. Bd. i. pg- 370) uberius demonstravi. De Hiradinibus. , c Corporis color admodum variat, plerumque fusco viridis, interdum pulcherrime viridis, interdum viridi-flavus, ventre semper pallidiore. Dorsum punctorum fla- vescentium annulis ternis distantium sericbus 4 longitudinalibus; inter quas series alia linearum transversalium ejusdem coloris e punctis singulis interdum compo- sitarum observatur. Margo subinteger. Caput distinctum, ovale, apice mar- ginibusque hyalinum, striis fuscis transversis et maculis flavescentibus una media duabusque utrinque lateralibus ornatum. Oculi 4, quorum duo postici majores magis inter se distant. Pes magnus corporis fere latitudine, radiis fuscis punctis- que flavescentibus radiis interpositis ornatus. Intestinum extrinsecus plerumque conspicuum, viride, flavum vel ruberrimum. Ventriculi proprii appendices utrinque Septem, quarum sex priores transversae in ramos tres, saepe varie crenatos vel lobatos dividuntur, ultima vero juxta corporis latera ad pedem usque extensa latero externo appendicibus secundariis quinque bifurcis munita est. Ante ventriculum proprium aliud appendicum systema, proventriculus, paribus 4 constans, quorum pri- mum prorsum, secundum et tertium lateraliter, quartum retrorsum spectat. Intestini tenuis, ut in omnibus, appendices utrinque 4. Proboscis parva. Juniores angustae, Piscicolae habitu haud absimiles ; adultae dilatatae. Amoris tempore testiculorum paria undecim et Ovaria extrinsecus pellucent ^). Habitat aquas puriores rivorum et lacuum, ubi haud infrequens ad plantarum folia et ramos arborum dejectos offenditur. (Thiergarten, See bei Tegel, Grunewald.) Per totam Europam occurrere videtur; in Dania ab O. F. Muellero, in Ger- mania a Braunio et memet ipso, in Italia a Carena, in Gallia a Saint-Amans pul- cherrima haecce omnium species observata est. Batrachiorum gyrinis sanguinem eam exsugere vidi ; Mollusca non aggreditur. Mensibus Majo et Junio ovorum (60 — 80) flavo-viridium parit acervum, cui quiete supersedet, donec pulli post hebdomadem circa exclusi matris ventri sese affigant, et ab illa secum ferantur. 2. Clepsine tessulata mihi. Corpus gelatinös um mollissimum dilatatum, cinereo- viride, dorso macularum flavescentium seriebus 2— önotato. Caput sub- distinctum. Oculi 8, in series duas longitudinaies antice conver- gentes dispositi. Long. 18'" Hirudo tessulata O. F. Muell. Hist. verm. Tom. I, p. IL pg- 45- — — , Der Spion, Braun, Systemat. Beschr. pg. 56. Tab. VI. flg. 6—10. Hirudo (Erpobdella) tessulata Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 261. Erpobdella vulgaris var. tessellata. Id. Ibid. Tom. 57. pg. 584. Ichthyobdella tessellata. Id. Ibid. Tom. 57. pg. 558. Corpus mollissimum, quäle in Medusis, in junioribus angustius, in adultis latissimum, cinereo-viride, rarius pallide violaceum, atomis fuscis adspersum. In dorso maculae flavescentes series duas v. plures longitudinaies constituentes ; in ventre aperturae genitales macularum albidarum instar conspicuae. Margo leviter crenatus. I) Quas Saint-Amans (1. c.) describit ventris maculas sanguineas „en forme d'y grec," ventncuh appendices fuisse suspicor. j^ De Hirudinibus. Caput orbiculare, animali quiescente, ut iam O. F. Mueller notavit, a cauda vix distinguendum. Oculi 8, in series duas longitudinales dispositi, atri, areis albis cincti. — Intestini appendicum numero cum Clepsine marginata congruit, forma differt. Ventriculi enim appendicum paria sex priora itemque paris ultimi appendices secun- dariae simplices neque ramosae vel bifurcae. Proboscis tam exigua ut vix quar- tam tertiamve capitis partem longitudine aequet. — Testiculorum paria sex amoris tempore extrinsecus conspicua. Elegantem hanc speciem in Dania O. F. Mueller detexit; juniora exempla Braun prope Neo-Ruppinum observavit. Alibi hucusque nondum reperta esse videtur. Ipse in lacu prope Tegel inveni, ubi rarissima ad arborum ramos dejectos et in Anodontum testis vacuis occurrit. Vertebratorum, (piscium vel Batrachiorum) sanguine nutriri videtur, ut Cl. marginata. Saepius enim contento sanguineo vel atropurpureo ventriculum scaten- tem reperi, Mollusca vero, quae ei obtuli, nunquam aggressa est. Mense Junio ova plurima (trecenta O. F. Mueller, CL et supra ego numeravimus) saturate vitellina deponit, iisque donec pulli excludantur, quasi incubat. Aspectum quo nil pulchrius mater offert pullis centum et quod excedit onusta; in quovis enim pullo ventriculus elegantissime pinnatus, vitello virescente farctus, oculique octo coccinei conspicui. Mirum est, quanta de hac specie tam clare et distincte ab O. F. Muellero descripta apud Blainvilleum et Moquin-Tandonium confusio. Blainville enim ocu- lorum numero ductus Nephelidi generi eam adnumeravit ipsique postea Nephe- lidi vulgari tanquam varietatem subjunxit. Moquin-Tandon, qua solet levitate, Hirudinem oscillatoriam Saint-Amans hanc Muelleri speciem esse arbitratus, Pisci- colae generi eam adscripsit; imo vero tantum abest, ut vix a Clepsine tessulata Hir. oscillatoria differat (Moqu. Td. Monogr. pg. i8), ut vix ullam potius reperire possis notam, qua Saint-Amansii cum exactissima O. F. Muelleri descriptione congruat. 3. Clepsine verrucata mihi. Corpus subcartilaginosum dilatatum antice vix angustatum, dorso viridi-fuscescenteverrucarum valdeprominentium seriebus sex notatum. Caput subdistinctum. Oculi 6 (rarissime 4) seriebus duabus longitudinalibus subparallelis dispositi. Appendicum ventriculi paria 7, par ultimum inter appendicum intestini par primum et secundum terminatum^). i) Non potui quin hunc characterem magis anatomicum quam zoologicum in diagnosin reciperem ; quamvis enim toto jam habitu satis a sequente differat, nullas tarnen reperire valui notas extemas quibus satis distincte ab ea discematur. Ceterum haec quoque nota quodammodo externa, intestino nimirum sae- pissime, quoties cibo repletum, extrinsecus conspicuo. Alias quoque quae apud nos occurrunt species, si cibo repletas invenias, facillime paris ultimi appendicum ventriculi longitudine et forma distinguere poteris. Terminatur enim ultimum ventriculi appendicum par inter intestini appendicum A. par primum et secundum in Cl. verrucata, B. - secundum et tertium in Cl. com plan ata, C. - tertium et quartum inCl. bioculata. De Hirudinibus. . _ Long. 14'". Corpus dilatatum aequali fere, in animali quiescente, antice et postice latitudine. Dorsi color primarius virescens, lineolis vero fuscis creberrimis fuscescit. Verrucae conicae albidae, valde prominentes seriebus sex longitudinalibus supra dorsum dispositae ; aliae minores irregulariter sparsae. Verrucarum series duae intermediae lineis fuscis longitudinalibus conjunctae. Margo crenatus pallidior. Venter albo- virescens, atomis fuscis minutis adspersus ; in anteriore ventris parte pori genitales conspicui, annulis fuscis utplurimum cincti. Caput subdistinctum, quando protenditur semiellipticum, affixum orbiculare, pedi tunc, si a ventre adspicias, simillimum; apice album, postice fasciis pallide fuscis transversis notatum. Annuli corporis duo v. tres capiti proximi reliquis multo obscuriores, nigricantes, coUare quasi formantes. Oculi sex, vix unquam quatuor, in lineas duas longitudinales subparallelas dispositi. Proboscis ut in sequentibus omnibus magna. Ventriculi appendicum paria 7, gracilia, leviter retrorsum arcuata; par ultimum jam ante secundum intestini appen- dicum par terminatum. Intestini appendicum par primum breve, paria tria ultima sat longa gracilia retrorsum arcuata. A Clepsine complanata, cui simillima, differt magnitudine, corpore minus cartilaginoso molliore, crassiore, antice minus angustato; colore; poris genitalibus annulo obscuro cinctis; capite subdistincto ; verrucarum dorsi numero, forma, colore; intestini denique appendicum numero et forma. Haec sola nota per omnem aetatem constans; jam enim pullos vix exclusos matris ventri adhuc adhaerentes facile ea distingues. Moribus quoque differt; complanata omnium segnissima, haec multo vividior. Reperi hanc speciem, nondum quantum scio observatam, vel cum complanata confusam, in lacu prope Tegel, ubi rara ad ramos arborum dejectos occurrit. Mollusca Gasteropoda exsugit. Ova non observavi ; at puUis plurimis (centum et ultra) onustas plures mensibus Majo et Junio offendi. 4. Clepsine complanata Sav. Corpus subcartilaginosum duriusculum dilatatum antice acu- minatum, cinereo vel fusco viride, dorso f usco-maculato, verru- carum vix prominentium seriebus duabus longitudinalibus no- tatum. Caput indistinctum. Oculi sex in series duas longitudi- nales subparallelas dispositi. Appendicum ventriculi paria sex, par ultimum inter appendicum intestini par secundum et tertium terminatum. D. pone par quartum in reliquis, et tunc quidem: a. appendicibus secundariis aut caret, in Cl. Carenae, b. aut instructum est, et quidem : a. quatuor in Cl. hyalina, ß. quinque, 1. simplicibus in Cl. tessulata, 2. bifurcis in Cl. margin ata. Fritz Müllers gesammelte Schriften. ^o De Hinidinibus. Long. 12'". Hirudo complanata O. F. Muell. Hist verm. Tom. I, pars II, pg. 47. — Carena, Mem. dell. Acad. di Torino. Tom. XXV. pg. 297. — , Der Faule, Braun, Syst. Beschreib, pg. 58, Taf. VI, fig. 11 — 16. Glossiphonia tuberculata Rawl. Johns. Treatise on the med. Leech. pg. 25. Glossopora tuberculata. Id. Further Observ. on the med. Leech. pg. 49. Clepsine complanata Sav. Syst. des Annelides, pg. 120. — — Moqu. Tand. Monogr. pg. 10 1. Tab. IV, fig. i. — — Filippi, Lettera sopra l'anatomia e lo sviluppo delle Clepsine. Pavia 1839. pg. 5. Glossobdella complanata. Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 263, Tom. 57. pg. 515. Corpus dilatatum, maxime depressum, duriusculum (presque crustace Moqu. Td.), antice acuminatum, in caput indiscretum sensim abiens. Color admodum variat; dorsum plerumque fusco vel cinereo viride, interdum griseum, rarissime rubescens, punctis et lineolis fuscis modo aequaliter totam superficiem obtegenti- bus, modo in figiiras elegantissimas dispositis ornatum. Verrucae seriebus duabus dispositae, singulae lineis longitudinalibus fuscis conjunctae, albidae, punctis glan- dulosis aureis circa 15 quaevis notata, maculas plerumque magis quam verrucas constituentes. Raro enim prominent; quod si fit, non conum acutum, ut in Cl. verrucata, sed hemisphaeram referunt. Verrucae praeterea minores, punctis glan- dularibus aureis et hae notatae, saepius aut irregulariter sparsae, aut in lineas longitudinales plus minus regulariter dispositae, observantur. Margo crenatus. Venter paUidior, punctorum fuscorum seriebus duabus ab ore ad pedem usque decurrentibus notatus. Caput indistinctum ; oculi sex in series duas longitudinales parallelas parumve antice convergentes dispositi. Appendicum ventriculi paria sex, simplicia vel crenata, parum retrorsum arcuata ; par ultimum inter intestini appendicum par secundum et tertium terminatur. Appen- dicum intestini paria duo priora breviora prorsum, duo posteriora retrorsum spectant. Per totam Europam, uti videtur, vulgatissima ; legerunt in Suecia Bergmann, in Dania O. F. Mueller, in Brittania Rawlins Johnson, in Gallia Moquin-Tandon, in Italia Carena, Risso, Filippi. Ipse aeque frequentem in aquis stagnantibus et fluviis Marchiae, quam in rivulis qui a Thuringiae montibus decurrunt, observavi. Omnium segnissima, per totos saepe dies locum haud mutans. Physas, Plan- orbes, Limnaeos aggreditur; pullos Nephelidis quoque sanguinem sugere vidi. Primo vere (Februario, Martio) ova circa 70 albida ad saxa, plantas, vel vitrum, in quo servatur, deponit, iisque immobilis tanquam incubans per hebdomadis spatium supersedet. Tunc pulli excluduntur, quos ventri affixos secum fert. 5. Clepsine hyalina Moqu. Td. Corpus subcartilaginosum hyalin um dilatatum, antice neque vero postice angustatum, f lavic ans. Caput indistinctum. Oculisex. Long. 5'". Hirudo hyalina O. F. Muell. Hist. verm. Tom. I. p. IL pg. 49. Clepsine hyalina Moqu. Tand. Monogr. pg. 106. Glossobdella hyalina Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 263. Tom. 57. pg. 565. Corpus peUucidissimum, valde depressum, latum ; versus extremitatem posticam latissimum, anteriora versus sensim angustatum, postice rotundatum vel medio De Hirudinibus. j^ emarginatum, pede postice prominente. Color pallide flavescens; quando animal extenditur vix conspicuus, quando contrahitur, citrinus. Dorsum punctulis v. striulis nigricantibus interdum adspersum. Margo subinteger, crenis nudo oculo haud conspicuis. Oculi sex, vel interdum, secundum O. F. Mueller, pari primo deficiente, quatuor; paris primi minores approximati, rarissime in unum confusi; paris secundi et tertii majores, remoti, aequaliter distantes. Appendicum ventriculi paria 6; paria 5 anteriora retrorsum arcuata, plerumque simplicia, rarius unum alterumve apice bilobum; par ultimum intestini appendices omnes excedens, usque ad pedem fere extenditur et appendicibus secundariis 4 simplicibus in latere externo instructum est. Intestini appendicum paria 4, brevia, pulcherrimum motus peristaltici spectaculum observatoris oculo offerentia. Proboscis magna, quartam vel quintam corporis partem longitudine aequans. Hirudinem hyalinam O. F. Muell. hanc neque sequentem esse, ex descriptione ab illo data luculenter patet. Nam et oculorum situm accurate exposuit et appendices secundarias paris ultimi appendicum ventriculi, quae sequenti desunt, observavit. Rarius in lacubus nostris (See bei Tegel, Plötzensee et alibi) occurrit, inter Stratiotis folia saepe latitans ; facile et propter minutiem et propter corpus prorsus hyalinum praetervidenda. Segnissima. Nutritur Gasteropodum minorum (Physae, Valvatae, Planorbis nitidi, spirorbis etc.) sanguine. Ova pallide virescentia 10 — 30 parit, neque vero, ut Cl. marginata, tessulata, complanata, ad corpora aliena deponit, sed sub ventre secum portat, uti sequentes. 6. Clepsine Carenae !M[oqu. Tand. Corpus sub c ar t il agi n osum dilatatum antice acuminatum, postice angustatum, albo cinereum, dorso atomis fuscis dense adsperso; marginibus et capite immaculatis. Caput indistin ctum. Oculi sex. Long. 5'". Hirudo papulosa Braun, Syst. Beschr. pg. 64. Tab. VII, fig. 7 — 10. Hir. trioculata Garen a, Mem. dell. Accad. di Torino. Vol. XXV. pg. 303. Vol. XXVIII. pg- 334- — — Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 267. Clepsine Carenae Moqu. Tand. Monogr. pg. 105. Tab. IV. fig. 4. Glossobdella Carenae Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 57. pg. 565. Corpus peUucidum depressum, partem mediam versus latissimum, antice acu- minatum, versus posteriora angustatum, postice rotundatum, pede haud prominente. Color albo-cinereus ; dorsum punctis fuscis modo pallidioribus modo obscuri- oribus in lineas longitudinales plus minus regulariter dispositis adspersum, quibus, si animal contrahitur, totum fuscum apparet. Caput et margines punctis carent; linea media dorsi aut Immaculata aut punctorum nigricantium acervulo in tertio quovis annulo ornata. Margo subinteger. Oculi sex ; paris primi maxime approxi- mati in unum paene confusi ; item et secundus atque tertius cujusvis latcris oculus sibi proximi subcoalescentes. Quo fit, ut tres tantum oculi, nisi lente fortissima contempleris, adesse videantur. Caeterum oculi paris secundi et tertii non, ut in Cl. hyalina, aeque distantes, sed paris tertii a se invicem remotiores. 2^ De Hirudinibus. Appendicum ventriculi paria 5 (in Cl. hyalina 6), quorum par ultimum flexu- osum intestini quidem appendices omnes, ut in Cl. hyalina, excedit, appendicibus vero secundariis caret Proboscis magna. Praecedenti satis similis; differt corporis forma et colore, oculorum situ, pede haud prominente, ventriculi appendicibus. Ad Cl. bioculatam corporis parte anteriore acuminata, nee non colore quodammodo accedit. Hirudinem papillosam Braun huc referendam esse diagnosis ab illo pro- posita suadet, in qua capite acuminato, striis tribus minutissimis nigris (oculis) in labio superiore praeditam esse dicit; colorem quoque cinereo-fuscum ei tribuit, at Cl. hyalina flavescens. In lacubus, fossis, fluviis ad plantas aquaticas minus frequens offenditur. (Thiergarten, Grunewald, Schaafgraben, Spree.) Antecedente vix vividior. Nutrimento inserviunt Gasteropoda minora, quorum succos bibit. Majo et Junio ova 10 — 30 pallide virescentia parit, quae sub venire secum fert. 7. Clepsine bioculata Sav. Corpus subcartilaginosum, depressum, angustum, antice acuminatum, albo-cinereum, fusco punctatum. Caput indistinc- tum. Oculi 2. Long. 8'". Hirudo bioculata O. F. Muell. Hist. verm. Tom. I. p. II. pg. 41. _ — Carena, Mem. dell. Accad. di Torino. Vol. XXV. pg. 302. — — der Läufer, Braun, Syst. Beschr. pg. 53. Tab. VI, fig. i — 5. Glossiphonia perata Rawl. Johns. Treatise on the Med. Leech. pg. 26. Glossopora punctata Rawl. Johns. Further Observ. on the Med. Leech. pg. 50. Clepsine bioculata Sav. Syst. des Annel. pg. 119. ■ — — Moqu. Tand. Monogr. pg. 102. Tab. IV, fig. 2. — — Filippi, Lettera sopra l'anatomia e lo sviluppo delle Clepsine pg. 6. Glossobdella bioculata Blainv. Dict. des Sc. nat. Tom. 47. pg. 265. Tom. 57. pg. 565. ? Helluo bioculatus Oken, Lehrb. der Naturgesch. Tbl. III, Abth. i. pg. 367 i). Corpus angustius magisque elongatum, quam in reliquis generis speciebus; antice acuminatum, margine annulis valde prominentibus quasi serrulatum vel den- tatum. Color sordide albus vel griseus, punctis fuscescentibus variegatus; linea media dorsi, capite, marginibus subimmaculatis. Oculi duo approximati. In un- decimo circiter corporis annulo tuberculum cartilagineum flavo-fuscum conspicitur, rarissime deficiens, cujus analogon in alia nulla specie vidi. Pullis adhuc deest. Ventriculi appendicum paria sex, quorum quinque anteriora brevia lateraliter spectant, ultimum amplum appendicibus secundariis destitutum inter appendicum intestini par tertium et quartum terminatur, Proboscis magna. Frequentissima ubicunque in fossis, stagnis, fluviis per totam Europam (Sueciam, Daniam, Brittaniam, Germaniam, Galliam, Italiam) occurrit. I) Interrogationis Signum adjeci; magis enim in Planariam, quam in Clepsinem nostram ejus descriptio quadrat. En, quae dicit: Zwei Augen. Leib flach, schwarz, unten grau, i" lang (PI. torva?); bisweilen ganz weiß. (PI. lactea?) De Hirudinibus. 21 Omnium vividissima, unde etiam Braun nomine germanico „der Läufer" desig- navit. Gasteropodum, ut rcliquae, succos sugit. Majo et Junio ova parit albida, vix quiddam rubicunda, ventrique affixa secum portat, ut jam Rawlins-Johnson et Filippi observaverunt. Quid vero Rawlins-Johnson cum marsupio suo abdominali ^) sibi velit, in quo ova includantur, haud intelligo. Nihil enim tale quid observare potui, nisi forte ventrem contractione peculiari concavum redditum ita designare voluerit auctor laudatus. Rayerum, qui hanc capsulas globosas fusc^is parerc con- tendit, Planariam lacteam potius quam Clepsinem nostram observasse, Filippi jam notavit. Huic specierum expositioni observationes quasdam Clepsinarum propagationem spectantes adjungam, zoologorum attentione non prorsus fortasse indignas. Copulam in Cleps. tessulata saepius vidi. Reciproca est, ut in Sanguisugis, ita ut utrumque animal maris simul et feminae vicibus fungatur. Utrumque enim alterius abdomini capite sese affigens, vaginam penis replicatam in alterius vulvam (s. porum genitalem posteriorem) introducit. Tali modo conjuncta per totos dies sedent. Cleps. complanatas, quamvis plurimas amoris tempore continua attentione obser- vaverim, coeuntes nunquam observavi; sed eodem fere ante ovorum partum tem- pore, quo Cleps. tessulatae coire solent, singulare mihi in Cleps. complanatis sese obtulit phaenomenon, cujus neque analogon inter reliqua animalia reperire -), ncque explicationem dare valeo. Ad utrumque nimirum faciei ventralis latus Organa singularia filiformia, tres usque quinque corporis annulos longitudine aequantia modo simplicia, modo ad basin usque bipartita exseruntur, modo singula modo plura, mode in anteriore modo in posteriore corporis parte. Haec per plures dies pro- pendent, dum animal, alioquin segnissimum, multo alacrius in vitro suo circum- vagatur. Simul substantiae floccosae albidae magna copia secernitur, totam mox vasis in quo servantur aquam turbidam reddens. Inter phaenomenon hoc et propagationem relationem quandam existere, nuUus dubito ; plurimas enim Cleps. complanatas per tria semestria domu observavi, neque vero alio unquam tempore Organa haec filiformia eas exserere vidi, dum amoris tempore ne una quidem inter triginta et plures non exserebat. Praeterea his organis exsertis, ut in Cleps. tessulata post coitum, ovariorum motus peristalticus, quo ova a funiculis suis solvuntur, incipit. Quo vero munere fungantur haec organa, nescio ; anatomica quoque disquisitione nihil de eo docente. Nam corpora quidem in crura dua reflexa divisa in tertio quovis annulo utrinque sub tractus intestinalis appendicibus latentes reperi, quibus replicatis organa illa filiformia fortassis for- mantur; num autem cum testiculis, quibus interjacent, aliave apparatus sexualis parte cohaereant, videre haud contigit. Corpora similia etiam in Cleps. verrucata, marginata, tessulata inveni, quam- vis in nulla praeter complanatam specie organa filiformia exseri vidi. In Cleps. 1) When the whole of the ova are excluded, they are received into the abdominal pouch of the parent, where they constantly remain, until their contents are fuUy evolved. Rawl. Johns, furtber Observat. on the medic. Leech, pg. 58. 2) Nisi forte appendiculae generatrices a Morrenio (De Lumbr. terrestr. pg. 77.) sie dicta, f]uas in Lumbrico terrestri auctor laudatus, in aliis pluribus Lumbricinis Gel. Dr. Hoffmeister et ipse observavimus, Cleps. complanatae organis filiformibus analogae. 22 De Hinidinibus. tessulata haec corpora Sanguisugae vel Aulastomatis vesiculis respiratoriis sie dic- tis cum organis ansiformibus, quae eodem loco sitae sunt, quodammodo similia. Brevi post eoitum in Cleps. tessulata, post Organa filiformia exserta in Cleps. complanata, motus ovariorum peristalticus incipit, cxtrinsecus conspicuus, quo ova de funiculis suis solvuntur. Eundem ovariorum motum etiam in Cleps. marginata, hyalina, Carenae, bioculata vidi. Ova soluta paucos post dies, albuminis Strato tenu- issimo et chorio subtili h3^alino munita pariuntur. Omnes enim spezies modo laudatae oviparae^). Pariendi actum saepissime in Cleps. complanata, interdum etiam in Cleps. tessulata observavi. Corpore et ante et pone vulvam quam maxime coarctato, an- terior corporis pars sub posteriorem ita inflectitur, ut vulva faciem ventralem partis posterioris spectet. Fortibus tunc et quasi convulsivicis contractionibus ova eduntur eorumque ea, quae primum egressa, a subsequentibus versus latera et dorsum pro- pelluntur, donec in medio dorso ab utroque latere congredientia annulum completum corpus cingentem efficiunt. Ex hoc annulo caput protrahens mater ovorum acer- vum vitro apprimit, ubi mox muci, quo ova involuta sunt, superficies in membra- nam tenuem pellucidam coagulatur. Tales ovorum acervos tres usque septem ova dena usque quadragena continentes Cleps. tessulata et complanata, unum tan- tum Ovis 60—80 compositum Cleps. marginata parit. Ovorum numerus, et color, itemque amoris tempus secundum species variat, ut supra in specierum descriptio- nibus notavi. Ovis ad vitrum vel plantam aquaticam vel moUusci testam lapidemve de- positis Cleps. tessulata, marginata, complanata immotae supersedent, ea quasi in- cubantes, donec septem fere usque decem diebus praeterlapsis pulli excludantur, quas tunc mater ventri affixos secum fert. Contra Cleps. hyalina, Carenae, bioculata ipsa jam ova sub ventre secum portant, neque vero ad corpus alienum deponunt. Quod etiam de Cleps. paludosa, apud nos non obvia, observavit Carena. Cleps. verrucata quomodo sese habeat, nescio; omnes enim quas reperi pullos jam exclusos sub ventre fovebant^). i) Oviparas esse Cleps. bioculatam jam Rawlins Johnson, Cleps. bioculatam, Carenae, complanatam Filippi observarunt. Contra Moquin-Tandon Cleps. complanatam ; Carena Cleps. bioculatam, Carenae (Hir. trioculat. Car.) marginatam (Hir. cephalot. Car.) viviparas esse contendunt. 2) Reliqnam dissertationis partem imprimendani haud curavi, cum generum reliquorum expositio parum novi contineat, genitaliiun vero fabrica, capite tertio explicanda, vix sine tabulis adjectis satis clare demonstrari posse videretur. Clepsine costata, neue Art^). Mit 2 Textfiguren. Diagnose: Corpus subcartilaginosum dilatatum fuscescens. Dorsum vitta media longitudinali flava, nigro interrupta, lineisque punctorum obscuriorum prominulis utrinque binis ternisve quasi costatum. Oculi duo, subrotundi. Long. 12 — 16'". Die Zahl der Augen unterscheidet diese neue Art feist von allen bis jetzt beschriebenen Hirudineen; unter den Clepsinen stimmen nur Cl. bioculata Sav. und sanguinea Filippi hierin mit ihr überein 2); von beiden ist sie durch die übrigen der angegebenen Charaktere, so wie durch den unten zu beschreibenden Bau des Nahrungskanals hinreichend verschieden. In Gestalt und Art der Be- wegung steht sie der Cl. marginata zunächst, und bildet gewissermassen ein Mittelglied zwischen dieser und der Cl. verrucata. Der Körper ist von etwas knorpliger Konsistenz, sehr flach, bei erwachsenen Individuen sehr breit und nach vorn verschmälert ; bei den Jungen ziemlich schmal. Seine Farbe ist grünlichbraun, auf dem schwach convexen Rücken bedeutend dunkler als auf der ganz flachen Bauchseite. Mitten über den Rücken verläuft vom Mund bis zum After eine gelbe Binde, die durch drei oder mehr schwarze Flecken (von ungleicher Lage und Ausdehnung bei verschiedenen Individuen) unterbrochen wird. Auf dem Kopf, der minder deuthch als bei Cl. marginata gesondert ist, wird diese gelbe Binde breiter und trägt hier die beiden ansehn- lichen, dem Vorderende sehr nahe liegenden, schwarzen rundlichen Augenpunkte. Zwischen dieser mittleren Binde und dem Seitenrand verlaufen jederseits 2—3 durch dunklere Punkte gebildete Längslinien. Die deutlichste dieser Linien ist von drei zu drei Ringen durch einen weissen Punkt unterbrochen. Sowohl diese LängsHnien, als die mittlere Binde springen ziemlich stark vor und geben so dem Thier ein geripptes Ansehen. Der Fuss ist gross, und auf der oberen Seite mit weissen Radien gezeichnet. Der seitliche Rand des Körpers erscheint gekerbt, jeder dritte Ring desselben ist durch dunklere Farbe ausgezeichnet. Die inneren Theile zeigen alle wesentlichen Eigenthümlichkeiten der Clep- sinen. — Von jedem Ganglion des Bauchstrangs (dessen einzelne Ganglien um je drei Ringe von einander entfernt sind) g^t jederseits ein einziger Nerv ab, der sich jedoch bald weiter theilt. 1) Archiv für Naturgeschichte, 1846. I. pg. 82—85. Taf. III, Fig. i u. 2. 2) Ausserdem hat Risso (HisL des princip. product. de l'Europe mcrid. Tom. 4. p. 429) eine San- guisuga marginata mit zwei Augen beschrieben. 24 Clepsine costata. Die männlichen Geschlechtstheile zeichnen sich aus durch eine auffallend grosse Ruthenscheide (Fig i c), und dadurch, dass die Epididymis deutlich in zwei Abschnitte gesondert ist; der in die Ruthenscheide einmündende vordere (Fig. i d) ist enger, von einer festen sehnigen glänzenden Haut umschlossen, und von blassgelber Farbe, der hintere (Fig. i e), der die unmittelbare erweiterte Fortsetzung des gemein- schaftlichen Hodenausführungsganges seiner Seite ist, ist auffallend weit, anscheinend drüsig, von einer zarten Haut bekleidet und weiss von Farbe. Die Zahl der Hodenbläschen, die ausser der Zeit der Fortpflanzung bei den Clepsinen so leicht zu übersehen sind, kann ich nicht bestimmt angeben. Der Uterus (Fig'. i/) steht in der Mitte zwischen dem der Cl. complanata und tessulata; mit dem der ersteren stimmt er in der Form, mit dem der letzteren durch seine fleischige Beschaffenheit überein. In der Figur ist der obere Querbalken desselben etwas nach hinten gezogen, um den darunter liegenden Theil und den Durchtritt des Nervenstrangs deutlicher zu zeigen. — An ihn heften sich zu beiden Seiten die unter Magen und Epididymis nach hinten steigenden Schläuche (Fig. i^) an, welche in gewöhnlicher Weise die gewundenen keimbereitenden Stränge der Clepsinen einschliessen. Der Magen hat wie bei Cl. mar- ginata, tessulata, verrucata, sieben Paar seitliche Anhänge, der Dünndarm wie bei allen (einheimischen) Clepsinen, vier Paare; das letzte Paar der Magen- anhänge steigt bis vor das vierte Paar der Darmanhänge nach hinten, während es bei Cl. marginata und tessulata noch über dies Paar hinausreicht, bei verrucata schon vor dem zw^eiten Paare der Darm- anhänge endet. Es trägt an der äussern Seite 4 Nebenanhänge (5 bei Cl. marg. und tess. keine bei verr.). Sowohl diese Fig. I. Rüssel, Speicheldrüsen und Genitalien der Clepsine costata, von oben. Der die Genitalien bedeckende Magen ist weggenommen. a Rüssel ; b Speicheldrüsen ; c Ruthenscheide ; d vor- derer, blassgelber, e hinterer weisser Theil der Epi- didymis ; / Uterus ; ^ die die keimbereitenden Stränge einschliessenden Schläuche. Fig. 2. Rüssel mit den Speichel- drüsen isolirt. «Muskelfasern, die sich auf dem Magen ausbreiten, und zum Zurückziehen des Rüs- sels dienen. Nebenanhänge des letzten Paares, als die sechs vorderen Paare der Magenanhänge sind, wie bei Cl. marginata, zierlich ver- ästelt. So lässt sich auch diese Art durch Zahl und Form ihrer Magenanhänge scharf von allen übrigen unterscheiden, während auch hier die Vierzahl der allen andern Hirudineen fehlenden Darmanhänge als ein sämmtlichen Clepsinen ge- meinsames Merkmal sich bestätigt. Die wichtigste anatomische Eigenthümlichkeit unserer Art ist jedoch der Bau des vor dem Magen gelegenen Theils des Nahrungskanals, — Bekanntlich nähren sich die einheimischen Clepsinen theils von den Säften der Mollusken, theils (Cl. marginata und tessulata) vom Blute der (Fische (?) und) Batrachier. Bei jenen beginnt gleich vor dem Magen der lange cylindrische muskulöse Rüssel während bei diesen, deren Magen übrigens durch bedeutendere Verästelung sich auszeichnet, vor demselben noch ein besonderes System von seitlichen An- Clepsine costata. 2 t; hängen des Nahrungskanals eingeschoben, und dadurch der Rüssel auf ein ver- hältnismässig weit geringeres Volumen reducirt ist i). Clepsine costata schliesst sich im Bau des Magens eng an die letzteren an; dagegen beginnt gleich vor demselben ein ausnehmend langer, nicht cylindrischer, sondern nach vorn immer enger werdender Rüssel (Fig. i a, Fig. 2), und jederseits liegen neben diesem Rüssel, vor dem Magen, der Ruthenscheide und dem vorderen Theile der Epi- didymis zwei ansehnliche weisse Drüsen, eine kleine vordere, und eine grössere hintere (Fig. i 6, Fig. 2), deren ziemHch lange, anfangs weitere und noch von Drüsenmasse umgebene Ausführungsgänge, sich nahe dem Hinterende des Rüssels vereinigen und sich hier in die Seiten desselben einsenken. Man darf sie wohl ohne Bedenken als Speicheldrüsen bezeichnen. Bei keiner anderen Clepsine kenne ich ähnliche Drüsen ; dagegen erinnert ihre Lage an das vor dem Magen gelegene System von Anhängen bei Cl. marginata und tessulata. Sollten diese vielleicht dieselbe Function haben, während sie in der einfacheren Form einer blossen Ausstülpung des Nahrungskanals auftreten? — Das Vaterland der Clepsine costata ist die Krim, wo sie die Sümpfe der Jaila, d. h. der Hochgebirge am Südrande der Halbinsel bewohnt. Ich erhielt mehrere Exemplare die Herr Prof. Dr. C. Koch in Jena lebend aus ihrer Heimath mitgebracht, durch die Güte des Herrn Geh. Rath Joh. Müller. Nach des Herrn Entdeckers freundlicher Mittheilung sollen sie in ihrem Vaterlande auf ähnliche Weise, wie unsere Sanguisugen, gefangen und mcdicinisch benutzt werden. Allerdings macht es der Bau ihres Magens wahrscheinlich, dass sie vom Wirbel- thierblute leben; allein umsonst suchte ich nach einem Apparate, mittels dessen sie in die Haut des Menschen einzudringen im Stande wären ; auch gelang es weder Herrn Prof. Koch, noch mir, sie an uns zum Saugen zu bringen, so dass doch wohl die betreffende Anwendung einer weitern Bestätigung zu bedürfen scheint. I) Siehe S. 3. Ueber Gammarus ambulans, neue Art^). Mit 3 Textfiguren. Als einzige Repräsentanten der Ordnung der Amphipoden im Gebiet der deutschen Süsswasserfauna sind bis jetzt wohl nur die beiden von Gervais zuerst unterschiedenen Gammarus-Arten zu betrachten, der G. fluviatilis Edw. (RoeseHi Ger\^) und G. pulex Fabr., da Koch's G. putaneus nur eine durch den Aufenthalts- ort bedingte Varietät zu sein scheint. Diesen beiden kann ich eine neue sehr eigenthümliche Art derselben Gattung hinzufügen, die ich zu Anfang Juni dieses Jahres in einem mit Lemna und Hydrocharis bewachsenen Graben bei Greifswald auffand. Schon Grösse, Farbe, allgemeine Körperform und Manieren unterscheiden sie zur Genüge von den genannten Arten. Sie ist im ausgestreckten Zustande gegen 2'" lang, einförmig dvmkel schwärzlich- oder bräunlichgrün gefärbt, selten heller und mehr gelblich, und trägt auf der Stirn zwischen beiden Augen einen lebhaft schwefel- oder citronengelben querovalen, hinten in der Regel ausgerandeten Fleck, der zugleich sich schwach über seine Umgebung erhebt. Der Körper ist weit weniger zusammengedrückt, breiter, an den Seiten gewölbter, als sonst in dieser und den verwandten Gattungen gewöhnlich, und damit steht im Zusammenhang eine von der unserer anderen Arten abweichende Bewegungs- weise, nach welcher ich den Namen dieser Art gewählt habe. Diese besteht nämlich in der Regel nicht in dem sprungweisen Schwimmen auf der Seite, sondern in einem aufrechten Gange, Dabei werden die drei letzten Abdominal- segmente, die sehr kurz und zu einem Stück verwachsen sind, so untergeschlagen, dass ihre Rückenfläche wagrecht auf dem Boden aufliegt ; betrachtet man dabei den Körper von oben, so sieht man an seiner hintern Hälfte die drei letzten wahren Fusspaare seitlich weit hervortreten, während die vier vorderen Paare fast immer unter dem Thorax verborgen bleiben. Dies ist auch die gewöhnliche Stellung des ruhenden Thieres. Nur selten, besonders wenn es gestört und ver- folgt wird, schwimmt es nach Art des G. pulex, oder ruht auf der Seite, die letzten Fusspaare nach dem Rücken in die Höhe geschlagen. Der Kopf ist klein, ohne vorspringende Stirn, mit ziemlich kleinen rund- lichen Augen. i) Archiv für Naturgeschichte, 1846, I, p. 296 — 300. Taf. X Fig. A — C. Gammarus ambulans. 27 Die oberen Antennen sind etwa um die Hälfte länger als die untern und erreichen ungefähr ein Drittel der Körperlänge; die drei cylindrischen fast gleich langen Glieder des Stiels, der bis etwa zur Mitte des letzten Stielgliedes der unteren reicht, nehmen der Reihe nach an Dicke ab; die Geissei, gegen 1V2 mal so lang als der Stiel, besteht aus 14 Gliedern; die Nebengeissel , ausserordentlich klein, wenig länger als das erste Geisselglied und dreimal dünner als dasselbe, ist aus zwei Gliedern zusammengesetzt (Fig. 3). Das erste und zweite Glied der unteren Antennen sind kurz, ersteres mit einem nach unten und vorn gerichteten konischen Fortsatz, in welchem ein cylindrischer Kanal zu verlaufen scheint, das dritte und vierte Glied lang, cyUndrisch; die Geissei, wenig länger als das letzte, vierte Stielglied, besteht aus sechs Gliedern. Sämmt- liche Geisselglieder der Antennen tragen an ihrem Ende kurze Borsten ; die Stiel- glieder sind der ganzen Länge nach mit einzelnen Borsten besetzt. Fig. I. Fig. 3. Fig. 2. Fig. I. Die 4 letzten Hinterleibssegmente, mit den 3 letzten Paaren der Afterfüsse und den Schwanz- anhängen. Fig. 2. Das letzte Paar der Afterfüsse, stärker vergrössert. Fig. 3. Der Stiel der obern Antennen mit der kleinen Nebengeissel und dem Anfange der I4gliedri- gen Geissei. Bis zum vierten Segment des Thorax nimmt der Körper an Breite, und die ansehnlichen Epimerien, die am Rande schwach gewimpert sind, an Grösse zu. Der Rücken zeigt weder auf diesen noch auf einem der folgenden Segmente eine Spur von Zähnen oder Dornen. Die vier ersten Fusspaare, wie gewöhnlich nach vorn gerichtet, sind klein und schwach, weit kürzer als die drei letzten, von denen das sechste das längste ist. Die Hände am ersten und zweiten Paare sind fast vollkommen gleich gebildet, nur dass die des zweiten Paares, wie der ganze Fuss, etwas länger und schlanker sind. Das 4te und 5te Glied dieser Paare sind stark verdickt, letzteres (das Handglied) länglich viereckig, und wie die beiden vorhergehenden Glieder, an der hintern Seite mit zahlreichen starken Borsten be- waffnet. Die Klaue, massig gekrümmt, reicht bis zum Ende des fast gerade ab- gestutzten mit kurzen Borsten besetzten Randes der Hand. Die ersten Glieder der langen drei letzten wahren Fusspaare sind \on be- trächtlicher Grösse, oblong, doch nach unten etwas verschmälert, (die des siebenten Paares sind die breitesten), am Hinterende gezähnelt mit feinen kurzen Borsten in den Buchten der Zähne und etwas stärkeren am Vorderrande. 28 Gammarus ambulans. Die grossen, ovalen, die Eier schützenden Lamellen der Weibchen sind am Rande mit einzeln stehenden langen Wimpern besetzt. Die Weibchen, deren Anzahl die der Männchen bedeutend zu überwiegen scheint, wurden in der Mitte des Juni mit Eiern angetroffen und gegen Ende des Monats begannen die ent- wickelten Jungen die Bruthöhle der Mutter zu verlassen. Die drei ersten Abdominalsegmente sind ein wenig länger als die des Thorax ; die vordere Ecke ihres untern freien Randes ist abgerundet, die hintere in eine nach hinten gerichtete Spitze verlängert. Die Schwimmfüsse, welche sie tragen, sind von gewöhnlichem Bau, nur dass die langen Borsten, mit denen ihre Aeste besetzt sind, einfach und nicht, wie z. B. bei G. pulex und locusta, gefiedert sind. Die drei folgenden, letzten Abdominalsegmente sind kurz und und zu einem einzigen ungegliederten Stück verschmolzen i), das an seiner untern Seite die drei letzten Afterfusspaare, an seinem Ende zwei kleine cylindrische, an der Spitze mit (in der Regel 5) kurzen Dornen bewehrte beweg- liche Schwanzanhänge trägt. Die Enden der Basalglieder des 4ten und 5ten Afterfusspaares liegen in gerader Linie mit dem Hinterleibsende; natürlich ist also das Basalglied des weiter nach vorn eingelenkten 4ten Paares länger als das des 5ten ; die beiden Aeste des 4ten Paares sind gleich, etwas länger als ihr Basal- glied, und überragen die des folgenden Paares, dessen Aeste etwa von gleicher Länge mit ihrem Basalglied, und bei dem der äussere Ast unbedeutend kürzer als der innere ist. Basalglieder und Aeste sind am Hinterrand und an der Spitze mit starken kurzen Dornen bewehrt; ich zählte deren (ohne die Enddornen) 4 an den Aesten des 4ten und dem innern Aste des 5ten, 3 am äussern Aste dieses letzteren Paares. Die Afterfüsse des sechsten Paares endlich sind ganz rudimentär, kaum als eine winzige Spitze zwischen dem vorhergehenden Paare und den Schwanzanhängen vortretend; sie bestehen aus einem dicken konischen Basalglied, auf welches ein kurzes an seiner Hinterseite mit einigen Borsten besetztes weit kleineres Endglied aufgesetzt ist (Fig. 2). Unter den bekannten Arten der Gattung ist eigentlich keine, die der eben beschriebenen besonders nahe stände; am meisten scheinen noch mit ihr über- einzustimmen G. Ermanii Edw. aus Kamschatka, bei dem aber die sehr kurzen letzten Afterfüsse zwei Aeste tragen und die Schwanzanhänge ohne Haare und Dornen sind (Edw. Hist. nat. des Crust. HL p. 49) und G. Zebra Rathke von der Küste Norwegens, bei dem aber die Nebengeissel völlig ungegliedert, die einfachen letzten Afterfüsse ansehnlich gross, die Schwanzanhänge ganz rudimentär sind (Nov. Act. Ac. Caes. Leop. Vol. XX. p. L p. 74). i) Selbst bei den jüngsten Thieren, die man der Bruthöhle der Mutter entnommen, ist keine Gliederung zu erkennen. Ueberhaupt sind diese Jungen den Alten schon ganz ähnlich; der Hauptunter- schied liegt in der geringern Zahl der Geisselglieder, deren man an den oberen Antennen 4, an den unteren 3 zählt, während die Nebengeissel schon ihre 2 Glieder besitzt. Das Längenverhältniss der Fühler unter sich, zum Körper, der Stiele zu den Geissein ist übrigens ziemlich wie später, indem die geringere Zahl der Geisselglieder durch verhäJtnissmässig grössere Länge ersetzt wird. Ausserdem sind die Domen, Borsten etc. noch weit weniger ausgebildet; die Zähnelung am Hinterrande des ersten Gliedes am 5ten — yten Fuss- paare, die Dornen der Afterfüsse des 4ten und 5ten Paares, mit Ausnahme der Enddornen, fehlen noch, die Schwanzanhänge tragen einen einzigen Dorn am Ende etc. Das sechste Paar der Afterfüsse ist ver- hältnissmässig grösser, doch ganz von derselben Form, wie beim Erwachsenen. Gammaras ambulans. 2q Rathke hält es für nicht unzweckmässig-, die mit der zuletzt genannten Art durch die Merkmale: „yeux circulaires, fausses pates abdominales de la sixieme paire ne portant pas deux grands articles cilies" übereinstimmenden Arten als eigene Gattung von Gammarus abzusondern. In diese würde auch der G. ambulans zu stellen sein, Ueberhaupt dürften wohl die in Form und Zahl ihrer Theile so verschiedenen Afterfüsse und Schwanzanhänge ein passenderes Moment für die generische Sonderung der zahlreichen unter Gammarus und Amphithoe begriffenen Arten abgeben, als die Nebengeissel ; denn gewiss sind durch Modificationen im Bau der für die Bewegung der Amphipoden so wichtigen Afterfüsse bedeutendere Differenzen in der ganzen Lebensweise bedingt, als durch die An- oder Abwesenheit der Nebengeissel, die überdies bei mehreren Gammarus zu einer fast verschwindenden Kleinheit herabsinkt (G. ambulans, Zebra u. s. w.), und gewiss ist z. B. unser G. ambulans bei weitem mehr als die grosse Mehrzahl der Amphithoe- Arten von den typischen Formen seiner Gattung (G. pulex, locusta) verschieden. Schliesslich die Diagnose der Art: Gammarus ambulans, fronte inermi, oculis subrotundis, antennis superioribus inferiores excedentibus, flagello auxiliari minimo biarticulato instnictis, dorso laevi, pedibus spuriis paris sexti simplicibus, conicis, perexigiiis, appendicibus caudae duabus, brevibus, cylindricis, apice spinulosis. Long. 2'", antennar. sup. 0,8'". Ueber die Geschlechtstheile von Clepsine und Nephelis'). Mit Tafel I. In derselben Abhandlung, in welcher Treviranus seine seitdem so viel be- sprochenen Ansichten über die Geschlechtstheile und die Fortpflanzung des me- dicinischen Blutegels entwickelt, beschreibt er auch die Geschlechtstheile von Nephelis vulgaris mit dem besonderen Bemerken, dass dieselben hier wesentlich verschieden gebaut seien ^). Ebenso erscheint auch in der von Filippi gegebenen Beschreibung des Geschlechtsapparats der Clepsinen derselbe typisch verschieden von dem aller übrigen Hirudineen ^). Nach den Untersuchungen, die ich selbst darüber angestellt, scheint mir da- gegen derselbe gemeinsame Plan, nach welchem die Geschlechtstheile in den Gattungen Sanguisuga, Haemopis, Aulastoma, Piscicola gebaut sind, auch in den beiden genanten Gattungen der Bildung derselben zu Grunde zu liegen, und theils in dieser Hinsicht, theils weil sich daraus eine, meines Erachtens unzweifelhafte Deutung der einzelnen Theile des Geschlechtsapparats auch für den medicinischen Blutegel ergiebt, glaube ich die nachfolgenden, leider oft noch unvollständigen Beobachtungen der Mittheilung nicht ganz unwerth. Bei Clepsine tessulata^), die sich sowohl ihrer Grösse als der weichen, fast gallertartigen Konsistenz ihres Körpers wegen vor allen andern Arten zu ana- tomischen Untersuchungen eignet, liegen jederseits auf der Bauchseite nach aussen von den bei den Clepsinen besonders entwickelten vom Bauch nach dem Rücken aufsteigenden Muskeln (Filippi's fasci abdomino-dorsali) sechs Hoden (Fig. i.a), d. h. ziemlich grosse, ovale, äusserst dünnwandige Bläschen, die ausser der Zeit der Fortpflanzung zusammengefallen und leicht zu übersehen sind, während dieser Zeit aber von einer milchigen Flüssigkeit strotzen und durch die Bauchdecken hindurch schon von aussen sich wahrnehmen lassen. Von oben werden sie zum Theil durch den Magen bedeckt, zwischen dessen seitlichen Anhängen sie liegen. Nach aussen von ihnen verläuft jederseits ein ausserordentlich feiner Ausführungs- gang (Fig 1.6) nach vorn bis in die Gegend des siebenten Bauchganglions; hier i) Müllers Archiv für Anatomie. 1846. pg. 138—148. Taf. VIII. 2) Tiedem. und Trevir. Zeitschr. für Phsysiol. Bd. 4 pg. 166. 3) Filippi, lettera sopra l'anat. e lo sviluppo delle Clepsine. Pavia 1839. 4) Cf. Wieg mann 's Archiv. 1844. Bd. I, pg. 370 = Gesammelte Schriften pg. i. Geschlechtstheile von Clepsine und Nephelis. ■. . verdickt er sich plötzlich zur Epididymis (Fig. i.c), die sich nach innen unter den Magen wendet, allmähg an Dicke zunehmend, mit mannichfachen Biegungen in der Mittellinie bis etwa zum letzten Hodenpaare nach hinten geht, und von da wieder nach vorn bis vor das sechste GangHon zurückkehrt; hier bildet sie mehrere kurze verschlungene Windungen und mündet in das vordere Ende einer zweischenkhgen, dickwandigen, sehnigglänzenden Scheide (Fig. i.d), die zwischm j sagen, jedenfalls können über der Samenblase keine Gehirnganglien liegen, sondern diese müssen am entgegengesetzten Körperende gesucht werden. Bei diesem immerhin dürftigen Stande unserer Kenntniss von dem Baue der Landplanarien kam es mir sehr erwünscht, ein Exemplar eines solchen Thieres zur Untersuchung zu erhalten. Dasselbe war von Herrn Burmeister bei Rio Janeiro gefunden und lebend in Spiritus gesetzt, in welchem es sich bis auf eine zufällige Verletzung in der Mitte des Körpers recht gut erhalten hatte. Zur mikroskopischen Untersuchung waren die Gewebe freiHch nur zum Theil noch gut brauchbar. Doch gelang es, mit Hülfe des. Glycerins, das zur Aufhellung von Spiritusprcäparaten für das Mikroskop oft vortreffliche Dienste leistet, eine Einsicht in den feineren Bau mehrerer Organsysteme zu erhalten. Leider stand die Entwickelung der Generationsorgane bei dem Thiere so zurück, dass über die Geschlechtsdrüsen gar Nichts ermittelt werden konnte. Unser Exemplar gehört keiner der oben characterisirten 26 Arten an und führe ich dasselbe unter dem Namen von Geoplana Burmeisteri in das System ein. Die Länge beträgt 2V2 Zoll, die grösste Breite hinter der Mitte des Körpers fast Y2 Zoll, die Dicke i Linie. Der Körper ist nach vorn und hinten zugespitzt, nach hinten schneller, nach vorn sehr allmählig verjüngt und in eine lange Spitze aus- gezogen. Die Farbe ist auf dem Rücken sepiabraun, am Vorderende schwarz- braun, ein hellbrauner Streifen von \ Linie Breite läuft in die Mitte des Rückens vom vordersten bis zum hintersten Ende, sehr deutlich und scharf von fast schwarzen Rändern begränzt im vorderen Viertel des Thieres, dann verwaschen und erst in der Nähe des hinteren Endes wieder deutlicher. Auf dem Rücken finden sich ferner eine Menge kleiner kreissrunder weisslicher Pünktchen zerstreut, welche eben noch mit blossem Auge erkannt werden können, in der vorderen Hälfte kleiner sind und dichter stehen als in der hinteren, und nach dem Kopfende zu endlich ganz verschwinden. Die Unterseite ist gleichmässig graugelb, zeigt dicht hinter der Mitte die Mundöffnung, aus welcher in unserem Exemplar das vielfach gefaltete, trichterförmig erweiterte Mundende des Schlundrohres hervor- ragt und 5 Linien weiter nach hinten die sehr kleine Geschlechtsöffnung, Augen wurden bei mikroskopischer Untersuchung des Randes der vorderen Körperhälfte aufgefunden und stellen in einfacher Reihe ziemlich dicht hintereinander liegende, meist halbmondförmig gestaltete schwarzbraune Pigmentflecke dar, in deren nach aussen gerichteter Concavität ein runder, durchsichtiger Körper liegt, welcher das Licht nicht auffallend stark bricht und in dieser Beziehung ganz dem gleich- gelagerten, als Linse zu deutenden Körper des Auges unserer Süsswasserplanarien gleicht. Die mikroskopische Untersuchung der Haut bestätigte zunächst die von F, Müller ausgesprochene, übrigens nach seiner oben mitgetheilten Beobachtung des Beweises durch das Mikroskop kaum mehr bedürfende Vermuthung, dass ein Wimperepithelium hier so gut wie bei den übrigen Turbellarien vorhanden sei. Wenn auch im Allgemeinen durch die Aufbewahrung in Spiritus der Wimper- überzug sehr gelitten hatte, so konnten an einzelnen Stellen doch die Epithelial- zellen mit ihrer Wimperkrone unzweifelhaft erkannt werden. Ob freilich dieser Wimperüberzug ein ganz allgemeiner sei oder, wie bei vielen Schnecken, nur an einzelnen Körperstellen vorhanden, Hess sich nicht entscheiden. Doch dürfte nach -^ ■) Landplanarien. Analogie der übrigen Turbellarien kaum ein Zweifel an der gleichmässigen Ver- breitung jenes Ueberzuges gerechtfertigt sein. Die Wimperzellen sind farblos und meist von Keilgestalt. Unverkennbar war an mehreren derselben die Verdickung der vorderen, Wimpern tragenden Zellmembran, welche diesen Epithelialgebilden eben so allgemein zuzukommen scheint, wie den Cylinderzellen des Darmes nach den Beobachtungen von Funke und Kölliker. Unter ihnen befindet sich eine Lage unregelmässig sechseckiger Pigmentzellen, welche der Sitz der eigentlichen Hauptfärbung sind. Gänzlich vermisst wurden in der Haut unserer Geoplana stäbchenförmige Körper, welche bekanntlich den Süss- und Seewasser- Planarien so allgemein zukommen. Dieselben lassen sich, wie ich mehrfach be- merkt habe, in Spiritus sehr gut conserviren, und konnte ihr Mangel demnach schwerlich in der Aufbewahrungsmethode begründet sein. Unter den Zellen der Haut folgt wie bei den übrigen Turbellarien ein Haut- muskelnetz und zwar zunächst eine einfache Lage dicht aneinander gefügter Längsfasern. Darunter befindet sich eine dichtere Schicht quergelagerter Muskelelemente. Erstere lösen sich im Zusammenhange mit den Zellen der Ober- haut leicht als dünnes Häutchen von den KLreismuskeln ab, die ihrerseits eine innige Verbindung mit den Eingeweiden, namentlich den feineren Endzweigen des Darmrohres eingehen, so dass sie nicht ohne anhängende Theile der letzteren abgehoben werden konnten. Der Zustand der Maceration, in welchem sich durch die mehrjährige Aufbewahrung unsere Geoplana befand, erleichterte die Trennung der genannten Schichten, welche im frischen Zustande schwerlich ausführbar ge- wesen wäre. Die Elemente dieser Muskelschichten sind lange Fasern von 0,0006—0,002 Linien Breite, durchaus homogen, ohne Unterschied von Hülle und Inhalt, ohne Spuren von Querstreifen, ganz denen gleichend, welche ich bei den Rhabdocoelen unter den Turbellarien beschrieben und abgebildet habe (Beiträge zur Natur- geschichte der Turbellarien, 1850), und wie sie sich bei den grösseren Dendro- coelen des Wassers finden. Schmale und breite sind untermischt, die schmaleren an Zahl bei weitem überwiegend, die breiteren theilen sich öfter, in einzelnen Fällen sieht man pinselförmige Ausstrahlungen an denselben. Den von den Ringmuskeln umgebenen Raum fand ich fast ganz ausgefüllt vom Darmcanale, indem, wie schon angeführt wurde, von dem secernirenden Theile der Geschlechtsorgane, welcher sich bei geschlechtsreifen Thieren in grösserer oder geringerer Ausdehnung sicher zwischen die Verzweigungen des Darmes einschieben wird, in unserem Exemplare Nichts wahrgenommen werden konnte. Nur in der unmittelbaren Nähe der Geschlechtsöffnung nahm das kug- lige Begattungsglied einen verhältnissmässig bedeutenden Raum ein. Den An- fang des Darmrohres bezeichnete die äusserlich vorragende, gefaltete Mundöffnung des Schlundrohres, von weisser Farbe, aus sehr dicht verfilzten schmalen Muskel- fasern gebildet. Das Schlundrohr setzt sich unter der Haut verborgen und ziem- lich die ganze Dicke des Thieres einnehmend als ein etwa i Linie starker und 4 Linien langer Cylinder nach vorn fort. Von ihm entspringen an dem der Mund- öffnung 9ntgegengcsetzten Ende 3 Zweige des Darmes, einer nach vorn in der Richtung des Schlundrohres verlaufend und unter Abgabe zahlreicher rechtwinklig abstehender Aeste allmählig verschmälert bis in die Nähe des vorderen Endes Landplanarien. «7 -i reichend, und zwei nach hinten gehende Aestc, welche nach rückwärts umgebogen längs des Schlundrohrcs und über dasselbe hinaus bis an das hintere Ende reichen, und nach aussen zahlreiche Zweige abgeben. Diese Haupt- und die grösseren Nebenzweige des Verdauungsrohres besitzen stark muskulöse Wandungen und einen inneren kleinzelligen Epithelialbelag. Mit der immer mehr ins Feine gehenden Theilung der Seitenäste des Nahrungscanales verdünnt sich die Muskelschicht immer mehr, während die Epithelialzellen grösser und dunkler granulirt werden, bis letztere die an die Ringmuskeln der Haut innen angehefteten traubigen Enden der Darmverzweigungen ausschliesslich darstellen, nur von zarter structurloser Hülle umgeben. Diese grosszelligen letzten Enden des verzweigten Verdauungs- rohres dürften in ihrer Function einer Leber verglichen werden. Die Muskelfasern des Nahrungscanales gleichen zum grossen Theile den oben geschilderten der Haut. Ausser diesen finden sich aber noch andere mus- kulöse Elemente in der ganzen Ausdehnung dieses Canals)^stems, welche den organischen Muskelfaserzellen höherer Thiere in der Form nicht unähnlich sind. Es sind dies meist spindelförmige, abgeplattete Körper mit abgerundeten oder unregelmässig gerissenen Enden von ähnlicher Grösse und Gestalt, wie die breiten kurzen Muskelfaserzellen aus Arterienhäuten, die ich in meiner Inauguraldissertation: De arteriarum notione, structura etc., 1849, tab. III, Fig. 2 u. 4 abgebildet habe. Dieselben sind durchsichtig, blass, farblos, nicht körnig, dagegen mit einer An- deutung von Längsstrichelung versehen und entweder homogen, oder zeigen einen körnigen centralen Streifen, welcher entweder durch die ganze Länge des faser- zellenähnlichen Gebildes läuft, oder nur im Centrum auf eine kürzere Strecke wahrnehmbar ist. Dieser Streifen besitzt in der Mitte immer eine Anschwellung und ist nach den Enden zugespitzt, hat aber keine Aehnlichkeit mit einem scharf- umschriebenen Kerne, sondern erinnert eher an die körnigen Axenstränge der Muskelfäden, welche neuerdings C. Semper von den Schnecken beschrieben hat (Zeitschr. f. wiss. Zoologie, Bd. VIII, p. 345, Tab. VII, Fig. 10). Die Gestalt der beschriebenen Körper variirt mannigfach. Wenn auch die Spindelform die ge- wöhnliche ist, so kommen auch einzelne keulenförmige vor, welche an einem Ende in einen längeren Faden ausgezogen sind, andere gleichen Bruchstücken von Fasern, und noch andere stellen wirklich längere Fasern dar, gleichen dabei in ihrem Lichtbrechungsvermögen und der Andeutung einer Längsstrichelung den Spindelkörpern vollkommen, wenn ihre Breite auch eine geringere ist, so dass ein Uebergang der einen Form zur andern nicht verkannt werden kann. Alle diese Elemente kommen in den Wandungen des Verdauungsrohres mit schmäleren Muskelfasern, wie ich sie in der Haut gelegen beschrieb, gemischt vor, und zeigen wieder deutliche Uebergänge zu diesen, so dass ich namentlich aus diesem Grunde den Schluss auf die muskulöse Natur auch der Spindelkörper zu ziehen nicht an- stehe. Es scheint demnach, als wenn die breitesten unter den Muskclbändern im Körper unserer Geoplana aus einzelnen, den Faserzellen der höheren Thiere ähn- lichen Elementen zusammengesetzt wären, welche sich nach der Maceration leicht isoliren lassen, oder, wo sie fester bereits verbunden waren, leicht abbrechen, während die schmäleren lange continuirliche Fäden bilden, an welchen eine Ver- schmelzung aus mehreren Zellen nicht mehr wahrzunehmen oder überhaupt niemals vorhanden gewesen ist. •JA Landplanarien. In dem Schlundrohre unseres Thieres fand ich einen Bissen eingeschlossen, welcher aus der Reibeplatte und den Kiefern einer vSchnecke mit anhängenden muskulösen Theilen bestand. Es spricht diese Beobachtung wie die Angabe von F. Müller über den Vernichtungskrieg, welchen die Geoplana subterranea gegen die Regenwürmer führt, gegen die Annahme von Darwin, dass die Landplanarien sich nur von vegetabilischer Kost nährten und zwar von zersetztem Holze, an welchem man sie vornehmlich findet. Darwin hielt zwar einige Exemplare 2 1 Tage eingesperrt ohne ihnen anderes zur Nahrung zu reichen wie faules Holz, und wuchsen die Thiere in dieser Zeit beträchtlich. Doch möchte diese Beobachtung immer noch nicht entscheidend sein, da der Darm auf seinen Inhalt nicht unter- sucht wurde. Unser Exemplar enthielt nicht eine einzige Pflanzenzelle in demselben. Vom Nervensysteme konnte durch Präparation Nichts dargestellt werden, und von den Generationsorganen habe ich nur noch den an der Geschlechts- öffnung als kugligen Körper von ^/g Linie Durchmesser leicht isolirbaren Penis und die Samenblase zu erwähnen. Letztere enthielt keine Spermatozoiden. Die wahre Gestalt dieser contractilen und ganz aus feinen Muskelfasern gebildeten Organe wird nur die Untersuchung frischer Exemplare ermitteln können. Ein Gleiches gilt von den Geschlechtsdrüsen, dem Wassergefässsystem u. s. w. Immer aber würde eine Aufbewahrung dieser so äusserst zarten Thiere behufs späterer histologischer Untersuchungen in einer Lösung von doppelt chromsaurem Kali I — 2 Gran auf eine Unze Wasser dem Spiritus bei weitem vorzuziehen sein, und empfehle ich diese Lösung allen Sammlern aufs wärmste. Lumbrlcus corethrurus, Bürstenschwanz ^). Der Inhalt der Abhandlung ist in der Anmerkung S. 65 — 66 der gesammelten Schriften wieder- gegeben. Angefügt ist noch die folgende Notiz des Herausgebers des Archivs: Die obige Mittheilung ist mir im Januar 1857 mit folgendem Schreiben des Hrn. Prof. Max Schultze in Halle zugegangen, welches manchem Leser des Archives von Interesse sein dürfte: Mit besten Grüssen sende ich Ihnen anbei die Beschreibung eines neuen Regenwurmes von Dr. Fritz Müller in Colonie Blumenau in Brasihen, Ihnen bekannt durch seine früheren Beiträge zu Ihrem Archiv, in welchem auch diese Zeilen wohl einen Platz finden dürften. Nachdem Müller mehrere Jahre Landbauer in der genannten Colonie ge- wesen und kaum Zeit zu naturwissenschaftlichen Beobachtungen, geschweige denn dazu hatte, solche in einer mittheilbaren Form niederzuschreiben, dürfen wir jetzt auf reichhch erfolgende Mittheilungen und Sammlungen von ihm hoffen. Er ist seit Kurzem als Lehrer der Mathematik an einer neugegründeten Schule in Desterro auf der Insel St, Catharina angestellt, wohnt unmittelbar am Meere, dessen Fauna er mir in beredten begeisterten Worten als eine ausserordentlich mannichfaltige schildert, und wird sich zoologischen Studien nunmehr so viel es seine Zeit erlaubt widmen. Ich freue mich ungemein, dass eine so tüchtige Kraft der Wissenschaft wiedergewonnen ist. Ein Mikroskop habe ich ihm jetzt auch durch Bur meist er hinüber geschickt I) Archiv für Naturgt;schichte 1857. I. p. 113 116. Einiges über die Annelidenfauna der Insel Santa Catharina an der brasilianischen Küste ^). (Aus einer brieflichen Mittheilung an Prof. Grube.) Mit Tafel V und VI. Die nachfolgenden Bemerkungen über brasilianische von Herrn Dr. Fr, Müller gesammelte Anneliden glaube ich dem wissenschaftlichen Publikum um so weniger vorenthalten zu dürfen, da uns von exotischen Thieren dieser Klasse so wenig bekannt, die hier besprochenen von Herrn Dr. Müller lebend beob- achtet und darunter viele neue Gattungen aufgestellt sind. Wir entnehmen daraus zugleich, dass die grüne Blutfarbe bei den Anneliden weiter verbreitet ist, als wir bisher gewusst, dass auch bei den Polynoen verschiedene Arten verschieden ge- färbtes Blut besitzen, und dass sich die Zahl der Anneliden mehrt, denen das sonst so allgemein vorkommende lebhaft pulsirende Rückengefäss und überhaupt ver- zweigte Gefässe fehlen, und bei denen, wie es scheint, das Blut nur wandungslos in der Leibeshöhle vorkommt, und zwar ein Blut, dessen P'arbstoff nicht an seiner Flüssigkeit, sondern an den in ihm sehr zahlreich vorkommenden ganz regel- mässig geformten Körperchen haftet. Was an genauerer Unterscheidung der hier erwähnten Arten noch mangelt, das werden hoffentlich bald zu erwartende Nachträge ergänzen. Ed. Grube. . . . Wie zu erwarten stand, sind alle hiesigen Arten neu: Ihre Zahl beläuft sich auf etwa 60, die sich, wie folgt, unter die einzelnen Familien verteilen: Fam. Aphrodite a. 4 Polynoe (Lepidonote-) und 2 Palmyraarten. Letztere dadurch interesssant, dass aUe Segmente gleich ausgestaltet sind und Rückencirren tragen, auch das grüne Blut der P. obscura ist eine bemerkenswerthe Eigen- thümlichkeit. Von den Polynoen hat die gemeinste Art (P. fusca) eine grössere Zahl von Elytren als alle übrigen Lepidonotcn, nämlich 2 1 Paar -), die auf die 45 Segmente so vertheilt sind, dass sie dem 2ten, 4ten, 5ten, 7ten, gten u. s. w. 25sten, 27sten, 28sten, ßostcn, 3isten, 34sten, 36sten, 38sten, 4isten zukommen. 1) Archiv für Naturgeschichte 1858. I. p. 211 — 220. Taf. VI. u. VII. 2) Nicht mehr die einzige Art mit 21 Elytrenpaaren. Gr. Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. y^^ P. lunifera mit 37 Segmenten trägt ihre 15 Paar Elytren auf dem 2ten, 4ten, 5ten, yten u. s. w., igten, 2isten, 24sten, 27sten, ßosten, 33sten Segment. Bei dieser und P. pallida beobachtet man Fhmmerepithelium auf der Basis der Ruder, wo es auch sonst öfter vorkommt. Fam. Eunicea. i Diopatra, i Onuphis, 3 — 4 Eunice, 3 Lumbriconereis und I neue Gattung^), Die Lumbriconereis sind entschieden nicht blosse Jugendzustände, wie für die eine Art die beobachteten Eier und Spermatozoiden, für die anderen beiden die sehr eigenthümliche Gebiss- und Borstenbildung beweist. Diopatra hat grünes Blut. Die Normalzahl der Aftercirren der Euniceen, die ich bei allen unseren Arten finde, ist 4, selten gleich lang wie bei 2 Lumbri- conereis, meist die untere beträchtlich kürzer und selbst fast verschwindend klein. Die Borsten in vollzähliger Entwickelung zeigen 6 verschiedene Formen an dem- selben Ruder, von unten nach oben in folgender Ordnung: i) Rückenborsten, bisweilen fast gerade und den Aciculis ähnlich, selten die einzige Bewaffnung des Ruders bildend ; 2) ein Bündel zusammengesetzter Borsten ; 3) Aciculae meist in mehrfacher Zahl, bisweilen mit knopfförmiger Spitze, bisweilen in eine haarförmige Spitze auslaufend; 4) ein Bündel haarförmiger Borsten, denen sich bisweilen paleen- ähnliche Borsten beigesellen ; 6) endlich einige sehr zarte nach dem Rückencirrus zu sich erstreckende, nicht aus der Haut austretende Borsten, Vielfache Eigenthümlichkeiten hat die Gattung Anisoceras' Gr. (Taf. V. Fig. 1). Der elliptische Kopflappen trägt 2 Paar Augen, nahe dem Seitenrande I Paar geringelter und daneben ein zweites Paar plumper ungeringelter Fühler. Das zweiringlige Mundsegment, das beiderseits wulstig neben dem Kopflappen vorspringt, ist anhangslos. Die ziemlich schlanken Ruder mit drei Lippen (Taf. V. Fig. 2), einer unteren und zwei oberen, über der unteren ein Büschel sichelförmiger, zwischen den oberen ein Büschel einfacher Borsten, eine einzelne Acicula, ein kurzer Bauch- und ein ziemlich langer zweigliedriger Rückencirrus. Keine Kiemen. Vier Aftercirren. Das abweichendste ist indessen das Gebiss, indem hier die Kiefer in eine grosse Zahl (gegen 100) einzelner Zähne zerfallen, die jederseits vier paar- weis genäherte gebogene Längsreihen bilden. Auch die Färbung ist eigenthüm- lich, indem der gelbliche Körper auf dem Rücken jedes Segments zwei braun- rothe Querbinden trägt. Die unteren Fühler scheinen nicht den äusseren Rückenfühlern der Euniceen zu entsprechen, sondern ähnliche nur beträchtlicher entwickelte und an die so- genannten Fühlercirren der Spiodeen erinnernde Organe, wie sie sich bei den Larven der Onuphis finden. Fam. Lycoridea. 6 Arten Nereis, meist aus der Abtheilung Nereilepas, Für diese scheint mir die Deutung des grossen oberen Züngelchens als Kieme unzweifelhaft. Eine bis jetzt nur einmal beobachtete Art hat grünes Blut. i) Herr Dr. Müller hatte noch nicht das Heft der Videnskabelige Meddelelser fra den natur- historiske Forening i Kjöbenhavn vom Jahre 1856 in Händen, in welchen ich p. 60 die hier beschriebene Gattung bereits unter dem Namen Anisoceras aufgestellt und darauf aufmerksam gemacht habe, dass auch delle Chiaie eine zu derselben gehörige Art unter dem Namen Nereis Rudolphii in seinen Memorie beschrieben. Die Art, welche Herr Dr, Müller vor Augen gehabt, scheint mir dieselbe, die Oerstedt bei Punta arenas gefunden und die wir in der oben genannten Zeitschrift als Anisoceras vittata beschrieben. Gr. 78 Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. Fam. Ph)^llodocea. Eine kleine Eulalia und eine Hesione, letztere (H. picta) mit weissen Querbinden auf schwärzlichem Grunde und mennigrothem Grundgliede der Rücken- und Fühlercirren ist vielleicht die schönst gefärbte der bekannten Anneliden. Sie ist fühlerlos (Taf. V. Fig. 3). Rothes Blut, dicht aneinander liegende Hälften des Nervenstranges und büschelförmige Ovarien entfernen sie von den eigentlichen Phyllodoceen. Fam. Syllidea. Eine Art Syllis, die vielleicht wegen der Randpapillen des Rüssels eine eigene Gattung Lalage bilden muss, wenn den übrigen Syllis diese Papillen wirklich fehlen. Wie arm sind hier diese beiden in nordischen Meeren so reichen Familien im Vergleiche mit den Euniceen. Fam. Glycerea. Eine neue Gattung: Gly cinde. Mit reichlicher bewaffnetem Rüssel als irgend ein anderer Wurm (Taf. V. Fig. 4. 5. 6). Randpapillen und nahe dem Rande ein Kreis von etwa 20 schwarzen Kieferspitzchen, von denen die zwei untersten ansehnlich gross sind. Auf der Rückenseite zwei Längsbinden farbloser aufwärtsgekrümmter Zähne (mehrere 100), kleinere Zähnchen auf seiner Bauchfläche und einzelne flache Plättchen zerstreut an den Seiten. Kopflappen geringelt, die vier Fühlerchen zweigliedrig, ein Paar Augen an seiner Basis, ein zweites nahe der Spitze. Keine Kiemen. Rücken- und Bauchcirrus und zwei blattförmige Lippen an jedem der beiden Borsten- büschel. Zwei lange untere und zwei rudimentäre kuglige obere Aftercirren. Ich vermisse bis jetzt bei diesem Thiere Gefässe. Die Flüssigkeit der Leibeshöhle hat Blutfarbe, enthält zahlreiche grosse flache kreisrunde Scheibchen (von 74^ Milli- meter Durchmesser 1)) und scheint die Stelle des Blutes zu vertreten. Spec. Glycinde multidens. Fam. Amytidea? Sigambra Grubii. Kopflappen nicht deutlich vom langen Mundsegmente geschieden mit zweilappiger Stirne; zwei winzigen Stirn- und drei Nacken- Fühlern (Taf. V. Fig. 9), jederseits zwei Paar Fühlercirren ; der obere des hinteren Paares sehr lang, zwischen denen des hinteren Paares ein Borstenbündelchen. Ruder einästig mit einem Bündel einfacher Borsten und einer Acicula, kurzer fadenförmiger Bauch- und langer schmal blattförmiger Rückencirrus, in dessen Basis versteckt sich eine zweite Acicula, begleitet von einem einzelnen gestreckten Häkchen (Taf, V. Fig. 7 u. 8). Zwei lange Aftercirren; zahlreiche kurze Seg- mente. Rüssel cylindrisch mit Randpapillen, Darm mit seitlichen Fortsätzen in die Basis der Ruder. Blut gelblich. Fam. A r i c i e a. 2 Arten Spio (?), i Leucodore, i Magelona (nov. gen.), I Gisela n. g., 4 Cirratulus, i Aricia, i Theodisca n. g., i Cherusca n. g., i Her- mundura. Sie sehen, wie reichlich diese Familie oder vielmehr das Gemisch heterogener nur durch negative Charaktere vereinigter Thiere hier vertreten ist. Ob wirklich L e u c k a r t's Leucodore mutica der sogenannten Fühler entbehrt. I) Wir hätten hier also ein drittes Beispiel von einer frei im Leibe einer Annelide fluctuirenden an regelmässigen gefärbten Körperchen reichen Flüssigkeit, beim Mangel von Gefässen. An Glycera und Capitella haben Quatrefages, van Beneden, Oersted und ich ähnliches beobachtet. Gr. Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. 79 möchte ich, beiläufig bemerkt, bezweifeln; da die Spionen leicht diese Organe verlieren und nicht selten ohne dieselben angetroffen werden, M a g e 1 o n a. Kopflappen flach, häutig, breit herzförmig; zwei sehr lange mit cylindrischen Papillen besetzte sogenannte Fühlercirren, ich sage sogenannte, da ich in der That kaum eine Analogie zwischen diesen Organen und den Fühlercirren anderer Rapacia finde. Vordere Körperabtheilung aus 9 Segmenten mit zweizeiligen Bündeln ein- facher Borsten, jedes mit einer cirrenartigen Lippe. Die sehr zahlreichen Seg- mente der hinteren Körperabtheilung tragen jederseits eine untere und eine obere Querreihe gestreckter Häkchen (Taf. V. Fig. 11) und zwischen beiden zwei cirren- artige fadenförmige oder schmal blattförmige Fortsätze. Zwei Aftercirren. Wenig vorstülpbarer Rüssel. Darm in der hinteren Körperabtheilung zwischen je zwei Segmenten sehr stark eingeschnürt. Das Blut blassviolett mit sehr zahlreichen Blutkü gelchen. Rücken- und Bauchgefäss; an der Grenze je zweier Segmente der hinteren Körperabtheilung entspringt aus jedem derselben ein Seitengef äss ; diese laufen neben einander nach aussen, dann geschlängelt nach hinten und enden in eine gemeinsame contractile Blase (Taf. V. Fig. 10). Weitere Gefässe scheinen zu fehlen. Das Blut fluctuirt sehr lebhaft, doch in stets wechselnder Richtung. In der vorderen Körperabteilung scheint das Blut gefässlos die Leibeshöhle zu füllen, und dringt in den Kopflappen und die Fühlercirren. Spec. Magelona papillicornis. Gisela. Herzförmiger Kopflappen; zwei Paar Augen. Ein Büschel Haarborsten zwischen einer breit blattförmigen unteren und oberen Lippe, von denen die letztere in einen cirrusähnlichen Faden ausläuft ; auf der Bauchseite eine Querreihe Hakenborsten, von denen eine einfach S-förmig und stärker ist, die anderen einen kurzen scharf umgebogenen Schnabel haben (Taf. V. Fig. 12). Von der oberen Lippe läuft eine niedrige häutige Lamelle mit stark flimmerndem Rande quer über den Rücken und scheint als Kieme zu fungieren. Die vorderen Segmente sind abweichend ausgestaltet. Zwei Aftercirren. Spec. Gisela heteracantha. Theodisca. Theodisca schliesst sich im Baue der seitlichen Fortsätze an Aricia an, unter- scheidet sich aber durch einen einzig dastehenden Rüssel, der dendritisch in zahl- reiche fingerförmige mit Flimmerepithelium bedeckte Lappen zerschlitzt ist (Taf. V. Fig. 14). Ruder der hinteren Segmente Taf. V. Fig. 13, Aftersegment Taf. V, Fig. 15. Spec. Theodisca aurantiaca. Hermund ura. Kopflappen zweispitzig oder vielmehr in zwei einstülpbare Stirnfühler (Taf. VI. Fig. iq) auslaufend. Zweiästige Ruder, der lange untere Ast mit farbloser Acicula und einem Büschel zahlreicher ziemlich starker einfacher Borsten ; der sehr kurze obere Ast hat als einzige Bewaffnung eine Acicula, kürzer und stärker als die gQ Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. des untern (Taf. VI. Fig. 21. Keine Kiemen. Zwei seitlich abstehende und ein kurzer unpaariger Aftercirrus (Taf. VI. Fig. 20). Spec. Hermundura tricuspis. Cherusca. Winziger Kopflappen mit unpaarem Fühler, auf seinem Rücken (oder dem des isten Segments?) ein ästiger Anhang, fast wie eine Terebellenkieme ! Die seitlichen P'ortsätze aller Segmente mit einer oberen und unteren blattförmigen Lippe. Borsten des isten Segments ein Bündel gerader und ein Bündel schwach S-förmig gebogener Borsten, am 2ten und ßten Segmente einige dieser S-förmigen Haken und ein Bündel zarter Haarborsten, am 4ten bis 6ten Segmente nur diese letzteren, ebenso am jten bis i3ten, an denen die Enden der beiden Lippen in spateiförmige Paleen übergehen, die diesen Weichtheilen nicht ein-, sondern auf- gepflanzt sind! (Taf. VI. Fig. 18). Die übrigen Segmente mit mehreren Büscheln verschiedener starker Haarborsten und im oberen Theile des Ruders mit einem Säckchen voll äusserst zahlreicher loser, in Masse goldglänzender sehr zarter kurzer Borstchen, die bei jedem Reize in Menge entleert werden und mit dem aus dem vorderen Theile des Ruders austretenden Schleime das Thier umgeben (Taf. VI. Fig. 16). Drei Aftercirren (Taf. VI. Fig. 17). Diese hintere Körper- abtheilung ist unendlich lang, ich habe schon über fusslange Fragmente, aber noch kein unversehrtes Exemplar des sehr schmalen und flachen äusserst zer- brechlichen Thieres gefunden. Keine dieser sonderbaren Aricieen ist etwa nur Larvenzustand : ich habe alle mit entwickelten Zeugungsstoffen beobachtet. Familie? Drilidium. Der kurze rundliche Körper hat gegen 20 undeutlich geschiedene Segmente; ein deutlicher Kopflappen, zwei Augen, Mund am Vorderende, daneben ein paar längere Papillen (Fühler?), winzige Borstenhöcker mit einer Acicula und ein zwischen zwei kurzen Lippen vortretendes Bündel von etwa fünf einfachen lanzett- förmigen Borsten. Haut mit kleinen Papillen besetzt. Kurzer muskulöser Schlund und weiter häutiger etwas gebogener Darm, der frei in der Leibeshöhle liegt. Das Thier, frei im Meerwasser aufgefischt, war nur 373 Millimeter lang, hatte aber die Leibeshöhle voll Eier in verschiedenen Stadien der Entwickelung. Fam. Pherusea. Ein Siphonostomum. Die sogenannten oberen Fühler sind ohne Zweifel Kiemen, das beweist ihr Blutreichthum vmd ihr ungewöhnlich lebhaft wimperndes Flimmerepithelium, auch die sogenannten unteren Fühler scheinen mir wenig Anspruch auf diesen Namen zu haben. Fam. Maldan ia. i Clymene und 1 Ammochares vielleicht nicht verschieden von A. Ottonis, dessen Beschreibung mir nicht mehr erinnerlich ist. Clymene hat einen vorstülpbaren Rüssel. Die zerschlitzte Kopfmembran des Ammochares ist ziemlich blutreich und flimmert, und ist deshalb wohl als Kieme anzusprechen. Blut roth. Zahlreiche blinde frei in der Leibeshöhle flottirende Gefässe. Fam. Terebellacea. Etwa ein halb Dutzend Terebella, i Terebellides, I Isoida nov. gen., i Sabellides ?, i Polycirrus. Terebellides anguicomus (Taf. VI. Fig. 22). 17 Paar Borstenbündel, Haken- borsten gestreckt, fehlen unter dem isten bis 4ten Borstenbüschel, unter dem 5ten Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. gl sind sie von abweichender Form (Taf. VI. Fig. 23). Der hintere Körpertheil mit Flösschen, die sehr winzige Häkchen tragen, ist durch eine Einschnürung in zwei Abtheilungen geschieden, die vordere mit 11 — 12 ziemhch langen, die hintere mit gegen 30 sehr kurzen Segmenten. Keine Aftercirren, kein die Fühlfäden deckendes Blatt, diese zahlreich, zart mit lanzettlich verbreiterter Spitze. Kiemen aus vier verwachsenen Blättern bestehend, die beiden unteren oder hinteren sehr klein und nur an der Spitze als schmale Züngelchen vortretend, die obern mit queren kreis- förmigen Lamellen besetzt. Vor dem muskulösen Magen zwei dunkelbraune Drüsen. Einer der gemeinsten unserer Ringelwürmer. Isoida. Ueber dem Lippenblatte wenig zahlreiche kurze Fühlfäden, acht Kiemen- fäden auf dem Rücken dicht beisammen, die vier äussern einfach, die vier innern mit doppelter Reihe von Nebenfäden (Taf. VI. Fig. 26). Ausser dieser Form der Kiemen erinnert das Thier auch dadurch bei oberflächlicher Betrachtung an die Serpulaceen. dass es die Kiemen meist in der Richtung der Körperachse aus dem häutigen Rohre vorstreckt. Kiemen und Fühlfäden flimmern. Im hinteren Theile des Körpers nur Flösschen mit kurzen Häkchen ; vorn Bündel einfacher Borsten und untere Häkchenreihen, an deren Stelle bei den ersten Borstenbüscheln eine dichte Reihe kurzer, gerader Borsten; die Bewaffnung des ersten Segments be- schränkt sich auf einen einzigen starken Stachel mit kurzer sichelförmiger Spitze. Blut blassroth mit einem Stich in's Grünliche. Spec. Isoida pulchella. Sabellides? Das Thier, das ich seiner einfachen fadenförmigen Kiemen wegen vorläufig hierher stelle, hat sonst, so viel ich mich der Sars'schen Be- schreibung erinnere, wenig Aehnlichkeit mit dessen Art. Das Lippenblatt, 7* des Umkreises bildend, umgiebt kreisförmig den Mund und trägt am Rande und darüber die zahlreichen langen und ziemlich starken röthlichgrauen Fühlfäden, die durch kein Blatt von oben gedeckt sind. Kiemenfäden sehr zahlreich in sechs Gruppen den sechs Kiemen der Terebellen entsprechend, können sich pfropfen- zieherartig zusammenziehen. Körper von gewöhnlicher Terebellenform, lang, mit Borstenbüscheln und Häkchenreihen an allen Segmenten. Polycirrus? beobachtete ich erst in wenigen unvollständigen Exemplaren. Ein ziemlich langes Blatt über dem Munde trägt zahlreiche hohle Fäden mit Flimmerepithelium, in denen das rothe Blut mit auffallend grossen Blutkörperchen durch Contraktion dieser Fäden lebhaft hin und her wogt. Die Querreihen der Häkchen beginnen unter dem yten Borstenbüschel. Fam. Hermellacea. i Sabellaria, i Centrocorone. Fam. ^erpulacea. 4 Sabellen ^), i Protula, i Eupomatus und verschiedene Serpula- und Spirorbisröhren. I) Die von Herrn Dr. Müller hier angeführten von ihm für neu gehaltenen Arten scheinen mir noch nicht so genau charakteisirt, dass man sie mit Sicherheit von allen übrigen unterscheiden könnte; weshalb ich es im Interesse der Wissenschaft für räthlicher halte, ihre Namen hier vorläufig noch nicht mitzutheilen. Fritz Müllers gesammelte Schriften. " g2 Annelidenfauna der Insel Santa Catharina. Erklärung- der Abbildungen auf Tafel V und VI. Fig. I. Vorende von Anisoceras vittata Gr. Oerst. Fig. 2. Ruder derselben. Fig. 3. Kopflappen von Hesione picta. Fig. 4. Zahn von Glycinde multidens. Fig. 5. Grössere Kieferspitzen von Glycinde multidens. Fig. 6. Kleinere Kieferspitzen von Glycinde multidens. Fig. 7. Ruder von Sigambra Grubii. Fig. 8. Hakenborste von Sigambra Grubii. Fig. 9. Vorderende von Sigambra Grubii. Fig. 10. Gefässschlinge von Magelona papillicornis. Fig. II. Hakenborste von Magelona papillicornis. Fig. 12. Querreihe von Hakenborsten von Gisela heteracantha. Fig. 13. Ruder der hinteren Segmente von Theodisca aurantiaca. Fig. 14. Rüssel von Theodisca aurantiaca. Fig. 15. Aftersegment von Theodisca aurantiaca. Fig. 16. Ruder der hinteren Körperabtheilung von Cherusca nitens. a Säckchen mit losen Borsten, b Schleimkügelchen. Fig. 1 7. Aftersegment von Cherusca nitens. Fig. 18. Palee des 7.— 13. Segments von Cherusca nitens. Fig. 19. Einstülpbaare Stirnfühler von Hermundura tricuspis. Fig. 20. Aftersegment von Hermundura tricuspis. Fig. 21. Ruder von Hermundura tricuspis. Fig. 22. Terebellides anguicomus. Fig. 23. Hakenborste unterm 5. Borstenbüschel von Terebellides anguicomus. Fig. 24. Hakenborste unterm 6. — 17. Borstenbüschel desselben Thieres. Fig, 25. Hakenborste der Flösschen desselben Thieres. Fig. 26. Vorende von Isoida pulchella. Fig. 2"]. Aftersegment von Isoida pulchella. Fig. 28. Borsten vor dem Borstenwechsel von Sabella. Fig. 29. Borsten des ersten Segments nach dem Borsten Wechsel von Sabella. Fig. 30. Borsten der hinteren Segmente von Sabella. Fig. 31. Aftersegment einer Sabella. Fig. 32. Augen mehr vergrössert von derselben. Fig. 33. Hakenborsten vor dem Borstenwechsel von derselben. Die Magenfäden der Quallen^). Man kennt seit lange bei den höheren Schirmquallen, den Familien der Rhizostomiden, Medusiden, Pelagiden und Charybdeiden, Gruppen tentakelähnlicher Fäden in der Nähe des Mundes, die mit langsam wurmförmiger Bewegung begabt, mit Flimmercilien bedeckt und mehr weniger reichlich mit Nesselorganen aus- gestattet sind. Sie scheinen den Quallen der genannten Familien allgemein zu- zukommen und dürften das einzige sie von den niederen Quallen (Cryptocarpae Eschsch., Gymnophthalmata Forb., Craspedota Gegenb.) scheidende gemeinsame Merkmal sein. Der Mangel des Velum wenigstens, den Gegenbaur als solches be- trachtet, ist es eben so wenig, als die Bedeckung der Randkörperchen, von der Forbes den Namen der Steganophthalmata entlehnte; zwei mit Charybdea marsu- pialis Per. in den wesentlichsten Zügen ihres Baues übereinstimmende Arten, Tamoya haplonema und quadrumana mihi, deren ausführliche Beschreibung ich dieser Tage meinem Freunde Max Schultze übersandte, haben ein höchst entwickeltes Velum. Weniger übereinstimmend, als über das Vorkommen, lauten die Angaben über die Bedeutung dieser Fäden. Ihr constantes Vorkommen in der Nähe der Geschlechtsorgane bei den ersten drei Familien gab Veranlassung, sie als „fühler- ähnliche Anhänge der Geschlechtsorgane" zu bezeichnen und damit implicite eine Beziehung zur Geschlechtsfunction auszusprechen. Gegenbaur, der sie bei Nausithoe und Charybdea als hohle mit der Magenhöhle in Verbindung stehende Fäden be- schreibt, erklärt sie als Reservoirs der im Gastrovascularsystem sich bewegenden Flüssigkeit. Milne Edwards bezeichnet sie bei Charybdea als canaux biliaires. Leuckart paralleHsirt sie den von ihm als nierenartige Absonderungsorgane ge- deuteten Mesenterialfilamenten der Actinien. Soweit ich darüber Angaben finde, werden sie allgemein als hohl und vom Gastrovascularsystem frei nach aussen oder in die Geschlechtshöhlen gerichtet be- schrieben. Ich hatte Gelegenheit, diese Fäden bei den genannten beiden Arten von Tamoya, bei einer Rhizostomide und bei einer grossen Chrysaora zu untersuchen, ohne mich einer der gegebenen Deutungen anschliessen zu können. Bei Tamoya finden sich die Geschlechtsorgane in den weiten Seitentaschen des Magens, entfernt von den dem blossen Auge als trübe Streifen der Magen- I) Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 1858. IX. p. 542 — 543. g^ Magenfäden der Quallen. haut erscheinenden Gruppen der Magenfäden, so dass also wenigstens hier an eine nähere Beziehung beider Organe nicht zu denken ist. Bei allen 4 Arten finde ich die Fäden solid und in die Höhle des Magens gerichtet, letzteres ist bei allen, namentlich bei Chrysaora leicht zu constatiren, wo sie eine Länge von einigen Zoll erreichen ; ersteres wird besonders nach Behandlung mit Chromsäurelösung deutlich, worauf sich die Rindenschicht leicht von dem durchsichtigen bei frischen Fäden allerdings einer Höhle ähnlich erscheinenden soliden Centralstrang abpinseln lässt. Dadurch ist denn für unsere Arten die Erklärung von Gegenbaur unmöglich gemacht. Nahe liegt es dagegen, an eine Beziehung der Magenfäden zur Verdauung zu denken. Diese Vermuthung zu bestätigen oder zu widerlegen, bedeckte ich Muskeln aus einer Krabbenscheere und ein Stück vom Hintertheile eines Alpheus mit den einer lebenden Tamoya haplonema entnommenen Magenfädengruppen und übergoss sie mit ein wenig Seewasser. Entsprechende Stücke legte ich in reines Seewasser. Letztere zeigten sich nach 10 bis 12 Stunden nicht merklich verändert. Dagegen war unter dem Einfluss der Magenfäden das Fleisch des Alpheus vollständig, das aus der Krabbenscheere fast ganz zu einer trüben Flüssig- keit gelöst; die schwärzlichgrüne Schaale des Alpheus hatte sich röthlich gefärbt; ein schleimig erweichter Rest auf der Chitinplatte, von der die Muskeln der Krabben- scheere entspringen, Hess unterm Mikroskop noch seine Muskulatur erkennen. Die Magenfäden zeigten sich noch frisch, flimmernd und wie gewöhnlich in langsam wurmförmiger Bewegung. Ob nun ein eigenthümliches von dem der übrigen Magenwand verschiedenes Secret von den Fäden erzeugt wird, oder ob sie nur zur Vergrösserung der ver- dauenden Magenfläche dienen , ist allerdings hiermit noch nicht entschieden, ersteres jedoch mir wahrscheinlicher, da ich unregelmässig rundliche dunkel con- tourirte Körperchen von 0,01 Millimeter Durchm., die ich auf der Oberfläche der Fäden und in der umgebenden Flüssigkeit bei Tamoya fand, im übrigen Theile des Magens vermisste. Auffallend sind die bei Tamoya sehr spärlich, bei den beiden anderen Arten sehr reichlich den Fäden eingestreuten Nesselorgane, wie sie auch Will bei Cephea, Gegenbaur bei Charybdea fand. Bei Tamoya und Chrysaora könnte man sie auf Bewältigung lebend verschluckter Beute beziehen. Was aber können sie in der centralen Höhle unserer polystomen Rhizostomide bedeuten, die weit entfernt liegt von den Oeffnungen der Arme? Zwei neue Quallen von Santa Catharlna^). Tamoya haplonema und quadrumana. Mit Tafel VII, VIII und IX. Das Meer von Santa Catharina scheint nicht eben reich an Quallenarten zu sein ; doch finden sich unter diesen mehrere in systematischer wie in anatomischer Hinsicht besonders merkwürdige Formen. Zu diesen rechne ich vor allen die beiden nachstehend näher zu beschreibenden Schirm quallen, die am Strande der Praia de fora bei Desterro gefunden wurden. Die eine derselben, Tamoya quadrumana mihi gehört zu den seltneren Arten; im Laufe zweier Jahre bekam ich nur 3 Exemplare zu Gesicht, Weit häufiger ist die andere, Tamoya haplonema mihi, von der ich bisweilen an einem Tage über ein Dutzend fand. Des Gemeinsamen beider Arten ist so viel, dass ich ihre Beschreibungen in eine zusammenfasse, der Schilderung jedes Organes die specifischen Differenzen anschliessend. Der Körper ist glockenförmig, von wasserheller, recht fester Substanz und deshalb wenig veränderlicher Form, aussen bedeckt mit kleinen flachwarzigen Erhabenheiten, auf denen weissliche Fleckchen, Gruppen von Nesselzellen, liegen. Bei T. haplonema ist die Glocke höher (15 cm hoch, bei 12 cm Durchm.), mit flachem Scheitel, fast senkrecht niedersteigenden Wänden und ziemlich viereckig im Querschnitt; bei T. quadrumana niedriger {10 cm hoch, bei 12 cm Durchm.), der Halbkugel sich nähernd, mit gewölbtem Scheitel und nach unten ansehnlich erweitert. Durch Längsfurchen sind die Seiten der Glocke aussen in 8 Längs- wülste getheilt, 4 schmälere dickere, den Ecken des vierseitigen Querschnitts bei T. haplonema entsprechend, und 4 breitere, flachere. Ich bezeichne der Kürze wegen auch bei T. quadrumana erstere als Eck-, letztere als Seitenwülste. Bei T. haplonema sind die Wülste in ihrer ganzen Länge ziemlich gleich breit, die Seitenwülste reichlich doppelt so breit als die Eckwülste; diese letzteren sind fast in der ganzen Länge von einer mittleren Längsfurche durchzogen und ausser- dem finden sich auf jeder Seiten wulst im unteren Drittel noch zwei nach unten convergirende seithche Furchen. Bei T. quadrumana sind die Eckwülste oben, I) Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Halle. 1859. V. p. i— 12. Taf. I, II, III. üA Zwei neue Quallen von Santa Catharina. die Seitenwülste unten breiter (beide oben 3 cm, unten erstere 2 cm, letztere 6 cm), die Mittelfurche der Eckwülste durchzieht nur deren oberes Drittel, während auf den Seitenwülsten zwei parallele Längsfurchen ein mittleres 3 cm breites Feld abgrenzen. Entsprechend den äusseren Furchen verlaufen ähnliche auf der Innen- fläche der Glocke und ausserdem findet sich hier eine mittlere Längsfurche der Seitenwülste, bei T. quadrumana nur im unteren Drittel, bei T. haplonema in der ganzen Länge, jedoch häufig mehr als allmälige Verdünnung der Glocken- substanz, denn als scharfe Furche ausgeprägt. Bisweilen zeigt sich auch bei beiden Arten eine entsprechende schwache äussere Furche. Vom unteren Ende der Eckwülste entspringen 4 sehr ansehnliche Fort- sätze. Bei T. haplonema sind sie einfach keulenförmig, seitlich zusammen- gedrückt, mit scharfer äusserer und innerer Kante, 6 bis 7 cm lang, 4 cm hoch, am Ende einen bis gegen 5 Fuss langen bränlichen Fangfaden tragend ^). Weit weniger einfach sind sie bei T. quadrumana; hier ist dieser abwärts gerichtete und etwas einwärts gebogene Fortsatz am Ursprung rundlich, 16 — 18 mm dick, wird aber bald seitlich zusammengedrückt, mit scharfer äusserer und innerer Kante; seine Länge am inneren Rande beträgt etwa 45 mm; der äussere Rand trägt IG bis 1 1 schwertförmige seitlich comprimirte mit der Spitze etwas einwärts ge- bogene Fortsätze, von denen der erste unpaare von der Mittellinie, die folgenden paarig von den Seiten des äusseren Randes entspringen. Sie nehmen an Länge ab von dem ersten 45 mm bis zum letzten 10 — 15 mm langen; an der Basis deckt jeder folgende von aussen den vorhergehenden und am Ende trägt jeder einen sehr langen bräunlich gefärbten Fangfaden. Die Fangfäden sind hohl, sehr contractu (mit deutlicher Längsmuskel- schicht), und erscheinen durch in Querbinden geordnete Nesselzellen wie geringelt. Sie scheinen kaum zu brennen, haften dagegen sehr fest an Gegenständen, mit denen sie in Berührung kommen ; halbverdaute Fische im Magen der T. haplo- nema fand ich noch von einem Stück Fangfaden umschlungen. Die Nesselzellen dieser Art sind spindelförmig, 0,06 mm lang bei 0,015 mm Dicke, und jede ist von etwa sechs soliden cylindrischen Fäden (0,0g mm lang, 0,004 mm dick) um- geben, die vom Rande einer die Basis der Nesselzelle umhüllenden Scheide zu entspringen scheinen. Bei T. quadrumana finden sich grössere spindelförmige Nesselzellen (0,056 mm lang, 0,008 mm dick) und kleinere (0,012 mm lang, 0,003 "i^n dick), jede Art für sich in Querstreifen geordnet, die mit den kleinen Nesselzellen sind schmäler, aber weit zahlreicher. Der Kanal der Fangfäden setzt sich fort durch die Anhänge der Glocke und steht auf unten näher zu bezeichnende Weise mit dem Gastrovasculärsysteme in Verbindung. Ziemlich in gleicher Höhe mit dem Ursprung der keulen- oder bandförmigen Anhänge findet sich mitten auf den Seitenwülsten eine Querspalte, die in eine die Substanz der Glocke fast vollständig durchsetzende Nische führt. Sie ist von einer bei T. haplonema stärker entwickelten kreisförmigen Wulst umgeben und nach abwärts erstreckt sich von ihr bis über den Rand der Glocke ins Velum hinein eine zungenförmige Wulst, schmaler und dicker bei T. quadrumana, l) Ein einziges Mal sah ich an einem der 4 keulenförmigen Anhänge einen zweiten überzähligen Fangfaden. (Fig. 2.) Zwei neue Quallen von Santa Catharina. 87 flacher und als Fortsetzung des von den convergirenden Seitenfurchen begrenzten Feldes erscheinend bei T. haplonema. Im Grunde der Nische sitzt der gestielte Randkörper. Der untere Rand der Glocke ist eingefasst von einem reichlich zollbreiten häutigen Velum, das bisweilen schlaff niederhängt, bisweilen mehr oder weniger quergespannt erscheint. Der dünnhäutige Magen nimmt den Grund der Glocke ein ; er erscheint aufgeblasen mehr weniger kuglig und ist durch eine engere verschliessbare Stelle von dem sehr beweglichen, am Ende erweiterten, vierkantigen und in 4 Lappen gespaltenen Mundtrichter geschieden. Der Mundtrichter ist durch eine Schicht Gallertsubstanz verdickt, die indess viel weicher ist, als die der Glocke, und die auf der Mitte jedes Lappens eine abgerundete Längsrippe bildet. In ihrer Lage entsprechen diese Lappen den Seiten der Glocke (also den Randkörperchen). — Bei T. quadrumana ist der Mundtrichter relativ länger als bei T. haplonema, wo er in der Regel selbst nicht bis zur Hälfte der Glockenhöhe niederreicht. Abwechselnd mit den Mundlappen zeigt die Magenwand 4 trübe Streifen, die schon durch die Loupe in Gruppen äusserst zahlreicher wurmförmiger und langsam wurmförmig bewegter in die Höhle des Magens ragender Fäden von 5 — 6 mm Länge und 0,15 — 0,2 mm Dicke sich auflösen. Bei T. haplonema erstrecken sich diese Streifen in gerader aufwärts gerichteter Linie durch die zwei oberen Drittel der Magenwand ; die Fäden sind meist ein- bis zweimal in je 2 bis 3 lange Aeste getheilt, selten stärker verästelt. Bei T. quadrumana sind die Streifen hufeisenförmig gebogen, der Bogen dem Grunde der Glocke, die Schenkel dem Munde zugekehrt, und die Fäden unverästelt. — Die Flimmercilien, mit denen diese Fäden bedeckt sind, erzeugen eine lebhafte nach deren Spitze gerichtete Strömung; einzelne kleine Nesselzellen finden sich namentlich am unteren Theile der Fäden ; ausserdem zeigt ihre Oberfläche unregelmässig rundliche, dunkel con- tourirte Körperchen von 0,01 mm Durchm., und ähnliche, wahrscheinlich Secret der Fäden, fanden sich in der umgebenden Flüssigkeit. Man ist beim ersten Blick durchs Mikroskop versucht, diese Fäden für hohl zu halten; indessen weist eine nähere Untersuchung die scheinbare Höhle als einen soliden durchsichtigen Central- strang nach. Nach Behandlung mit Chromsäurelösung lässt sich leicht die äussere Schicht von dem Centralstrange abpinseln. Aehnliche wurmförmige Fäden, wie die unserer beiden Arten, sind bei den meisten einer näheren Untersuchung unterworfenen höheren Schirmquallen ge- funden worden. Indess weichen von denen der Tamoya die der übrigen Quallen nach den früheren Angaben dadurch ab, dass sie hohl sind (so nach Gegenbaur bei Nausithoe und Char}^bdea), nach aussen oder in die Geschlechtshöhlen ragen, und in unmittelbarer Nähe der Geschlechtsorgane sitzen. Letzteres ist jedenfalls ein reeller und charakteristischer Unterschied der EJiizostomiden, Medusiden und Pelagiden von Tamoya; dagegen möchten wohl die ersteren Angaben einer neuen Bestätigung bedürfen; wenigstens finde ich bei einer Rhizostomi de und bei einer grossen Chrysaora, wo sie eine Länge von einigen Zoll erreichen, die Magenfäden ebenfalls sohd und in die Höhle des Magens gerichtet. Der Magen ist bei T. haplonema nur an den Ecken des Glockengrundes befestigt, während die ganze Breite der Seiten offen bleibt als Eingang in 4 weite 83 Zwei neue Quallen von Santa Catharina. Seitentaschen. Trotz dieses breiten Eingangs findet durch die straff heriiber- gespannte Magenhaiit ein vollständiger Abschluss statt, so dass man Magen oder Seitentaschen ziemlich stark aufblasen kann, ohne dass Luft aus einem in das andere übertritt. — Weit complicirter sind diese Verhältnisse bei T. quadru- mana; stülpt man hier, was leicht geschehen kann, die Glocke um, und entfernt Mundtrichter und Magen, so erscheint der Boden der Glocke als ein Viereck mit abgerundeten Ecken und leicht ausgebuchteten Seiten, jene den Eck Wülsten, diese den Seiten der Glocke entsprechend. Der Ausbucht jeder Seite liegt eine stark gewölbte i6 mm lange, 14 mm breite eiförmige Wulst vor, zu deren Seiten von der hier stark verdickten Glocke zwei ansehnliche fingerförmige Fortsätze ausgehen. Sie sind drehrund, 4 bis 5 cm lang, an der Basis gegen 2 cm dick, allmälig verjüngt, mit abgerundeter Spitze; ihre Substanz ist etwas weicher, als die der Glocke. Der Magen nun inserirt sich im ganzen Umfang des Vierecks, mit Ausnahme der Ausbucht der Seiten, soweit ihnen die eiförmige Wulst vor- liegt; hier bleibt der Eingang in die Seitentaschen. Diese Seitentaschen nehmen die ganze innere Seitenwand der Glocke ein; ihre innere Wand inserirt sich der Glocke längs der Mittelfurche der Eck- wülste; sie entsprechen also in ihrer Lage den Randkörpern und wechseln ab mit den fangfadentragenden Anhängen. Nach unten reichen sie bis zum Ursprung dieser Anhänge und zu den Randkörperchen, und zwischen diesen 8 Puncten noch etwas tiefer abwärts, bei T. haplonema mehr geradlinig am Glockenrande endend, während bei T. quadrumana ein breiterer Fortsatz der Seitentasche zu jeder Seite der bandförmigen Anhänge, ein schmälerer zu jeder Seite der Randkörperchen bis ins Velum niedersteigt. Vom unteren Rande der Seiten- taschen und bei T. quadrumana besonders von diesen Fortsetzungen derselben gehen dendritisch verzweigte nicht anastomosirende Kanäle bis zum Rande des Velum. Seitentaschen und fangf adentragende Anhänge wechseln ab, wie bereits er- wähnt ist; jede Seitentasche communicirt mit den beiden Anhängen und also jeder Anhang mit den beiden Seitentaschen, zwischen denen er liegt. Der Anhang entspringt nämlich mit breiter Basis von der Aussenseite des Glockenrandes, während ein schmaler Fortsatz seines Innenrandes an dessen Innenseite sich in- serirt gerade da, wo die Grenzlinie beider Seitentaschen unten endet; so bleibt zwischen den oben abgerundet endenden Seiten des Anhangs und den gleichfalls gerundet endenden Eckwülsten der Glocke jederseits eine schmale Spalte, die aus der unteren Ecke der Seitentasche in den Kanal des Anhangs führt. Dieser Kanal ist bei T. haplonema anfangs dreieckig, später viereckig und am untern Ende schmal elliptisch ; letztere Form hat er durchweg bei T. quadrumana; wo er einen Ast für jeden Finger abgiebt. Wenn nun auch auf diese Weise der Kanal der Fangfäden ins Gastro- vasculärsystem, also auf die Unterseite der Glocke führt, so ist es doch hier augen- scheinlicher als sonst, dass die Fangfäden selbst nicht auf dieser Unterseite ent- springen, wie es Gegenbaur als allgemeines Gesetz betrachten möchte. Im Gegen- satz hierzu möchte ich unterständige Fangfäden, wie bei Sthenonia, als einen Ausnahmsfall betrachten. Für Gegenbaur's Craspedota wenigstens erscheint es als offener Widerspruch, gleichzeitig das Velum als Fortsetzung des Schirms an- Zwei neue Quallen von Santa Catharina. 3q zusehen und die stets nach aussen vom Velum befindlichen Randfäden der Unter- fläche zuzutheilen. Ob, wie nach der Analogie zu vermuthen, auch in den Stiel der Rand- körperchen ein Fortsatz der Seitentaschen geht, ist mir nicht ganz klar geworden. Flimmerbewegung sah ich nie in diesem Stiele. — Die 8 fingerförmigen Fortsätze, die bei T. quadrumana paarweise vom Glockengrunde niederhangen, sind, wie Finger vom Handschuh, lose umhüllt von einer dünnen Haut, deren Höhle unten rings in offener Verbindung steht mit den Seitentaschen ; von diesen aus aufgeblasen überragt sie die Spitze des Fingers noch um einige Linien. — ' Die Gallertsubstanz des Mundtrichters setzt sich bei derselben Art von dessen Kanten (abwechselnd also mit den Reifen der Magenfäden) nach oben in die Magenwand bis zwischen die fingerförmigen Anhänge fort als ein etwa i cm breiter flacher Streifen; dieser ist von einem schmalen Kanäle durchzogen, von dem unter spitzem Winkel zahlreiche mehrfach verzweigte und mit kurzen fiedrig gestellten Reiserchen dicht besetzte Aeste abgehen. Durch lebhafte Flimmer- bewegung wird aus dieser äusserst zierlichen dendritischen Drüse eine feine, dunkle Körnchen führende Flüssigkeit nach aussen gefördert. Die Mündung des Kanals scheint noch innerhalb des Magens zu liegen, doch führt eine Rinne weiter nach unten bis in den Mundtrichter, so dass diese Drüse jedenfalls als Excretions- organ zu deuten ist. In der Lage diesen Drüsen entsprechend finden sich bei T. haplonema 4 dünne verticale Scheidewände, die vom Magen zur Mitte der Seiten- taschen gehen und den Raum zwischen Magen und Glocke in 4 Kammern theilen. Ihre Ausdehnung unterliegt individuellen Schwankungen ; bisweilen reichen sie an den Seitentaschen fast bis zu den Randkörperchen, am Magen bis zum Ursprung der Mundlappen nieder. Ein der Drüse der T. quadrumana entsprechendes Organ konnte ich in ihnen nicht auffinden. Das ganze Innere der Glocke, Velum, Seitentaschen, Magen u. s. w. sind mit theils einzelnen, theils in rundliche Gruppen vereinigten Nesselzellen besetzt, die ein lebhaftes Brennen verursachen; sie sind von kurz elliptischer Form, etwa 0,024 mm lang bei 0,016 mm Durchm. Das Nervensystem ist bei beiden Arten mit überraschender Deutlichkeit ausgeprägt. In der Höhe der Randkörperchen verläuft in der inneren Wand der Seitentaschen ein schmaler, weisslicher oder gelblicher Streif ringförmig um die Höhle der Glocke, jederseits eingefasst von einem durchsichtigen Saume; bei günstiger Beleuchtung ist er bisweilen selbst von aussen durch die Substanz der Glocke hindurch wahrnehmbar, tritt aber mit besonderer Deutlichkeit hervor, wenn man die Seitentaschen aufbläst; minder nachgiebig als deren Wandungen bildet der Streifen dann eine Furche auf den aufgetriebenen Taschen. Diese geringere Nachgiebigkeit wird dadurch veranlasst, dass der Nervenring eingebettet liegt in eine dünne Leiste Gallertsubstanz, die als solche dem Gefühl erkennbar, dem Auge zunächst als der erwähnte helle Saum erscheint. Bei T. haplo- nema ist sie dicker und gewölbter als bei T. quadrumana. Bei letzterer fand ich den Nervenring 0,10 mm bis 0,12 mm, den hellen Saum jederseits etwa doppelt so breit. go Zwei neue Quallen von Santa Catharina. Dem Ursprung der bandförmigen Anhänge gegenüber bei T. quadrumana, soweit hier die Wand der Seitentaschen im Niveau des Nervenrings der Glocke sich anheftet, in einer Länge von etwa 3 mm, verdickt sich der Nerv bis auf 0,33 mm und sendet vom untern Rande dieses Ganglions gegen 20 verschiedene starke (0,02 bis 0,06 mm dicke) Fäden ab, die bald nach ihrem Ursprung von dem hier abgehenden undurchsichtigen Velum verdeckt werden, und theils in diesem, theils und wohl hauptsächlich in dem bandförmigen Anhange sich ver- breiten mögen. Bei T. haplonema sind diese Ganglien weniger ansehnlich, die abgehenden Nerven weniger zahlreich, jedoch dicker als bei T. quadrumana. Eine zweite Stelle, wo im Niveau des Nervenrings die Haut der Seiten- taschen an die Glocke herantritt, ist an den Randkörperchen; auch hier findet sich eine Anschwellung, von der ein ansehnlicher Nerv in den Stiel des Randkörperchens tritt. Dieser Stiel entspringt im Grunde der Nische von deren oberer Wand, wo die Glockensubstanz ihre geringste Dicke hat, und trägt am Ende einen unregelmässig kugligen Körper von etwa i mm Durchm., blassgelb- licher Farbe, und aussen, wenigstens stellenweise, von Flimmercilien bedeckt. In diesen sind eingebettet zunächst ein mehr weniger endständiger elliptischer gelber Körper von 0,75 mm Durchm., aus einer unregelmässig krystallinischen, zwischen den Zähnen knirschenden, in Säure nicht löslichen Masse gebildet; ob derselbe auch nach Innen durch eine besondere Haut abgegrenzt ist, also als Krystallsack bezeichnet werden kann, weiss ich nicht. Dann zwei stark lichtbrechende Körper, ein grösserer kugliger von 0,33 mm Durchm., dem Stiele näher liegend, und ein kleinerer von minder regelmässiger Form, zwischen diesem und dem krystallinischen Endkörper, Sie zeigen sich aus kugligen Zellen von 0,02 bis 0,03 mm Durchm. zusammengesetzt, werden durch Säuren undurchsichtig weiss, und sind bis auf ein aus dem Randkörper vorragendes Segment von schwarzem Pigment umgeben» das feinkörnig und in kleinen Zellen von 0,005 bis 0,008 mm Durchm. enthalten ist. Von dieser der T. haplonema entnommenen Beschreibung zeigen die Rand- körperchen der T, quadrumana keine wesentliche Abweichung. Kann man die lichtbrechende, von schwarzem Pigment umgebene Kugel unbedenklich als Auge deuten, so scheint es dagegen zweifelhaft, ob man den unregelmässig kry- stallinischen, dicht umschlossenen Endkörper ohne Weiteres den frei in einer Blase bewegten Otolithen der Mollusken oder den Randbläschen der niederen Schirm- quallen (Aequorea, Eucope u. s.w.) mit ihren kugligen, stark lichtbrechenden Con- cretionen parallelisiren und als Gehörorgan ansprechen darf. Weitere Nerven sah ich vom Nervenring nicht abgehen und konnte nament- lich keine" aufwärts gerichteten Fäden auffinden, ebensowenig als einen zweiten Nervenring in der Nähe des Mundtrichters, wie ihn die Angaben von Agassiz würden vermuthen lassen. Die Geschlechtsorgane ist man gewohnt, bei den mit Magenfäden ver- sehenen Quallen in deren unmittelbarer Nähe zu suchen; bei Tamoya indess finden sie sich weder an diesem Orte, noch in der sonst gewöhnlichen Form. Sie bilden breite, dünne Platten von sehr verschiedener Ausdehnung, die in der ganzen Länge des Seitenrandes der Seitentaschen entspringen und frei in deren Höhle hineinragen, Ihre Seitenränder sind mehr weniger parallel, die freien Enden ab- gerundet, Sie sind sehr dünnn, zart, leicht zerreisslich, von leicht getrübter gelb- Zwei neue Quallen von Santa Catharina. g j lieber oder weisslicher Färbung. Die jüngeren kürzeren sind meist auch schmäler; im Verlauf des Wachsens scheinen mehrere benachbarte zu verfliessen, wobei bis- weilen rundliche Lücken bleiben. Die Ovarien scheinen in der Regel beträcht- lichere Ausdehnung zu erlangen als die Hoden; erstere fand ich bei T. quadru- m a n a , von der ich kein Männchen sah, bis 1 6 cm lang bei 2 cm Breite, also weit länger als irgend eine Dimension der Seitentasche. Sie scheinen in ihrer ganzen Substanz Eier zu entwickeln, die sich in den verschiedensten Reifegraden neben- einander finden ; sie sind elliptisch, farblos, mit feinkörnigem Dotter und deutlichem Keimbläschen und Keimfleck ; die grössten, die ich (bei T. q u a d r u m a n a) sah, hatten 0,16 mm Länge, 0,12 mm Breite, das Keimbläschen 0,04 mm, der Keim- fleck 0,008 mm Durchm. Die Hoden (der T. h a p 1 o n e m a) scheinen aus einer einzigen Lage langer Röhren mit von 0,025 bis über 0,06 mm wechselnder Weite gebildet, die bald gestreckt und parallel verlaufen, bald in mäandrische Windungen verschlungen und mannigfach ausgebuchtet sind, bald sich auf kür- zere unregelmässige Zellen reduciren. Die reifen Spermatozoiden sind cercarien- förmig mit 0,004 "^^n dickem, rundlichem Kopfe und sehr feinem haarförmigem Anhang. Was nun die verwandtschaftlichen Beziehungen und die syste- matische Stellung unserer Arten betrifft, so scheint ihnen unter den näher bekannten die von Gegenbaur genauer beschriebene Charybdea marsupialis Per. am nächsten sich anzuschliessen und unbedenklich in dieselbe Familie mit ihnen vereinigt werden zu können. Die ganze Architectonik der Glocke ist die- selbe; ebenso ist der Bau der Randkörperchen und der mit weiten Seitentaschen versehene Magen übereinstimmend. Freilich würde man dann nicht mehr mit Gegenbaur das Velum als scheidendes Merkmal zwischen höheren und niederen Schirmquallen ansehen können und ein anderes Unterscheidungszeichen suchen müssen, wenn man überhaupt die in den Systemen von Eschholtz, Forbes und Gegenbaur angenommene Zweitheilung beibehalten will. Ein solches charakte- ristisches IMerkzeichen der höheren Schirmquallen, Rhizostomiden, Medusiden, Pelagiden und Charj^bdeiden, würden die Magenfäden bieten können. Indessen scheint die Entwicklungsgeschichte eher auf eine Dreitheilung hinzuweisen in Quallen mit pol3Apenförmigen Ammen, Quallen mit Polypen als Ammen und Quallen ohne Generationswechsel. Ob unsere Quallen nun nicht in die letzte dieser Abtheilungen eintreten würden, mit denen sie die taschenförmigen Fortsätze des Magens gemein haben, in denen sich die Geschlechtsproducte bilden, müssen fernere Beobachtungen lehren. — Die Gattung Tamoya der Familie der Charybdeiden einreihend, wird es nöthig, die von Gegenbaur gegebene Charakteristik dieser Familie zu modi- ficiren. Das Gemeinsame der drei Arten zusammenfassend, würde sie sich vor- läufig wie folgt, stellen lassen : Körper glockenförmig mit 4 (blatt-, keulen- oder bandförmigen) hohle Fangfäden tragenden Randanhängen. Zwischen ihnen 4 in Nischen geborgene Randkörper mit Krystallsack und Augen. Magen im Grunde der Glocke, die der 4-lappige Mundtrichter nicht überragt, mit 4 Gruppen Magen- fäden und 4 Seitentaschen. Die beiden so vereinigten Gattungen würden sich durch folgende Charaktere scheiden : 92 Zwei neue Quallen von Santa Catharina. Charybdea. Glockenrand in Lappen getheilt. Fortsätze des ]\Iagens mit Seitencanälen. Fangfäden in die Seitencanäle mündend. Magen und Mundtrichter nicht geschieden- (?) Magenfäden hohl, in die Höhle der Glocke gerichtet. T a m o y a. Glockenrand mit ganzrandigem Velum. Seitentaschen ohne Nebencanäle. Fangfäden in die Seitentaschen mündend. Magen gegen den Mundtrichter ver- schHessbar. Magenfäden solid, in die Magenhöhle gerichtet. Erklärung der Abbildungen auf Tafel VII, VIII und IX. Fig. I. Tamoya haplonema, halbe nat. Gr. Fig. 2. Keulenförmiger Anhang mit 2 Fangfäden. F'g> 3- Querschnitt der Glocke in der Höhe der Nischen. Fig. 4. Desgl. 2 cm höher. Fig. 5. Längsschnitt durch den Ursprung des keulenförmigen Anhangs. Fig. 6. 7. 8. Querschnitte desselben, oben, mitten und unten. Fig. 9. Längsschnitt durch die Nische. Fig. 10. Der untere Theil der Glocke von Innen. Fig. II. Eingang in den Kanal des keulenförmigen Anhangs, von Innen; der innere Fortsatz des Anhangs durchschnitten und zurückgebogen. Fig. 2 — II in nat. Gr. Es bedeutet in diesen Figuren a Eckwulst der Glocke. b Innenwand der Seitentasche, c Scheidewand zwischen Magen und Glocke, d Genital- platten, n Nervenring, i' Velum. Fig. 12. Verzweigung der Gastrovasculärsystems im Velum, etwas vergrössert. Fig. 13. Nesselzellen der Fangfäden; a mit vorgetretenem Nesselfaden; b mit den umgebenden soliden Fäden ; c einzelne dieser Fäden, abgerissen. Fig. 14. Nesselzellen aus der Magen wand. Fig. 15. Solide Achsenstränge der Magenfäden, vergr. Fig. 16. Randkörper, desgl. Fig. 17. Das grössere Auge desselben, stärker vergr. n Pigmentzellen, noch mehr vergr. Fig. 18. Tamoya quadrumana, halbe nat. Gr. Fig. ig. Handförmiger Anhang. Fig. 20. Eingang der Nische. Fig. 21. Längsschnitt durch die Nische; a Scheitel der Glocke; b eiförmige Wulst am Eingang der Seitentaschen ; c Verdickung der Glocke, von der die fingerförmigen Anhänge entspringen ; d Innenwand der Seitentasche ; v Velum. Fig. 22. Querschnitt nacli der Linie AB (Fig. 21); a Aussenwand der Glocke b Wulst unterhalb der Nische; c Wand des Fortsatzes der Seitentasche. Fig 2T^. Verzweigung des Gastrovasculärsystems ins Velum, von Innen; ängsspalte den Mund, und um ihn — wahrschein- lich Andeutungen früher deutlicherer Mundtheilo — verschiedene Linien, für die ich, da ich sie im Einzelnen nicht zu deuten weiss, auf die Abbildung (fig. 5) ver- weise. Die Aehnlichkeit des Kopfes mit einem Hirne wird noch erhöht durch unregelmässige Furchen, die ihn fast wie Hirnwindungen durchziehen. Zerzupft man die äussere Haut, so sieht man, dass sie herrühren von zahlreichen kegel- förmigen Blindsäckchen, deren fettreichem Inhalte der Kopf seine weisse Farbe dankt und die den früher als Leber gedeuteten Blindsäckchen am vorderen Lheile des Darmes von Bopyrus entsprechen dürften. Von Fühlern und Augen ist bei geschlechtsreifen Weibchen nichts zu finden ; bei einem jüngeren sah ich einmal ij Archiv für Naturgeschichte 1862. I. p. 10 — 18. Taf. II. 148 Entoniscus Porcellanae. ein paar plumpe kurze Zipfel über dem unpaaren unteren Lappen, die wahrschein- lich Fühlerreste waren. Aufwärts sich biegend bildet der Kopf einen stumpfen Winkel mit der Brust und ist nur unbedeutender Bewegung von oben nach unten fähig. Ganz regungs- los scheint das lange schlauchförmige ungegliederte Bruststück zu sein, das Leber und Eierstöcke fast vollständig füllen; beide fallen durch lebhafte Färbung sofort in die Augen, jene durch ein prachtvolles gesättigtes Orange, diese durch ein röthliches Violett. Die Leber besteht aus zwei auf der Bauchseite dicht aneinander gelagerten etwa 0,2 bis 0,3 mm weiten Schläuchen, die 0,5 mm vom Hinterende der Brust blind beginnen und sich bis an den Kopf erstrecken. Die Eierstöcke nehmen die Rückenseite ein, über die sie in unregelmässigen Hügeln hervorragen und lassen vorn eben so viel freien Raum, wie die Leber hinten. Füsse habe ich in der Regel selbst bei jüngeren Weibchen, die wegen der weniger entwickelten Brutblätter leichter darauf zu untersuchen sind, völlig vermisst. Einige Male, und nicht gerade bei jüngeren, traf ich einen oder den anderen in Form kurzer, kegel- förmig zugespitzter, rückwärtsgekrümmter, mit kleinen Borstchen zerstreut besetzter Zipfelchen (fig. 7). Zu ungeheueren, vielgefalteten, gelappten und zerschlitzten häutigen Lappen sind dagegen die Brutblätter entwickelt. Wo ich sie deutlich zählen konnte, — denn oft erscheinen sie als eine einzige kaum entwirrbare, ge- waltige Blätterkrause, — fand ich sechs Paar! Sie sind durchzogen von engen baumförmig verästelten Gängen, in die man bisweilen durch den Druck des Deck- glases die Galle aus der zersprengten Leber hineintreiben kann und enthalten äusserst zahlreiche dichtgedrängte Fettkügelchen eingelagert. Wenn man schon bei Bopyrus verwundert die Eiermenge betrachtet, die sich unter ihrer breit schildförmigen Brust anhäuft, so ist dieselbe bei Entoniscus noch weit erstaunlicher; sie bildet unregelmässig zusammengeballte Haufen, deren Breite oft der Länge der Brust gleichkommt, die sie vorn und hinten bisweilen noch weit überragen, so dass nicht selten der ganze Körper vollständig in ihnen versteckt ist. Und während Bopyrus, wie andere Asseln, jede Brut erst vollständig sich entwickeln und ausschwärmen lässt, ehe er neue Eier legt, häuft Entoniscus eine ganze Reihe aufeinander folgender Brüten gleichzeitig um sich an, so dass man Stoff für die ganze Entwickelungsgeschichte den Brutblättern desselben Thieres entnehmen könnte. Dem Bruststücke folgt ein weit dünnerer höchst beweglicher, sechsgliedriger Hinterleib, von sehr wechselnder Länge, bald weit kürzer, bald über anderthalb Mal so lang wie die Brust. Diese Verschiedenheiten der Länge rühren nament- lich her von den beiden ersten zu langen Cylindern ausgezogenen Ringen. Bei einem Thiere von 14 mm Länge finde ich für die Länge des ersten Hinterleibs- ringes 2,3; des 2ten 2; des 3ten 1,2; des 4ten 0,32; des 5ten 0,25 und des Oten 0,38 mm; die Dicke war beim ersten Ringe 0,25 und beim letzten 0,2 mm. Die 5 ersten Ringe tragen nahe ihrem hinteren Ende ein i*aar ungegliederter säbel- förmiger borstenloser Füsse; die des dritten Paares sind die längsten und reichen bis zum Ende des vorletzten Ringes. Die Füsse lassen sich nicht nur heben und senken, sondern auch seitlich ausspreiten. Das letzte Glied des Hinterleibes (fig. 6) ist am Ende oben abgestutzt und hat unterhalb einen bis zu seiner Mitte reichen- den V förmigen Ausschnitt. — An der Bauchfläche des isten und 2ten Hinterleibs- Entoniscus Porcellanae. 149 ringes, und weniger entwickelt an der des 3ten, zieht sich jederscits eine weit vorspringende contractile Hautfalte hin ; ihr stark wellig gebogener Rand enthält eine gefässartige Höhlung, die sich in den Rand des entsprechenden Fusses fortsetzt. Am Anfange des ersten Hinterleibsringes trägt dessen Rückenfläche eine bruchsackartige Ausstülpung von etwa 0,5 mm Länge und fast gleicher Höhe; darin liegt das ziemlich matt pulsirende Herz. Wenn nun im Baue des Weibchens kaum die Blinddärmchen am Anfange des Verdauungsrohres, die beiden Leberschläuche, und das am Anfange des Hinterleibes liegende kurze Herz an Bopyrus erinnern, so tritt die Verwandtschaft mit dieser Assel unverkennbar hervor in den Männchen (fig. 2 u. 3), die wie dort fast beständige Begleiter des Weibchens, aber viel zwerghafter und daher zwischen den unendlichen Eiermassen leicht zu übersehen sind. In der Regel findet sich nur eines; ein einziges Mal sah ich ihrer zwei auf dem Leibe derselben Dame spazieren gehen. Das Männchen ist gegen 0,8 mm lang, kaum 3 — 4mal länger als die eben ausgeschlüpften Jungen; in der Mitte der Brust erreicht die Breite fast Vs der Länge; von da ab ist der Körper schwach nach vorn, stark nach hinten verjüngt. Die Brust ist deutlich in 7, der Hinterleib in 6 Ringe geschieden; die Grenze zwischen Kopf aber und erstem Brustringe ist nur durch eine tiefe seitliche Ein- schnürung angedeutet. Der Kopf (fig. 8) hat die Gestalt eines Trapezes mit ab- gerundeten Ecken, dessen Höhe der kürzeren der parallelen Seiten etwa gleich und die Hälfte der längeren hinteren ist. Er trägt ein Paar ungegliederter, platter, viereckiger Fühler ; mit der inneren Seite entspringen sie von der Unterfläche des Kopfes, die vordere schliesst sich dem Stirnrande desselben an, die hintere ist ihr ziemlich gleichlaufend und die äussere richtet sich schief nach hinten und aussen. An der vorderen, stumpfen Ecke steht eine Gruppe kurzer, einwärts gekrümmter Borsten. Augen fehlen oft; sind sie vorhanden, so sind sie vom Kopfe bis fast an den Hinterrand des damit verschmolzenen ersten Brustringes gerückt. Der Ursprung des dreieckigen Saugrüssels liegt auf der hinteren Grenze des Kopfes; seine Spitze legt sich zwischen den Ursprung der Fühler. Die sechs vorderen Brustringe tragen nahe dem Rande zu fast sitzenden ungegliederten rundlichen Klumpen verkümmerte Füsse (fig. 9), mit denen nichts desto weniger das Thier sich ziemlich rasch von der Stelle hilft. Der 7. Ring ist fusslos, trägt aber am hinteren Rande jederseits einen warzenförmigen Vorsprung und auf diesem die Geschlechtsöffnung. Der hinterwärts stark verjüngte Hinterleib ist ohne Anhänge, wie bei den Männchen zweier anderen hiesigen Bopyriden ; der letzte Ring zeichnet sich durch grössere Länge vor den übrigen aus und ist am Ende mit winzigen Dörnchen besetzt. Von Innern Theilen fallen zunächst zwei weite, st^irk bräunlich gefärbte, contractile Leberschläuche auf, die im isten oder 2ten Hinterleibsringe blind be- ginnen und bis zum 2ten Brustringe sich erstrecken. Zwischen ihnen verläuft der Darm. Ueber Darm und Leber lagert sich jederseits ein weiter schlauchförmiger Hode, der von der schon erwähnten Geschlechtsöffnung durch 3 bis 4 Ringe nach j CQ Entoniscus Porcellanae. vorn sich erstreckt und in der Regel in jedem nach Luissen eine seitliche Aus- sackung hat. — Das Herz sieht man dicht hinter der Leber pulsiren. Ebenso ähnlich, wie die Männchen, sind die Larven (fig. 4) denen von Bopyrus. Der flache asseiförmige Körper ist etwa 0,2 mm lang und halb so breit; die grösste Breite fällt auf den 2ten und 3ten Brustring, von wo sich der Körper hinterwärts bis auf 0,04, vorwärts bis auf 0,06 mm, die Breite des fast geradlinigen Stirnrandes, verschmälert. Von der Länge nimmt etwa Y5 der Kopf, den Rest nehmen zu gleichen Theilen Brust und Hinterleib ein, von denen jedes deutlich in sechs Ringe geschieden ist. Der Kopf trägt oberhalb nahe der hinteren Ecke zwei rundliche schwarze Augenflecke, wie es scheint, ohne licht- brechenden Körper, unterhalb zwei kurze dicke zweigliedrige vordere Fühler, die nur mit ihren Endborsten den Kopfrand überragen, und zwei lange hintere Fühler, die gerade unter den Augen entspringen und bis zum Anfange des Hinterleibes reichen; sie sind sechsgliedrig ; das vorletzte Glied und das letzte borstenförmige sind die längsten. — Im Munde, der nahe dem Hinterrande des Kopfes liegt, konnte ich nur 2 Kiefer unterscheiden. — Dicht am Vorderrande des Kopfes fällt ein rundlicher, vorn ausgerandeter, aus hellen runden Körnchen gebildeter Fleck in die Augen ; er erinnerte mich an den Fleck, den man am Kopfe vieler Amphi- poden bemerkt (besonders deutlich bei dem Gammarus ambulans der pommerschen Torfmoore, auch bei Leptocheirus pilosus Zadd.). Die fünf vorderen Brustringe tragen gleichgebildete Füsse, die nahe an deren Rande entspringen; man unterscheidet an ihnen zwei längere cylindrische Grund- glieder, ein kurzes .drittes Glied, ein verdicktes eiförmiges Handglied von der Länge des i. Grundgliedes und eine schwachgekrümmte kräftige Klaue, die reichlich halb so lang, wie das Handglied ist. — Am sechsten Fusspaare, das dem Rande weniger nahe entspringt, sind nur drei Glieder zu unterscheiden: ein C3dindrisches Grundglied, ein winziges zweites und ein elliptisches Endglied, das 0,04 mm lang und halb so breit ist. Dieses Fusspaar pflegt dem Leibe dicht anzuliegen mit einwärtsgerichtetem Grund- und rückwärts gewandtem Endgliede. Der Hinterleib trägt zunächst vier Paar Schwimmfüsse mit halbmondförmigem Grundgliede, das etwa in der Mitte der gewölbten Seite so angeheftet ist, dass das eine wenig längere Hörn nach innen und etwas nach hinten, das andere nach vorn und aussen gerichtet ist. Die Entfernung der Hörner ist 0,03 mm. Das äussere Hörn trägt ein lanzettförmiges Endglied, das gerade in den Ausschnitt des Halbmondes passt und an seinem schief abgeschnittenen Ende drei Borsten von etwa doppelter Länge des Gliedes trägt. Bisweilen ist dieses Endglied am vierten Paare merklich kleiner, als an den drei vordem ; meist iiber sind sie alle gleich. Am inneren Hörne der drei vorderen Grundglieder steht eine einfache Borste; bald fand ich diese Borsten alle gleich lang, etwas länger als die des Endgliedes, öfter die 2te und 3te merklich kürzer, die letzte nur Ys der Länge der ersten erreichend. Dem 4. Schwimmfusspaare fehlt diese Borste. Der 5te Hinterleibsring trägt einen schmalen und kurzen borstenlosen Anhang (fig. 13), der in eine längere innere und kürzere äussere Spitze gespalten ist. Endlich zu den Seiten des letzten Hinterleib.sringes stehen an.sehnliche Anhänge mit dickem Grundgliede und zwei schlanken zweigliedrigen Endästen, von denen der äussere unbedeutend länger ist. Das letzte dornförmige Glied dieser Aeste ist gerade; ein Entoniscus Porcellanae. j r j kurzer Dorn findet sich aussen am Ende des Grundgliedes und des ersten Gliedes der Aeste. Die Thierchen kriechen nicht besonders behend, schwimmen aber recht hurtig. Die ruckweise Bewegung-, im Vereine mit den langbeborsteten Schwimmfüssen und dem durch die seitlichen Anhänge gabiig erscheinenden Schwänze, giebt ihnen dabei eine entfernte Aehnlichkeit mit Cyclops. Das Weibchen des Entoniscus ist im Innern der Porcellana so gelagert, dass sein Kopf zwischen den Blindsäckchcn der I>eber verborgen liegt; dann zieht es sich hinterwärts und unterm Herzen bis ans Ende der Kopfbrust; die Brutblätter reichen sogar bisweilen noch ziemlich weit in den Hinterleib hinein. Das ganze Thier, auch Kopf und Mund, ist ziemlich eng umschlossen von einem häutigen Schlauche, der sich nach hinten in einen engeren Ausführungsgang fortsetzt, und bis auf die Grenze zwischen Brustschild und dem freien Ringe sich verfolgen lässt, der bei den Porcellanen das verkümmerte fünfte Fusspaar trägt. Dieser um- hüllende Schlauch entsteht wahrscheinlich, indem der junge Entoniscus, um ins Innere der Porcellana zu gelangen, die weiche Haut jenes Gelenkes nicht durch- bricht, sondern vor sich herstülpt. So könnte man ihn, als in einer Einstülpung der äusseren Haut seines Wirthes lebend, einen äusseren Schmarotzer nennen, wie Bopyrus und andere Asseln, obwohl er zwischen Leber, Darm und Herz sich bettet und von den Windungen der Samengänge umschlungen ist. Nicht selten finden sich 2, einmal traf ich sogar 3 Entonicus bei derselben Porcellana. Sicher umschlossen von dem umhüllenden Schlauche bedarf das Männchen des Entoniscus nicht die scharfkralligen Klammerfüsse der Bopyrusmännchen, und das Weibchen hat wiederum eine ausreichende Bürgschaft für die eheliche Treue seines Genossen in jenen Klumpfüssen, die ihm einen Ausflug ins freie Meer un- möglich machen. In Bezug auf das Vorkommen habe ich noch eines bemerkenswerthen Um- standes zu gedenken, dass nämlich häufig Lernaeodiscus und Entoniscus bei der- selben Porcellana sich finden. Aufmerksam geworden auf dies(\s Verhältniss und wohl wissend, wie trüglich Schätzungen von Zahlenverhältnissen ohne wirkliche Zählung sind, habe ich über die Schmarotzer von 1000 vom 4. Juli bis i. August untersuchten Porcellanen Buch geführt. Glücklicherweise wurde diese Unter- suchung dadurch sehr erleichtert, dass auch Entoniscus von aussen zu erkennen ist, indem bei stark zurückgebogenem Schwänze bald die Leber oder die Eier- stöcke, bald die Eier zwischen den Brutblättern, oder selbst die schwarzen Aeugel- chen der jungen Brut in dem Gelenke hinter dem Brustschilde durchschimmern. — Es fanden sich Lernaeodiscus bei 84, Entoniscus bei 4g unter jenen 1000 Porcellanen ; danach hätte man bei 49X84 unter einer Million, oder bei 4 unter Tausend beide Schmarotzer zugleich finden sollen, während sie 2imaP) vereinigt vorkamen, also 5mal häufiger, als die Häufigkeit jeder einzelnen Art erwarten liess. — Die Er- klärung dieses häufigen gemeinsamen Vorkommens glaube ich darin zu finden, I) Wobei weder die jüngeren, von aussen nicht erkennbaren Entoniscus mitgezählt wurden, die sich später bei den Lernaeodiscus tragenden Porcellanen fanden, noch auch die mit Entoniscus behafteten, die nur noch die goldene Krone abgefallener Lernaeodiscus an sich trugen. j e2 Entoniscus Porcellanae. dass Lernaeodiscus ein dichtes Aneinanderschliessen von Schwanz und Brustschild hindert und so dem jungen Entoniscus den Zugang zur Bauchfläche der Porcellana erleichtert. Desterro, Anfang August 1861. Erklärung- der Abbildungen auf Tafel XVI IL Fig. I. Entoniscus Porcellanae, Weibchen, nach Entfernung der Eier aus den Brut- blättern, I5mal vergr. e Eierstock, // Herz, / Leber. Fig. 2. Männchen, bei gleicher Vergrösserung. Fig. 3. Dasselbe, gomal vergr. // Hoden, / Leber, a Augen. Fig. 4. Larve, den Brutblättern des Weibchens entnommen, 180 mal vergr. Fig. 5. Mund des Weibchens und dessen L^mgebung, gomal vergr. Fig. 6. Letzter Hinterleibsring desselben, 45mal vergr. Fig. 7. Füsse von der Brust desselben, gomal vergr. Fig. 8. Kopf des Männchens; v. oben; wie alle folgende Figuren, 180 mal vergr. Fig. g. Fuss desselben. Fig. 10 — 14. Füsse der Larve; flg. 10 vom letzten Brustringe; fig. 11 vum ersten, 12 vom dritten, 13 vom fünften und 14 vom sechsten Hinterleibsringe. Die Verwandlung der Porcellanen*). Vorläufige Mittheilung. Mit Tafel XIX. Seit zwei Jahren kenne ich eine Zoea, die sich durch den Mani^el des Rücken- stachels und durch ungemeine Länge des gerade vorgestreckten Stirnhorns vor ihren Verwandten auszeichnet; doch erst vor wenigen Monaten erkannte ich in ihr den Sprössling derselben Porcellana, deren sonderbare Schmarotzer ich in meinen letzten Aufsätzen den Lesern des Archivs vorführte. Inzwischen fand ich Gelegenheit, die junge Brut von noch zwei anderen Porcellaniden zu untersuchen. Die eine ist eine kleinere Porcellana mit fast kreisrundem Rückenschilde, die sich selten an Felswänden zwischen Polypen und Moosthieren findet; — die andere (Fig. I — 3) hält sich schmarotzend auf einigen Arten afterloser Seesterne auf und unterscheidet sich im ganzen Aussehen, in den Scheeren, und besonders durch die Kürze der äusseren Fühler so sehr von den eigentlichen Porcellanen, dass ich sie als Vertreter einer eigenen Gattung ansehe und Porcellina stellicola nenne-). Da diese Porcellana-Larven in allen wesentlichen Verhältnissen mit der Zoeaform der jungen Krabben übereinstimmen, verspare ich ihre ausführliche Beschreibung für eine grössere Arbeit über die Jugendzustände der Krabben, zu der ich seit längerer Zeit Stoff sammle und beschränke mich für jetzt auf eine- übersichtliche Schilderung ihres Baues. Der Rückenschild ist von eiförmigem Umrisse und deckt nicht nur oben und seitlich den vorderen ungegliederten Körpertheil, sondern auch die ersten freien Ringe des Hinterleibes. Gerade vorgestreckt entspringt seinem Vorder- rande ein Stachel oder Hörn, das die Länge des Schildes bis über 5mal (bei der kleineren Porcellana 3mal) übertrifft. Zwei ähnliche Stacheln erstrecken sich vom Hinterrande des Schildes gleichlaufend (bei Porcellina bisweilen auseinander- weichend) gerade nach hinten; bei der kleineren Porcellana (Fig. 10), wo sie nur 7s der Länge des Schildes erreichen, ist ihre Spitze leicht abwärts gebogen und nahe ihrem Ursprünge tragen sie einen ansehnlichen schief nach unten und vcjrn gerichteten Dorn ; bei der gemeinen Porcellana sind sie unten mit einer ganzen Reihe kleiner Dornen weitläufig besetzt und übertreffen schon die Länge des i) Archiv für Naturgeschichte 1862. I. p. 194 — 199. Taf. VII. 2) Noch merkwürdiger durch ihre Lebensweise ist eine andere Porcellana (P. Crcplinii n. sp.), die sich paarweise in der Röhre des Chaetopterus pergamentaceus aufhält. ■j e • Die Verwandlung der Porcellanen. Schildes, dessen mehr ails dreifache Länge sie bei Porcellina erreichen. So ist bei dieser letzten Art der Schild der eben ausgeschlüpften Jungen mit seinen Fortsätzen doppelt so lang, als der der JMutter. Ausser diesem wunderlichen Rückenschilde ist nur noch die Bildung des zu einer Flosse verbreiterten letzten Ringes auffallend von anderen jungen Krabben verschieden. Es ist bekannt, dass der letzte Ring der Krabbenlarven jederseits in ein oft sehr ansehnliches Hörn sich auszieht, und dass in der mittleren Bucht zwischen diesen Hörnern jederseits drei kurze gefiederte Borsten zu stehen pflegen. Bei den Porcellanen sind die seitlichen Hörner durch unbedeutende Stacheln ver- treten, und der mittlere Theil springt zwischen ihnen so weit vor, dass der ganze Schwanz ungefähr die Gestalt einer Raute annimmt. Besonders langgezogen, über doppelt so lang als breit, ist derselbe bei Porcellina. An jeder der beiden hinteren Seiten der Raute stehen 5 lange gefiederte Borsten. (Eine Mittelform, näher jedoch den Porcellanen sich anschliessend, bildet der Schwanz der jungen Paguren.) In allem Uebrigen, dem Baue der Augen, Fühler, Mundtheile und P\isse, so wie der inneren Theile, stimmen die jungen Porcellanen vollständig mit den jungen Krabben überein und zeigen keine grössere Verschiedenheit von ihnen, als sie selbst oder jene unter sich. Hier wie dort sind die vorderen Fühler (Fig. 5, a) ungegliedert und haben einen starken Nervenknoten in der Nähe ihrer Spitze, von der ausser einigen winzigen Borstchen zwei (bei Porcellina drei) längere eigenthümliche Fäden ent- springen. Sie sind von gleichmässiger Dicke, oder seltener schwach verjüngt, enden abgerundet und unterscheiden sich ausserdem durch sehr zarte Umrisse und matte Trübung von anderen Borsten. Dieselben Fäden kehren übrigens wieder auch an den vorderen Fühlern der jungen Bopyriden (besonders deutHch bei Entoniscus Cancrorum n. sp.) und Rankenfüssern, bei welchen letzteren sie einzeln auf einem winzigen Grundgliede dicht neben dem Auge entspringen. Die hinteren Fühler (Fig. 5, b) zeigen bei Porcellina stelHcola schon grosse Aehnlichkeit mit denen des erwachsenen Thieres (Fig. 2); dasselbe aufgetriebene Grundglied mit der bekatmten Oeffnung des noch immer streitigen Sinnesorganes, dasselbe spitzig dreieckige zweite Glied, von dem aussen und oben hier eine mehr- gliedrige Geissei, dort ein einfacher stachelförmiger Fortsatz entspringt. Dieselben Stücke in ganz ähnlicher Gestalt finden sich auch bei den anderen Arten ^). Die Mundtheile (Hg. 5) bestehen aus einer höchst ansehnlichen Oberlippe (t). zwei starken, scharf gezähnten, wie es scheint, tasterlosen Oberkiefern {d), einer zweitheiligen Unterlippe (e) und zwei Paaren Unterkiefer (/, g). Der vordere Unterkiefer (Fig. 8) ist in drei, der hintere (Fig. 9) in fünf mit starken, zum Theil gezähnten oder gefiederten Borsten bewehrte Blätter gespalten, und letzterer trägt nach aussen noch eine grössere häutige Platte, die nach hinten in einen finger- förmigen Fortsatz ausläuft, der Fortsatz trägt eine, die Platte selbst vorn und am Rande sechs gefiederte Borsten. Diese Platte ist aufwärts gebogen und zwischen Leib und Rückenschild in beständiger Bewegung. 1) Bei der Zoca einer kleinen Xantho erreichen die äusseren Fühler (Fig. ii) die Länge des Stirn- horns und die spätere Geissei ist von fast verschwindender Kleinheit. Die Verwandlung der Porcellanen. 155 Die beiden Schwimmfusspaare bestehen aus einem starken cylindrischen Grundgliede und je zwei Endästen, der innere Ast, den das Thier vorwärts zu strecken liebt, hat vier, der äussere, der nach aussen und oben geschlagen zu werden pflegt, zwei weniger deutlich geschieden